„The Dome“ soll direkt am Flughafen entstehen.
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„The Dome“ soll direkt am Flughafen entstehen.

Interview

„Die modernste Halle der Welt“

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Planer von „The Dome“ am Frankfurter Flughafen warten auf den Startschuss durch die Politik.

Die Nachricht kam für viele in der Frankfurter Stadtpolitik völlig überraschend: Das Bieterkonsortium Langano hat kein finales Angebot für den Bau einer Multifunktionsarena am Kaiserlei vorgelegt. Damit rückt das Projekt „The Dome“, an dem die kanadische Katz Group beteiligt ist, in den Fokus der Politik. Die Betriebsgesellschaft von „The Dome“ will am Rhein-Main-Flughafen eine Halle mit 23 000 Plätzen bauen. Die FR sprach mit dem Initiator des Projekts, Felix Scheuerpflug, und Architekt Michael Felka.

Herr Scheuerpflug, Herr Felka, wie groß ist Ihre Genugtuung darüber, dass der Bau einer Multifunktionsarena am Kaiserlei offenbar gescheitert ist?
Scheuerpflug:  Ich empfinde da keine Genugtuung. Zumal die Stadt Frankfurt ja offenbar noch mit der Anschutz Entertainment Group über den Bau einer Halle am Kaiserlei verhandeln will. Insofern wissen wir nicht, ob das Projekt tatsächlich vom Tisch ist. 

Aber Sie haben doch immer gesagt, dass Sie nicht an einen Bau der Halle am Kaiserlei glauben. Jetzt ist die Langano-Gruppe ausgestiegen, mit der sich die Stadt unmittelbar vor einer Einigung wähnte. Fühlen Sie sich zumindest bestätigt?
Felka:  Richtig ist, dass wir an die Idee, am Kaiserlei zu bauen, nie geglaubt haben. Es traten ja auch immer neue Schwierigkeiten auf, für die es überhaupt keine Lösung gibt. Etwa die Kanäle, die nicht überbaut werden dürfen. Da würden Kosten von fast zehn Millionen Euro auf den Investor oder die Stadt zukommen, damit der Bau überhaupt möglich ist. Insofern war es richtig, dass wir mit „The Dome“ auf den Standort am Flughafen setzen. Die Entwicklung treiben wir übrigens seit dreieinhalb Jahren voran. Es heißt ja immer, wir seien ganz plötzlich aufgetaucht, als die Entscheidung für den Kaiserlei längst gefallen sei. Das stimmt nicht. Wir sind aber erst vor einem Jahr an die Öffentlichkeit gegangen.

Das heißt, durch die neue Entwicklung ändert sich für Sie gar nichts?
Scheuerpflug:  Der Zeitplan bleibt unverändert.
Felka:  Die Planung bleibt, wie sie ist. Aber natürlich rücken wir jetzt stärker ins Interesse der Politik.
Scheuerpflug:  Wir haben uns zuletzt auf Einladung des Sportdezernenten Ende Februar mit den Regierungsfraktionen im Römer zusammengesetzt. Und es blieben keine Fragen offen.
Felka:  Aus unserer Sicht können die Stadtverordneten der von uns vorgesehenen Bauleitplanung bedenkenlos zustimmen. Es bleibt ja auch dabei: Die Stadt trägt kein Risiko. Wir erwarten kein Geld von ihr …
Scheuerpflug:  Und es muss auch keine zusätzliche Straße gebaut werden.

Zu den offenen Fragen: Eine davon betrifft die Vergabe des Grundstücks, das Fraport gehört. Sie sagen, eine Ausschreibung sei nicht nötig, und Ihr Jurist, der Vergaberechtler Steffen Kautz aus München, bestätigt Ihre Auffassung. Wenn man Fraport aber fragt, hört man seit Monaten, über eine Ausschreibung sei noch nicht entschieden. Was macht Sie so sicher, dass Fraport nicht doch auf eine Ausschreibung Wert legt, was das Projekt um Jahre verzögern würde?
Scheuerpflug:  Schauen Sie sich doch mal die Historie an: Die Fraport hat uns das Grundstück angeboten. Es gibt dazu eine Vereinbarung zwischen beiden Parteien, die vertraulich ist, deshalb kann ich daraus nicht zitieren. Nur so viel: Von einer Ausschreibung ist an keiner Stelle die Rede.

Strittig war auch das Verkehrskonzept. Bisweilen hörte man Bedenken, Fluggästen kämen zu spät zum Terminal, wenn sich der Verkehr wegen Veranstaltungen im „Dome“ staue.
Scheuerpflug:  Zunächst einmal: Wir haben ein Verkehrskonzept. Für die geplante Halle am Kaiserlei galt das nicht. Es wird bei Veranstaltungen keinerlei Chaos geben. Rund um die Halle gibt es 5000 Parkplätze, dabei gehen wir davon aus, dass auch an ausverkauften Abenden nur 3100 Autos anreisen. Unser Konzept sieht den Bau eines weiteren Parkhauses an der Kelsterbacher Spange vor, um den Verkehr aus Norden und Westen vor dem Flughafen abzufangen. Übrigens: Die Idee eines zusätzlichen Parkhauses kam von Fraport-Chef Stefan Schulte. Sie sehen, das hat alles Hand und Fuß. Wir sind nicht flapsig, wie uns schon vorgeworfen wurde.

Wobei Ihr plötzlicher Vorstoß, man könne ja auch eine S-Bahn-Haltestelle direkt an der Arena bauen, schon hemdsärmelig wirkte. Der RMV hat kurz darauf gesagt, so einfach, wie Sie sich das vorstellten, sei das alles nicht.
Scheuerpflug:  Auch dieser Vorstoß kam nicht aus dem Nichts. Wir hatten ihn als eine Möglichkeit mit Sportdezernent Markus Frank besprochen. Es ist eine Option, aber die begrenzten Kapazitäten auf den S-Bahn-Linien sind uns bekannt. Wir würden unsere Ideen gerne dem RMV vorstellen. Aber zwei fest vereinbarte Termine wurden jeweils kurzfristig abgesagt, übrigens sehr zur Verwunderung der Verkehrsministerien auf Landes- und Bundesebene.

Hauptnutzer sollen die Frankfurter Vereine sein. Die Eishockey-Löwen haben einen Vorvertrag mit Ihnen unterschrieben, die Basketballer der Skyliners lehnen Ihren Vorschlag ab. Ist die Tür für die Skyliners zu?
Scheuerpflug:  Von unserer Seite nicht. Skyliners-Gesellschafter Gunnar Wöbke kann mich jederzeit anrufen. Aber es war ja nachzulesen, er habe kein Interesse an einem Gespräch. Und Fakt ist: Die Bedingungen, die er sich vorstellt, wird ihm kein Hallenbetreiber auf der Welt bieten.

Inwiefern wirkt sich die Corona-Krise auf Ihre Pläne aus?
Scheuerpflug:  Wirtschaftlich gibt es keine Auswirkungen. Im Gegenteil: Wir bekommen viele positive Signale von großen Wirtschaftsunternehmen, weil jeder weiß, es wird weiter Shows geben, es wird weiter Sport geben.
Felka:  Aber wir planen die Arena so, dass man dort auch während einer solchen Pandemie Veranstaltungen durchführen könnte. Mit Publikum. Wir gestalten Wege und Eingänge so, dass es kein Gedränge gibt.

Wie geht es jetzt weiter?
Felka:  Von unserer Seite aus könnten wir in dreieinhalb Jahren die modernste Halle der Welt eröffnen.

Interview: Georg Leppert

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