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Van Gogh im Städel: Für große Sonderausstellungen müssen auch Karteninhaber künftig zahlen.
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Van Gogh im Städel: Für große Sonderausstellungen müssen auch Karteninhaber künftig zahlen.

Kultur

Museumsuferkarte in Frankfurt: Städel geht eigene Wege

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Nutzungsbedingungen der Museumsuferkarte ändern sich. Der Preis sinkt, dafür fallen die großen Ausstellungen im Städel aus dem Angebot heraus.

Katharina Hartmann und Klaus Rödler aus Frankfurt haben sich gewundert, als sie Post von Kulturamt und Kulturdezernat bekamen. Die Museumsuferkarte, die sie seit Jahren rege nutzen, koste künftig sechs Euro weniger, stand darin. Allerdings falle dafür der freie Eintritt in die Städel-Sonderausstellungen weg. Der kostet ab 2022 auch für Inhaber:innen der Museumsuferkarte 16 Euro.

Dabei seien es gerade die Sonderausstellungen im Städel, die zu den Highlights der Frankfurter Museumslandschaft zählten. Die Ausstellung zu „Making Van Gogh“ (2019/2020) hätten sie allein dreimal besucht. „Uns ist es nicht gelungen, einen Vorteil für die Nutzer zu erkennen“, sagen sie.

Museumsuferkarte in Frankfurt: Neue Regeln

Der Brief zur Änderung der Nutzungsbedingungen ist von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und der Leiterin des Kulturamts, Sybille Linke, unterschrieben. Im Kulturamt ist die Geschäftsstelle für den Museumsuferverbund angesiedelt, welche die Museumsuferkarte verwaltet.

In dem Schreiben weisen Hartwig und Linke auf einen vermeintlichen Vorteil der neuen Regelung hin. So sei es vorgekommen, dass Besucher:innen mit Museumsuferkarte lange an der Kasse zum Städel anstehen mussten. Nun könnten sie Zeittickets erwerben und kämen damit schnell an der Schlange vorbei.

Museumsuferkarte in Frankfurt: Nutzungsbedingungen verschlechtern sich

Dieses Argument können Katharina Hartmann und Klaus Rödler nicht nachvollziehen. Schließlich wäre es auch möglich gewesen, die Besucher:innen mit Museumsuferkarte denen mit Zeittickets gleichzustellen. „Sie versuchen, die Verschlechterung der Nutzungsbedingungen als Erfolgsmodell zu verkaufen“, schreiben sie in einem Brief, der der FR, dem Kulturamt und dem Kulturdezernat vorliegt.

Das Kulturamt teilte auf Nachfrage mit, das Städel habe sich „zu unserem Bedauern“ entschlossen, die großen Sonderausstellungen aus dem Angebot herauszunehmen. Die „MuseumsuferCard“, die 16 700 Menschen nutzten, werde aber günstiger und bleibe als Angebot attraktiv. Die Preise für die Museumsuferkarte wurden bereits Anfang Januar gesenkt, von 95 auf 89 Euro beziehungsweise ermäßigt von 48 auf 45 Euro. Die Familienkarte kostet 15 Euro weniger, nun 150 Euro. Die Karte ermöglicht freien Eintritt in 37 Frankfurter Museen und Ausstellungshäuser.

Museumsuferkarte in Frankfurt: Städel rechtfertigt sich

Das Städel-Museum rechtfertigt die Änderung mit der Finanzierung des Hauses. „Durch die Covid-19-Pandemie stehen Museen weltweit vor großen Herausforderungen und sind insbesondere angehalten, ihre Finanzierungsmodelle zu überprüfen. Als Museum von Weltrang ist auch das Städel verpflichtet, seine Finanzierung zukunftsfähig zu machen“, sagt Sprecherin Pamela Rohde. Sie weist darauf hin, dass nur die großen Sonderausstellungen mit internationalen Leihgaben von der Regelung betroffen seien – ab Januar 2022 also „Nennt mich Rembrandt!“.

Von acht Sonderausstellungen könnten fünf bis sechs und die Sammlung mit der Karte weiterhin kostenfrei besucht werden. Ein bevorzugter Einlass sei aber nicht vorgesehen. Auch sei das Städel auf die Einnahmen aus dem Eintritt angewiesen, um als Museum von Weltrang bestehen zu können.

Katharina Hartmann und Klaus Rödler überzeugt das nicht: „Das ist eine eindeutige Verschlechterung des Angebots.“

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