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Mode-Ausstellung: Ein zweites Leben für die Jeans

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Von: Judith Köneke

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Die Ausstellung „Tones of Freedom“ der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode im Kunstverein Familie Montez.
Die Ausstellung „Tones of Freedom“ der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode im Kunstverein Familie Montez. © christoph boeckheler*

Mode-Studierende zeigen in einer Ausstellung ihren Begriff von Freiheit und Nachhaltigkeit

Rund 250 gebrauchte Jeans haben die Studierenden der Fachschule für Design in Höchst gesammelt, gewaschen, aufgetrennt und wieder vernäht. Daraus sind Kleider, Jumpsuits, Mäntel oder Oberteile geworden. Im Moment tragen diese Schaufensterpuppen. Auf einem Gerüst stehen sie vier Tage unter dem Ausstellungs-Titel „Tones of Freedom“ im Kunstverein Familie Montez. Jeansbeine etwa wurden zu Ärmeln umfunktioniert, zahllose Fransen aus Denim schmücken die Arme eines Mantels, lange Streifen Stoff sind der untere Teil eines Kleides. Auf Plakaten steht der Hintergrund, die Schlagworte, mit denen sich die Studierenden auseinandergesetzt haben.

Die Kollektion ist im Rahmen der Präsentation der Abschlussklasse im Januar entstanden. Ursprünglich sollten sie auch dann, während der Frankfurter Fashionweek, gezeigt werden, wegen Corona verschob sich alles nach hinten. Und die Pandemie sei auch ein Thema der Ausstellung, berichtet Dozentin und Fachbereichsleiterin Design Ina Franzmann. Denn schließlich sei die Freiheit der jungen Menschen durch Corona stark eingeschränkt gewesen.

Der Begriff passe ebenfalls zu den Jeans, beschreibt Franzmann. Entstanden als Arbeiterkleidung, sei die blaue Hose ein Symbol der Rebellion gewesen. Aus der Textilbranche sei sie schon lange nicht mehr wegzudenken. „Heute ist sie ein Produkt des Massenkonsums. Individualität wird erschwert“, steht auf einem der Plakate.

Die Studierenden haben alle Stücke selbst gefertigt. Ein kurzes Video zeigt sie beim Zeichnen von Entwürfen, an der Nähmaschine oder beim Abstecken. „Der Fertigungsprozess war schon eine Herausforderung“, erklärt Franzmann. Denn schließlich habe es sich nicht um Meterware, sondern um aufgetrennte Hosen gehandelt, die in anderer Form wieder zusammengesetzt werden mussten. Zum Teil als viele kleine Patches oder in geflochtener Form. Aber das mache auch das Interessante der Optik aus.

Und so ist auch Nachhaltigkeit ein Thema der Kollektion und Ausstellung. Denn die Herstellung der Hose mit ihren giftigen Chemikalien sei eigentlich das Gegenteil von nachhaltig, heißt es auf einem der Plakate, dekodiert und neu zusammengesetzt bekommen die alten Jeans jedoch ein zweites Leben.

„Wichtig war den Studierenden bei ihrer Kollektion, dass sie tragbar ist“, so Franzmann. Klamotten die man durchaus zum Feiern, in Clubs oder auf der Straße trage könne. „Entstanden ist eine coole, fetzige Streetwear.“

„Tones of Freedom“ ist noch bis Sonntag von 13 bis 20 Uhr im Kunstverein Familie Montez unter der Honsellbrücke zu sehen.

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