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Bei der Aufklärung von Gewalttaten war die Bilanz der Polizei im vergangenen Jahr erfreulich (Symbolbild).

Frankfurt

Mord und Totschlag in Frankfurt 2019

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Die Polizei hat die meisten Tötungsdelikte im abgelaufenen Jahr aufklären können.

Von der 43-Jährigen fehlt noch immer jede Spur. Die Frau aus Nied galt als sehr zuverlässig. Sie war seit Ende Oktober nicht mehr bei der Arbeit erschienen und daher als vermisst gemeldet worden. Bei den Ermittlungen verwickelte sich der Ehemann der Vermissten in Widersprüche, in der gemeinsamen Wohnung fanden die Ermittler Blutspuren. Seit Mitte November sitzt der 37 Jahre alte Ehemann in Haft. Nun hat die Polizei einen Tatverdächtigen, aber keine Leiche. „Es gibt noch immer keine Spur von der Frau“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Auch das Durchkämmen eines Waldstücks bei Nied mit Suchhunden war ohne Ergebnis geblieben.

Ansonsten war die Polizei bei der Aufklärung von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten recht erfolgreich. Im Februar kam es in Bockenheim zu einer blutigen Beziehungstat. Ein 35-Jähriger erstach seine ehemalige Lebensgefährtin, weil sie nicht zu ihm zurück wollte. Der Mann wurde bald darauf gefasst und muss sich seit Anfang Dezember vor dem Landgericht wegen Mordes verantworten.

Frankfurt: Achtjähriger vor ICE gestoßen

Noch schneller kam die Polizei dem Mann auf die Spur, der im August einen achtjährigen Jungen am Hauptbahnhof vor einen einfahrenden ICE gestoßen hatte. Der 40-Jährige wurde noch unweit des Tatorts festgenommen. Auch im bislang jüngsten Tötungsdelikt hat die Polizei einen Tatverdächtigen: Ein 19-Jähriger soll einen 54-Jährigen Mitte November in der Innenstadt so mit Schlägen und Tritten traktiert haben, dass der Mann eine Woche später im Krankenhaus verstarb. Der Heranwachsende konnte am 7. Dezember in Sachsenhausen festgenommen werden.

Nicht immer ist die Suche nach einem Schuldigen ganz leicht. Ende Oktober starb in einer Kita in Seckbach ein sechsjähriger Junge nach einem Stromschlag aus einer Steckdose, die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung laufen noch. Aus dem gleichen Grund muss sich ein Frauenarzt verantworten, der im Dezember im Alleingang eine Schönheits-OP an einer Patientin vornahm, die nicht mehr aus der Narkose erwachte und verstarb.

Frankfurt: Ermittlungen wegen versuchter Tötungsdelikte

In knapp einem Dutzend Fällen ermittelt die Polizei wegen versuchter Tötungsdelikte im abgelaufenen Jahr. Im April soll ein 20-Jähriger im Gallus versucht haben, seinen Mitbewohner umzubringen, während dieser schlief. Der 26-Jährige erwachte mit starken Kopfschmerzen und wusste zunächst gar nicht, was los war. Im August verprügelten drei junge Männer einen 24-Jährigen am nördlichen Mainufer und stießen den benommenen Mann in den Fluss. Passanten retteten das Opfer, die Polizei konnte nach wochenlangen Ermittlungen drei Tatverdächtige festnehmen. 

Etwas leichter waren die Ermittlungen nach der Attacke eines Autofahrers im Oktober. Er soll nach einem Streit um eine Frau in einem Club im Ostend versucht haben, einen Nebenbuhler absichtlich zu überfahren. Er wurde nach Zeugenhinweisen geschnappt. In fünf Fällen ermittelt die Polizei wegen Messerstichen, die tödlich hätten enden können. In allen Fällen wurden Tatverdächtige geschnappt.

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