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Säckeweise Abfall sind am Samstag rund um den Bruchfeldplatz gesammelt worden. Michael Faust
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Säckeweise Abfall sind am Samstag rund um den Bruchfeldplatz gesammelt worden. Michael Faust

Niederrad

Müllsammeln als Geduldsspiel

  • VonGernot Gottwals
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Freiwillige füllen bei ihrer Aktion in Niederrad 15 Säcke mit Abfall

Alles begann damit, dass Alena Haus keinen Abfall mehr sehen konnte und zunächst in ihrem Heimatstadtteil aufräumen wollte. „Doch dann hörte ich von #Cleanffm und wollte mit Gleichgesinnten für eine saubere Stadt werben“, sagt sie. Nun absolviert sie ihr Freiwilliges soziales Jahr und hilft an diesem Samstag mit Student Juan Lince beim Müllsammeln in Niederrad.

Dort ist man wegen der Corona-Pandemie mit großangelegten Aktionen immer noch vorsichtig: „Sonst sind wir auch schon mal bis zu 100 Teilnehmer“, sagt Manfred Schulz, Vorsitzender des Regionalrats Niederrad. Doch für die mit der FES terminierte Sammelaktion im November, die parallel auch in Oberrad stattfindet, hat er nur über Facebook Werbung gemacht - und doch sind rund 20 Freiwillige hier.

Gerade am Bruchfeldplatz ist das Suchen und Greifen mit den Zangen in der Nähe der Bäume ein Geduldsspiel: Während manche weggeworfenen Papiertüten und Tetrapacks auch im Herbstlaub noch ins Auge springen, müssen Alena und Juan Schnapsfläschchen, Zigarettenkippen und anderen kleinteiligen Abfall regelrecht aufspüren.

Wobei der Student aus Kolumbien vor allem für die weggeworfenen Kippen kein Verständnis aufbringen kann. Er deutet auf zwei Taschenaschenbecher, einen aus recyceltem Kunststoff und einen, den man sogar selbst basteln kann.

Derweil ist Monika von der Brüggen mit ihrem Team Richtung Elli-Lucht-Park unterwegs. „Dort findet man doch tatsächlich Teile von Sofagarnituren“, sagt sie. Anne-Rose Freier-Brendemühl entdeckt hinter dem Niederräder Bahndamm sogar alte Autoreifen. Solche Altlasten müssen der FES separat gemeldet werden, während die übrigen rund 15 Säcke an den Sammelstellen abgeholt werden.

Auch in Niederrad gilt die häufige Beobachtung, dass während der Corona-Krise die Mengen weggeworfenen Mülls zunahmen. „Vielleicht stimmt auch die Beobachtung, dass Mülleimer, die randvoll sind, am Ende eher noch mehr Abfall anziehen“, meint Juan.

Diese Beobachtung möchte Manfred Schulz so jedoch nicht stehen lassen: „Alleine zwischen der Friedensbrücke und dem Osthafenpark wurden 360 neue Mülleimer aufgestellt, gleichzeitig engagieren sich die Bürger beim Abfallsammeln. Das macht sich sehr wohl bemerkbar“, findet er.

Natürlich könne es auch frustrierend sein, wenn es wenige Tage nach einer fleißigen Müllsammlung an einigen Ecken schon wieder aussieht wie zuvor. Dass das achtlose Wegwerfen selbst kleiner Abfallmengen Gewalt an Natur und Tieren sein könne, dafür gelte es zu sensibilisieren. „Darüber hinaus kommt man bei so einer Aktion miteinander ins Gespräch. Das stärkt den Zusammenhalt im Stadtteil.“

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