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Die „Biker for Freedom“ auf der Europaallee.
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Die „Biker for Freedom“ auf der Europaallee.

Frankfurt

Motorraddemo in Frankfurt gegen Verkehrsverbote

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Die „Biker for freedom“ sind gegen Fahrverbote und andere „Restriktionen motorisierter Zweiräder“.

Der Lärmpegel, mit dem die Motorräder am Sonntagmittag zu ihrer Demonstration aufbrechen, ist enorm. Starker Benzingeruch hängt in der Luft. Minutenlang knattert und röhrt es, bis alle rund 1000 Maschinen den Platz am Rebstockpark verlassen haben, um über Bockenheim durch die nördliche Innenstadt bis ins Ostend und zurück zu fahren.

Organisiert hatte die Demo der Verein „Biker for Freedom“ unter dem Titel „Gemeinsam etwas bewegen – Gegen die Diskriminierung der Motorradfahrer“. Angekündigt waren 3000 Teilnehmende. Zusammen kamen schließlich nach übereinstimmender Auskunft von Polizei und Veranstaltenden ein Drittel davon. Laut Kfz-Kennzeichen kamen viele aus der näheren Umgebung, einige von weiter her, etwa aus Ludwigshafen, Simmern, Bad Ems und Limburg.

„Wir fahren gegen andauernde Restriktionen motorisierter Zweiräder“, sagte Silke Greuling, Sprecherin von „Biker for Freedom“. Sie wies auf eine Gedenkminute während der Demo hin, die den Flutopfern von Ahrweiler gewidmet sei. Dort hätten sie und weitere Mitglieder ihres Vereins bei Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe geholfen sowie eine Spendenaktion für die Opfer initiiert.

Zum Motiv der Demo sagte Greuling: Statt Einschränkungen wie Fahrverbote an Sonntagen sowie eine Stilllegung zu lauter Motorräder wolle sich ihr Verein mit von Motorradlärm betroffenen Menschen austauschen. „Nur 15 Prozent der Motorradfahrer“ seien für Lärmbelästigungen verantwortlich. „Wir stehen für Dialog, nicht für Konfrontation“, so die 48-Jährige. Solche Gespräche habe es bereits an beliebten Biker-Strecken am Feldberg sowie an der Wisperstraße im Rheingau gegeben. Daneben forderte Greuling „den Einsatz von Lärm-Displays an stark frequentierten Strecken“, die – ähnlich wie Geschwindigkeits-Monitore in Ortschaften – die Lautstärke vorbeifahrender Motorräder messen würden, um die Fahrenden so auf den eigenen Lautstärkepegel hinzuweisen.

„Das wäre vielleicht gar kein schlechter Ansatz“, sagte Elmar Coy (50) aus Dreieich. Sein Kumpel Klaus Kaczmarzyk (59) aus Höchst hielt dagegen: „Da wird es Idioten geben, die noch extra Gas geben.“ Beide wollten „Einschränkungen gegen Motorradfahrer verhindern“ und sprechen sich für „verantwortungsvolles“ und damit „leises Fahren“ aus. „Ich muss nicht im ersten Gang durch die Stadt durchheizen“, sagte Coy und weiter: „Wenn einer mit 120 Dezibel durch die Gegend bläst, das geht nicht“. Kaczmarzyk: „Es ist blöd, wenn einzelnes Fehlverhalten alle trifft.“

„Wir fahren ganz ruhig“, sagte Emre Ceylan, der mit seiner Frau aus Wiesbaden gekommen war. „Die anderen können auf die Rennstrecke“, fügte der 34-Jährige hinzu. Seine Frau sagte zu den geplanten Sonntagsfahrverboten: „Mein Mann arbeitet auch samstags“. Da bliebe nur der eine Tag in der Woche für Ausfahrten.

„Ob ich ein schnelles Auto oder Motorrad habe, ist doch das Gleiche“, sagte Lisa-Marie Brinkmann aus Rodgau und fügte hinzu: „Dann müsste man beides verbieten.“ Doch das wolle sie nicht. „Weil’s Spaß macht, schnell zu fahren“, sagte die 20-Jährige. Ihr Freund Tristan Kohl (22) sagte: „Ich fahre Motorrad, weil es Spaß macht, nicht, weil es laut ist.“

Zumindest am Sonntag ließ sich bei der Menge an Motorrädern das eine vom anderen kaum trennen.

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