+
Der Frankfurter Dom, mitten in der Stadt: Längst nicht überall ist Kirche so präsent.  

Hintergrund

15 Monate Vorarbeit für den Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt

  • schließen

110 Mitarbeiter soll das Veranstaltungsbüro einmal haben. Die ersten 45 sind jetzt in Frankfurt angekommen. Auf sie kommt jede Menge an Aufgaben zu.

Am Donnerstag hat das Büro des Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt offiziell seine Arbeit aufgenommen. Damit beginnt die heiße Phase zur Vorbereitung des Großereignisses, zu dem im Mai nächsten Jahres Hunderttausende Besucherinnen und Besucher in der Stadt erwartet werden.

Die ersten 45 Mitarbeiter sind dieser Tage samt Mobiliar in Frankfurt angekommen. Sie haben eine weitläufige, etwa 4000 Quadratmeter große Büroetage am Danziger Platz im Ostend bezogen. 110 Mitarbeiter sollen es einmal werden, die von rund 5000 Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit unterstützt werden.

Geplant und organisiert werden muss vieles: ein Programm mit mehr als 2000 Veranstaltungen, die Unterbringung der Teilnehmer, Aufbau von Bühnen, Absprachen mit Behörden und Werbung. So sind beispielsweise Mitarbeiter zurzeit in der Stadt unterwegs, um rund 50 Kirchen und zahlreiche öffentliche Plätze als mögliche Veranstaltungsorte zu besichtigen.

Es werde eine eigene App geben, auf der alle Informationen zum fünftägigen Fest abgerufen werden könnten, kündigte Roland Vilsmaier an. Er ist eines von vier Vorstandsmitgliedern des Vereins, die den Ökumenischen Kirchentag tragen. Auch ein Liederbuch mit eigens für den Kirchentag komponierten Stücken sei im Entstehen, berichtete Vilsmaiers Vorstandskollegin Janine Rolfsmeyer.

Fünf Tage Fest

Von 12. bis 16. Mai 2021 findet in Frankfurt der dritte Ökumenische Kirchentag statt. Dazu eingeladen haben die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie das Bistum Limburg.

Mehr als 2000 Veranstaltungen sind geplant. Schwerpunkte sind:
- Glaube, Spiritualität, Kirche
- Lebensräume, Lebenswelten, Zusammenleben
- Schöpfung, Frieden, Weltgemeinschaft
- Wirtschaft, Macht, Verantwortung
Kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen können sich mit Programmpunkten zu diesen Bereichen bewerben (www.oekt.de/programm).
Außerdem gibt es ein umfangreiches Kulturprogramm.

Hauptveranstaltungsort ist die Messe. Der Abschlussgottesdienst könnte im Waldstadion stattfinden, darüber wird noch verhandelt.

Als Stadt vieler Gegensätze biete Frankfurt alles, was es für einen gelingenden Diskurs brauche, sagte die evangelische Kirchentagspräsidentin und Juristin Bettina Limperg. Der Kirchentag, so die Präsidentin des Bundesgerichtshofs, werde ein „großes Fest des Hinschauens und gegenseitigen Wahrnehmens“.

Es sollten Diskussionen geführt werden und Dinge geschehen, „die die gesamte Gesellschaft voranbringen“, kündigte der katholische Kirchentagspräsident Thomas Sternberg an. So werde es darum gehen, wie die Zukunft der Demokratie gestaltet werde, wie soziale Gerechtigkeit geschaffen und mit dem Klimawandel umgegangen werden könne. Überhaupt werde Klimawandel eines der Hauptthemen des Kirchentags sein, kündigte Marija Vidovic vom Vereinsvorstand an.

Axel Wintermeyer (CDU), Chef der hessischen Staatskanzlei, lobte den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen. Sie seien der „Kitt der Gesellschaft“. Nur durch sie sei es überhaupt möglich, die Großveranstaltung zu bewältigen.

Das Land Hessen unterstützt den Kirchentag mit vier Millionen Euro. Weitere knapp vier Millionen hat die Stadt Frankfurt zugesagt. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und das Bistum Limburg als einladende Kirchen steuern neun Millionen Euro bei. Insgesamt werde der Kirchentag mehr als 24 Millionen Euro kosten, sagte Stefan Menzel, einer der vier Vereinsvorstände. Die Kosten sollen 30 Millionen nicht übersteigen.

Menzel sagte, Frankfurt werde auch wirtschaftlich profitieren. So liege allein der Umsatz durch die Besucher bei 20 Millionen Euro. Auch zahle der Kirchentag Miete für die Messehallen. Vieles, was für die Veranstaltung benötigt werde, werde zudem regional eingekauft.

Frankfurts Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) sagte, die Stadt sei sehr gerne Gastgeber des Kirchentags. Er wünschte sich, dass davon starke ökumenische Signale ausgingen, um zu zeigen, wie gerade in einer so bunten und vielfältigen Stadt wie Frankfurt das Miteinander von Katholiken und Protestanten gelebt werden könne.

Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet der ökumenische, also gemeinsame Kirchentag von Katholiken und Protestanten zum dritten Mal statt. Veranstalter sind nicht die Kirchen selbst, sondern die Laienorganisationen Deutscher Evangelischer Kirchentag und Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Mehr als 5000 Ehrenamtliche werden als Helfer gesucht. Sie sollen die Besucherströme lenken, Einlasskontrollen vornehmen, Verpflegung ausgeben oder in der Gepäckaufbewahrung arbeiten und beim Auf- und Abbau helfen. Anmelden dafür kann man sich von September dieses Jahres an. Zudem wirkt auch ein Großteil der Teilnehmer selbst an den Veranstaltungen mit. Etwa 4000 Privatquartiere werden benötigt. Die Suche nach Anbietern soll Anfang 2021 beginnen. Weitere Informationen  gibt es unter oekt-frankfurt.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare