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Mobilitätsforschung: Zu Fuß durchs Frankfurter Bornheim

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Von: George Grodensky

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Wer läuft über die Berger Straße und zu welchem Zweck? Das erforscht die Wissenschaft.
Wer läuft über die Berger Straße und zu welchem Zweck? Das erforscht die Wissenschaft. © Monika Müller

Monika Pentenrieder erforscht den Wandel des Laufens als Mittel der Fortbewegung.

Um Spaziergänge in der Freizeit soll es auch gehen, aber nicht nur. Gar kein Thema sind politische Demos, die sich frech als Lustwandel tarnen. Monika Pentenrieder möchte erforschen, wie sich das Laufen als Mittel der Fortbewegung in der Corona-Pandemie gewandelt hat. Und zwar das zielgerichtete Laufen, die Konkurrenz zu Auto, Bus und Rad, die Schritte, die den Menschen von A nach B bringen. Wobei der Übergang vom geschäftigen Fußmarsch zum entspannten Schlendern natürlich fließend ist.

Dennoch: „Die Pandemie hat die Mobilität der Menschen verändert“, sagt Pentenrieder. Der öffentliche Nahverkehr hat Fahrgäste verloren, immer mehr nutzen Rad und Auto. Zumindest wirkt es so, wenn auch in absoluten Zahlen der Radverkehr in der Pandemie gleich geblieben ist, die Autofahrten etwas weniger geworden. Gefühlt gehen neuerdings auch viele zu Fuß. Aus dieser Beobachtung soll wissenschaftliche Erkenntnis werden. Die 29-Jährige promoviert darüber in der Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung bei Professor Martin Lanzendorf an der Frankfurter Goethe-Universität.

Als Rahmen für ihre Untersuchung hat sie sich den Frankfurter Stadtteil Bornheim ausgewählt. Der ist „dicht besiedelt, gut angebunden, funktional durchmischt und durch einen starken Einzelhandel geprägt“. Das ermögliche es den Bewohnerinnen und Bewohnern, viele Alltagswege zu Fuß zu erledigen. Tun die Bornheimerinnen und Bornheimer das jetzt öfter als vor der Pandemie? Und was verbinden sie mit dem Spazierengehen oder einer kurzen Erledigung zu Fuß?

Wer im Homeoffice sitzt, hat vielleicht etwas mehr Zeit, da der Weg zur Arbeit wegfällt. Dafür fällt einem die Decke schneller auf den Kopf, also braucht es einen Ausgleich zum Luftholen. Diese Menschen legen dann womöglich absichtlich Strecken zu Fuß zurück. Manche steigen eine Station früher aus dem Bus aus.

Pentenrieder wohnt selbst im Stadtteil, allerdings ist sie gerade erst hingezogen. Seit sechs Jahren lebt die Humangeographin in Frankfurt, ist nach dem Bachelorstudium in Passau für den Master an die Goethe-Uni gekommen. „Laufen ist ja eigentlich die nachhaltigste Art der Fortbewegung“, sagt Pentenrieder, zumindest für alle, die gut zu Fuß sind. Darum passt ihre Arbeit gut in die aktuelle Diskussion über die Stadt der kurzen Wege oder die Verkehrswende – besonders in dichten urbanen Vierteln.

Für ihre Erhebung führt Pentenrieder im Februar und März Gruppengespräche mit jeweils etwa fünf Personen. Entweder persönlich am Campus Westend oder digital per Videokonferenz. Zwei Stunden dauert so eine Runde etwa, als Dankeschön erhalten die Teilnehmenden eine Aufwandsentschädigung. Die 29-Jährige sucht noch Beiträge, von Menschen ab 18 Jahren aus Bornheim.

Kontakt Fon: 069 / 79 83 51 86, Mail: pentenrieder@geo.uni-frankfurt.de oder über ein Online-Formular https://forms.office.com/r/fjVS8jBGj9

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