Stein des Anstoßes: die Apotheke zum Mohren.
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Stein des Anstoßes: die Apotheke zum Mohren.

Debatte um "Mohren"-Apotheke

Der "Mohr" darf bleiben

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Ist die Bezeichnung "Mohr" in einem Geschäftsnamen rassistisch und diskriminierend? Der Frankfurter Magistrat wird Apotheken zumindest keine Umbenennung vorschlagen.

Die politische Debatte um den Namen „Mohrenapotheke“ ist vorbei – zumindest im Römer. Die Stadtverordneten haben am Donnerstag einen Antrag der Kommunalen Ausländervertretung (KAV) abgelehnt, wonach der Magistrat auf eine Umbenennung der Pharmazien hinwirken soll. Dafür nahmen die Politiker eine Resolution der schwarz-rot-grünen Regierungskoalition an. „Rassistisch motivierter Hetze entschieden entgegentreten“, heißt es darin.

Der Streit um den Namen hatten den Römer seit Anfang des Jahres beschäftigt. Mehrfach waren Gruppen in den Ausschuss für Integration und Bildung gekommen und hatten den Namen der Apotheken auf der Zeil und in Alt-Eschersheim kritisiert, da sie ihn als rassistisch empfinden. 

Keine Namensvorgaben für private Unternehmen

Der KAV gebühre Dank dafür, dass sie die Diskussion angestoßen habe, sagte der Fraktionschef der Grünen, Manuel Stock, am Donnerstag. Dennoch stimmten die Grünen wie der Rest der Regierungskoalition und mehrere weitere Fraktionen gegen den Antrag. Schon zu Beginn der Debatte hatten die meisten Politiker deutlich gemacht, dass sie keine Möglichkeit sehen, auf die Umbenennung eines privaten Unternehmens hinzuwirken.

In der Öffentlichkeit war die Debatte teils extrem emotional geführt worden. KAV-Mitglieder wurden wegen des Vorstoßes wüst beschimpft. Auch darauf geht die nun mit großer Mehrheit beschlossene Resolution gegen Rassismus ein. Diese Äußerungen seien nicht hinnehmbar, heißt es in dem Papier. 

„Alle hier lebenden Menschen gleichberechtigt“

Zudem stellen die Politiker klar, „dass alle hier lebenden Menschen gleichberechtigter Teil unserer Gesellschaft sind und es ihr Recht ist, sich politisch einzubringen“. Es sei falsch, von „wir Deutschen“ und „die Ausländer“ zu sprechen, wie es einzelne Kommentatoren täten.

AfD-Fraktionschef Rainer Rahn lehnte die Resolution wegen derartiger Formulierungen als „grundgesetzwidrig“ ab. Die Unterscheidung zwischen Deutschen und Ausländern werde in mehreren Artikeln vorausgesetzt. Vertreter der übrigen Fraktionen kritisierten ihn für die Äußerungen.

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