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Markus Frank (CDU) ist ein echter Facebook-Profi. (Archivbild)

Römerbriefe

Frankfurt: Markus Frank ist Mister Facebook

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    Georg Leppert
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Keiner unserer Politiker kennt sich im sozialen Netzwerk so gut aus wie Dezernent Markus Frank (CDU). Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert:Kommst du jetzt endlich?

Göpfert:Georg, ich habe Urlaub. Und du übrigens auch.

Leppert:Mag ja sein, aber wir sind auf Facebook.

Göpfert:Oh. Toll. Facebook. Da müssen wir natürlich reagieren. Sofort. Ran an die Maschinen. MannMannMann.

Wir haben einen heißen Tipp für Sie, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik: Freunden Sie sich mit Markus Frank (CDU) an. Also nicht im echten Leben – oder doch, das können Sie halten, wie Sie wollen. Wichtiger aber ist, dass Sie Franks Facebook-Freund werden. Denn dann bekommen Sie alles mit, was der Dezernent ins Netz stellt.

Sie müssen nämlich wissen, Frank ist ein echter Facebook-Profi. Heute noch ruft er in einem kleinen Video dazu auf, zu einem Heimspiel des FSV zu gehen, dann meldet er sich live von dieser verrückten Messe in Cannes, und alle zwei Wochen schickt er jede Menge Bilder vom Eintracht-Heimspiel aus dem Waldstadion. Wobei das faszinierend ist: Frank nimmt die Fotos so auf, dass kein einziges der 752 Transparente zu sehen ist, auf denen sein Parteifreund Peter Ich-weiß-von-gar-nichts Beuth freundlich gegrüßt wird.

Nun hat Frank direkt auf einen FR-Artikel reagiert. Einer von uns hatte nämlich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zitiert. Der hatte zum Thema Stadionausbau gesagt, alle Beteiligten müssten jetzt die Karten auf den Tisch legen. Also auch Frank. Da überlegte der sich vermutlich, ob er jetzt zum OB gehen und jammern soll, dass es voll gemein sei, ihn so unter Druck zu setzen, und ganz schön unkollegial und auch etwas populistisch. Aber dann hat sich Markus Frank gesagt: So ein Quatsch. Er hat sich Spielkarten genommen (so riesige Dinger für die etwas älteren Spieler), hat sie auf seinen Konferenztisch gelegt, ein paar Selfies gemacht, die Bilder ins Netz gestellt und mit Hinweis auf den FR-Redakteur dazu geschrieben, dass er jetzt alle seine Karten auf den Tisch gelegt habe. Das war lustig, Respekt.

Aber wenn jemand so gut mit Facebook umgehen kann wie Markus Frank, dann eröffnen sich ihm gleich ganz neue Möglichkeiten. Und hier kommen sie: unsere drei Vorschläge, wie der Stadtrat das soziale Netzwerk noch besser nutzen kann.

Als Sportdezernent: Frank führt die Verhandlungen über die neue Arena am Kaiserlei über Facebook. Und sobald es um die Frage geht, was eigentlich auf Offenbacher Seite gebaut wird, sorgt IT-Dezernent Jan Schneider (CDU) dafür, dass in ganz Offenbach vorübergehend nordkoreanische Verhältnisse herrschen. Sprich: dass kein Netz vorhanden ist.

Als Wirtschaftsdezernent: Nach 54 verlorenen Verfahren um Ladenöffnungszeiten an Sonntagen reicht es Frank. An einem Sonntag verkauft er höchstpersönlich die Waren Frankfurter Traditionsunternehmen über Facebook.

Als Ordnungsdezernent: Weil es natürlich nicht ausreicht, Drogendealer mitsamt ihrer ganzen Familie aus ihren Wohnungen in der Platensiedlung zu werfen, richtet Frank auf Facebook einen Online-Pranger ein. Dort werden die Verdächtigen und sämtliche Verwandte bis ins dritte Glied genannt. Verbunden damit ist die Aufforderung an Vermieter, ihnen keine Wohnungen im Umkreis von 100 Kilometern um Frankfurt anzubieten. Aber wissen Sie was: Wenn in der Familie ein schwerbehindertes Kind lebt, beträgt die Bannmeile nur 85 Kilometer. Einfach schön, dieses Facebook.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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