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Uta Meyding-Lamadé (Mitte) mit ihrer Radfahrgruppe.
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Uta Meyding-Lamadé (Mitte) mit ihrer Radfahrgruppe.

Frankfurt

Mobilität und Unabhängigkeit auf drei Rädern

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Klaus Vock wirbt um Aufmerksamkeit für an Multipler Sklerose Erkrankter und ihren Lebensbedingungen.

Die dreirädrigen Liegeräder, die neben dem Parkplatz des Nordwestkrankenhauses in Praunheim stehen, geben einen ersten Hinweis, was dort am Samstagnachmittag passiert. Klaus Vock gehört eines der Räder. Seit mehr als zehn Jahren radelt er teilweise durch ganz Deutschland, um auf die Nervenkrankheit Multiple Sklerose, kurz MS, aufmerksam und Erkrankten Mut zu machen. Vock, der selbst betroffen ist und vor rund zwei Jahrzehnten erkrankte, hatte sein Hobby und seine Leidenschaft schon für beendet erklärt: „Auf zwei Rädern wäre ich beim Auf- und Absteigen umgefallen“, berichtet der 59-Jährige. Durch die mit der Erkrankung einhergehenden Gleichgewichtsstörungen könnte er nicht mehr im Sattel auf zwei Rädern sitzen. Und den hat er bei seinem dreirädrigen Spezialrad, das er auf einer Messe für sich entdeckt hat, durch einen Sitz mit Lehne ersetzt.

„Sich den Wind um die Nase wehen lassen und schnell fortzubewegen“, das seien Vorzüge des Radelns, die Vock auch anderen MS-Erkrankten schmackhaft machen wollte. Deshalb gründete der Darmstädter 2009 die Selbsthilfegruppe „Radfahrlust“, mit der er seitdem Dutzende Radtouren organisiert hat. Zum Abschluss der Aktionswoche „MS – Meine Spur“ rollt er mit einer kleinen Gruppe am Samstag vor dem Nordwestkrankenhaus ein. Coronabedingt waren er und nur eine Handvoll weiterer Radfahrender bei Tagestouren die fünf hessischen Regionalstellen der Deutschen-Multiple-Sklerose-Gesellschaft (DMSG) in Kassel, Fulda, Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt abgefahren. Bei den vorherigen zehn Fahrten in den vergangenen Jahren, bei denen es einmal sogar durch das Brandenburger Tor in Berlin ging, waren bis zu 60 Teilnehmende dabei gewesen.

„Über Bewegung, Sport und Ernährung können Erkrankte ein hohes Maß an Lebensqualität erreichen und erhalten“, sagt Benno Rehn, Geschäftsführer der DMSG Hessen. Die Vorsitzende des Vereins, Dagmar Spill, hebt hervor, dass Betroffene ein „selbstbestimmtes Leben“ führen und sogar teilweise ihrer Berufstätigkeit nachgehen könnten. Zur Unterstützung für Erkrankte wird am Samstag ein „Funktionstraining“ der DMSG vorgestellt, bei dem motorische Fähigkeiten und Mobilität erhöht werden sollen, sowie das Angebot der Beratungsstellen vorgestellt, an die sich Betroffene und Angehörige wenden können.

Multiple Sklerose könne in jedem Alter auftreten, sagt Uta Meyding-Lamadé. Sie ist Chefärztin der Neurologie am Krankenhaus Nordwest. „Die Hauptdiagnosezeit liegt zwischen 20 und 40 Jahren“, sagt sie. Häufig würde auch bei Kindern MS erkannt werden. Die Ärztin macht aber Hoffnung. „Multiple Sklerose ist kein Schicksal, bei dem man im Rollstuhl landet“, sagt sie. Durch neue Erkenntnisse und Medikamente habe man bei der „chronischen, aber nicht unheilbaren Krankheit“ in den vergangenen beiden Jahrzehnten „weit mehr Erfolge“ verbuchen können als bei anderen Nervenerkrankungen.

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