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Philéas Laoutides (2. v. r.) mit seinen Oxfam-Kolleginnen.

Sachsenhausen

Flüchtlingsprojekt im Oxfam-Laden

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Ein Student präsentiert im Schaufenster des Oxfam-Ladens auf der Schweizer Straße sein Projekt mit Geflüchteten.

In einem Schaufenster des Oxfam-Shops an der Schweizer Straße sind ein lachsfarbenes Kleid, dazu goldene Sandalen und eine goldene Kette ausgestellt. Das Kleid trägt auch eine junge Frau auf einem der Fotos, die daneben hängen. Auf Feldern, inmitten von Blumen, am Flussufer oder im Wald wurden die Frauen mit Fluchthintergrund in hellenistisch anmutender Kleidung porträtiert.

Philéas Laoutides hat sie für sein intermediales Projekt in dem Masterstudiengang „Performative Kunst in den sozialen Feldern“ fotografiert. Seit vergangenem Jahr studiert er an der Frankfurt University of Applied Sciences (Fachhochschule Frankfurt). Als Thema wählte Laoutides die Antike. Er habe sich von drei ästhetischen Medien inspirieren lassen: antike Mode, natürliche Landschaften und griechische Literatur.

Die Kleidung und den Schmuck lieh Laoutides sich beim Sachsenhäuser Oxfam-Laden, wo er samstags ehrenamtlich arbeitet. Gemeinsam mit seinen Kollegen suchte er im Fundus nach passenden Stücken. Zuvor habe er sich über die Mode damals informiert, wie die Stoffe fielen, über Muster und Schmuck.

Geburstagsfeier 
Der Oxfam Buchshop in der Töngesgasse 35 feiert am 25. Juni seinen zwanzigsten Geburtstag. Von 10 bis 18.30 Uhr gibt es für Ehrenamtliche, Spender und Kunden Kuchen, mehrere Konzerte und Gedichtvorträge.

Begonnen hatte der Oxfam Buchshop mit 30 Ehrenamtlichen. Heute hält ein 70-köpfiges Team den Laden am Laufen. Sie verkaufen gut erhaltene gespendete Bücher, DVDs und Schallplatten für den guten Zweck.

Die Frauen, die er in Szene setzte, sind Mitte bis Ende 20 Jahre alt und haben alle einen Flucht- oder Migrationshintergrund, schildert der Oberräder. Manche von ihnen leben schon länger in Deutschland, andere kamen erst jetzt. Ihre Wurzeln liegen auf den Philippinen, in Eritrea, Palästina oder Tunesien. Auch die Gründe, warum sie geflohen sind, sind unterschiedlich.

„Ich habe mich damit beschäftigt, wie man Flüchtlinge damals betrachtet hat und was man heute daraus lernen kann“, beschreibt Laoutides sein Projekt. Er nannte es „Eleusina“ (oder Elefsina, deutsch: Ankommen). In der griechischen Stadt mit diesem Namen wurde dem Mythos nach die Göttin Demeter, die nach ihrer Tochter suchend umherging, freundlich aufgenommen, erzählt Laoutides, der selbst Grieche ist. Dass Hilfsbedürftige unterstützt werden und freundlich zu Fremden zu sein, gefiel ihm. Gerade in heutigen Zeiten, wo sich Europa abschotte und die Rechten immer stärker würden.

Ziel seines Projekts sei es auch, dem negativen Bild von Menschen auf der Flucht etwas entgegenzusetzen und die Geflüchteten schön und erhaben darzustellen, sagt Laoutides. Den Frauen habe das Projekt sehr gut gefallen. Sie hätten es toll gefunden, sich in den Kleidern zu präsentieren, und merkten, dass sie etwas Besonderes – und schön – sind.

Oxfam-Leiterin Martina Formella war gleich begeistert von Laoutides Projekt: „Die Idee passt wunderbar zu Oxfam.“ Es sei spannend, das Thema Flüchtlinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Die Mini-Ausstellung ist noch bis Mittwoch, 5. Juni, im Schaufenster des Oxfam-Shops an der Schweizer Straße 57 zu sehen. Die Fotos findet man auf der Website des Ladens: www.shops.oxfam.de

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