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Die 27-jährige Frankfurter Designerin Lea Schweinfurth ist ein Fan von sozialen Netzwerken.
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Die 27-jährige Frankfurter Designerin Lea Schweinfurth ist ein Fan von sozialen Netzwerken.

Bergen-Enkheim

Mode in Zeiten von Instagram

  • Nadine Benedix
    VonNadine Benedix
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Lea Schweinfurth ist fasziniert von sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram. Als Nachwuchsdesignerin treibt sie die Frage um, wie sich diese Form der Selbstdarstellung im Netz auf Gesellschaft und Mode auswirkt.

Leuchtende Farben, auffällige Abbildungen, flache Schnitte: Die aus Bergen-Enkheim stammende Nachwuchsdesignerin Lea Schweinfurth hat bei der Herstellung ihrer Modekollektion die Dynamik der sozialen Netzwerke ernstgenommen. Beim European Fashionaward zur Modewoche in Berlin hat sie dafür vor kurzem den zweiten Platz erreicht. Ihre Kollektion soll den Geist von sozialen Netzwerken wie Instagram widerspiegeln.

Lea Schweinfurth macht nachhaltige Mode

„Das Thema des Awards, der von der Deutschen Bekleidungsindustrie ausgerichtet wird, lautete Get Real“, berichtet die Modestudentin. Bei einer Studienarbeit habe sie sich mit den Auswirkungen von selbstdarstellerischen Netzwerken auf die Gesellschaft und auf die Mode selbst auseinandergesetzt. Die Kollektion reichte sie dann bei der Jury des Awards ein. Die war begeistert von der Idee der Frankfurter Studentin.

Durch den Preis hofft sie jetzt auch außerhalb ihrer Universität, der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, bekannt werden. Das Thema der Kollektion war ihr ein persönliches Anliegen. „Ich bin fasziniert von sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook“, sagt sie. „Ich nutze die Apps selbst nicht oft – schaue mir aber gerne an, was andere Leute posten.“ Dabei sei sie stets auch irritiert. „Wenn ich mir die Posts anderer Leute anschaue, denke ich, dass man durch die Fotos Hybride von sich selbst erstellt. Man zeigt sich nicht so wie man wirklich ist, sondern immer nur Teile von sich selbst – ähnlich wie eine Collage.“

Diesem Motto folgend sei auch die Kollektion aufgebaut. „Ich habe versucht papierartige Stoffe zu verwenden“, erläutert sie. Die Stoffe habe sie häufig einfach mit bunten Farben bemalt und dann zusammengesetzt. Die Form habe sie wie bei der Oberfläche eines Fotos flach gehalten. „Ich habe zum Beispiel einen Hosenrock in meiner Kollektion – das sind quasi nur Stoffbahnen“, sagt sie. Die Gesichter hat sie mit Hüten verdeckt. „Das ist auch an die sozialen Netzwerke angelehnt. Man vermittelt zwar ein Bild von sich selbst, das Gesicht bleibt aber verborgen.“

Praktikum bei einem Modelabel in New York

Zur Mode kam Schweinfurth über ihre Großmutter Christa. Die hat vor dem Krieg begonnen an einer Modeschule zu studieren. Dann musste sie das Studium aufgeben und wurde Schneiderin, erzählt Schweinfurth. Ein Skizzenbuch aus der Studienzeit ihrer Großmutter habe sie sich als Kind immer wieder angeschaut. „Das war sozusagen mein erster Kontakt mit Mode“, erinnert sich die heute 27-Jährige.

Nach dem Abitur sei der Bewerbungsprozess an Mode und Kunsthochschulen steinig gewesen. „Da brauchte man schon Durchhaltevermögen“, sagt sie. Gelohnt hat es sich. Ende 2016 hat sie ihren Bachelor abgeschlossen. Danach machte sie ein Praktikum in L.A.

„Ich will vor allem nachhaltige Mode machen, die soziale und moralische Verantwortung trägt. Dabei sollten es trotzdem anspruchsvolle Entwürfe sein.“ Ob sie ein eigenes Label gründen will, weiß Schweinfurth noch nicht. „Das kommt darauf an, wo ich meine Visionen realisieren kann“, meint sie.

Zurzeit wohnt sie wieder zu Hause in Bergen-Enkheim, weit weg von den Laufstegen der Welt. Bevor es im Herbst mit dem Master weitergehen soll, will sie ein Praktikum bei einem Modelabel in New York machen.

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