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Multifunktionsarena: Stadt muss ins Boot

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Von: Timur Tinç

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Animation der Halle am Stadion von den Machern der Machbarkeitsstudie AS+P
Animation der Halle am Stadion von den Machern der Machbarkeitsstudie AS+P © AS+P

Es ist unwahrscheinlich, dass ein privater Investor gefunden wird, der alle Wünsche der Stadt und der Eintracht am Standort P9 für eine neue Halle erfüllt. Deshalb würde es absolut Sinn machen, dass sich die Stadt finanziell engagiert. Ansonsten gibt es bald nur noch erstklassigen Fußball in Frankfurt.

Sportdezernent Mike Josef hat vollkommen Recht: Wenn es in Frankfurt eine Perspektive für die Frankfurt Skyliners und die Löwen Frankfurt geben soll, dann muss die Stadt beim Bau einer neuen Multifunktionsarena beteiligt sein. Es ist einfach nicht realistisch, dass sich ein Investor findet, der mindestens 180 Millionen Euro am Standort P9 am Stadion investiert, um sie an mindestens 40 Spieltagen in der Saison für Basketball und Eishockey – mit fairen Mietverträgen – zur Verfügung zu stellen.

Dafür müsste er auf viel lukrativere Einnahmen bei Konzerten und anderen Veranstaltungen verzichten. Außerdem müsste sich der Investor mit der Eintracht als Hauptmieterin des Geländes arrangieren, die ebenfalls Bedingungen stellen wird. Welcher Investor lässt sich auf all diese Forderungen ein?

Der Stadionbau vor der WM 2006 hat gezeigt, dass es richtig war städtisches Geld in die Hand zu nehmen. Das Stadion ist einer der Grundpfeiler des Erfolgs von Eintracht Frankfurt. Es wird jetzt schon gefachsimpelt, ob der Ausbau bis Sommer 2023 auf 60 000 Plätze in Zukunft reichen wird. Zudem kommen Topstars wie Ed Sheeran, der an drei Tagen fast 200 000 Menschen anzieht.

Über eines müssen sich die Verantwortlichen in der Stadtpolitik im Klaren sein: Ohne neue Halle wird es in den kommenden Jahren keinen Mannschaftsprofisport mehr in Frankfurt außerhalb des Fußballs geben. Das würde auch Folgen für den Breitensport haben. Die Eissporthalle und Ballsporthalle werden immer älter und unmoderner. Die Standards, sowohl in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), als auch in der Basketball-Bundesliga (BBL) werden stetig nach oben geschraubt, sodass eine Ligateilnahme unmöglich wird. In anderen Städten stehen neue Arenen, werden gebaut oder sind in der Planung.

Frankfurt wird bei Sport-Großereignissen außerhalb des Fußballs übergangen. Viele Veranstalter:innen gehen lieber nach Mannheim oder Oberhausen, weil die Arenen dort moderner sind. Als fünftgrößte Stadt in Deutschland braucht Frankfurt eine moderne Halle. Das ist den Sportklubs auch schon vor 20 Jahren zugesichert worden. Nach all dem Hick-Hack um Kaiserlei und Flughafen gibt es jetzt eine realistische Chance an einem Standort, den alle gut finden. Dafür muss die Stadt beim Bau ins Boot. Und auch das Land Hessen sollte ein Interesse daran haben.

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