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Der Ficus von Krista Schulte, gezähmt.

Corona Homestory

Monsterzähmung in Corona-Zeiten

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Was man halt daheim so macht: Mehr Ideen der FR-Leserinnen und -Leser für die Zeit des Wartens.

Einige werden in dieser Woche wieder zur Arbeit nach draußen gehen. Passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf! Die anderen werden sich weiter drinnen beschäftigen, und für sie hat Krista Schulte aus Otzberg einen guten Tipp gereimt:

„Die Zeit sich nehmen,/Den Ficus bezähmen:/Die Rundschau nutzen/Das Monster stutzen!/Als Unterlage/Kommt nur in Frage:/FR vergangner Tage!“ Wir danken herzlich gleich in mehrfacher Hinsicht.

Aus dem Wohnmobil schreibt uns Siegfried Schöberl. Darin lebt er seit geschlagenen sieben Wochen. „Einen schlechteren Zeitpunkt hätten wir wohl nicht wählen können, wegen der Krise“, bedauert er: „Es wäre ja der Beginn meiner lebenslangen Lesereise gegen Alkoholmissbrauch gewesen.“ Nun sind alle seine geplanten Lesungen in diesen Wochen abgesagt; auch das zweite Standbein, der Verkauf auf Jahrmärkten, fällt flach. In seiner Not hat Schöberl aus seinen geplanten Autorenlesungen eine Onlinefassung gemacht, zu finden unter www.facebook.com/jason.sante.75.

Da liest er aus seiner Autobiografie „Alkohol ist ein Blender, aber der beste, den ich kenne“, geschrieben unter dem Pseudonym Jason Sante. „Sozusagen live aus dem Wohnmobil“, schildert er. „Es soll auch Süchtigen Mut machen, die es jetzt sicher noch schwerer haben“, weil etwa ihre Selbsthilfegruppen sich zurzeit nicht treffen können.

Was auf jeden Fall immer hilft und sehr gesund ist: singen. Ursula Fechter tut es auch. „Liebe FR“, schreibt sie, „ich wohne in einer Siedlung auf dem Sachsenhäuser Berg. Hier haben wir eine tolle Nachbarschaft, für die uns viele unserer Freunde beneiden.“ Weil sie nicht nur ein soziales Netz bietet, die Nachbarschaft, sondern auch enorm aktiv ist. Beispielsweise macht sie Aufführungen zu Geburtstagen und Hochzeiten, und zwar mit einer Truppe namens „Die Ekligen Nachbarn“.

Humor haben sie offenbar obendrein. Den brauchen sie auch, denn Theater, Englisch-Konversationskurse, Tischtennis und „Rudelsingen“, was die Nachbarn in „Friedenszeiten“ (Fechter) so machen, das geht ja alles nicht mehr. Und jetzt?

„Seit es die Kontaktsperre wegen Corona gibt, treffen wir uns jetzt jeden Abend auf unseren Balkonen und an den Fenstern und singen.“ Die Texte werden in der Whatsapp-Gruppe verteilt; dort diskutieren die Teilnehmenden auch, was sie als nächstes singen. „Das macht einen Heidenspaß, so sehen sich alle, wenn auch von Ferne, jeden Tag und können sich austauschen“, freut sich Ursula Fechter.

Und wer mehr Tröstliches aus der Zeit daheim zu berichten hat: Wir sammeln unter der E-Mailadresse online@fr.de.

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