1. Startseite
  2. Frankfurt

Straßenbahn mit USB-Anschluss in Frankfurt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Die Straßenbahn hat einen geräumigem Innenraum. Peter Jülich
Die Straßenbahn hat einen geräumigem Innenraum. Peter Jülich © Peter Jülich

Der neue „T“-Wagen fährt künftig an auf der Linie 17. Alle weiteren Wagen kommen bis 2025.

Fünf Jahre nach der Ausschreibung fährt von Montag an die erste der neuen Straßenbahnen mit der Buchstabenbezeichnung „T“ durch Frankfurt. Die französische Firma Alstom hat die Wagen vom Typ Citadis SX05 hergestellt. Insgesamt sollen 58 Straßenbahnen bis 2025 nach Frankfurt geliefert werden, 14 davon im kommenden Jahr.

Die Wagen wirken von außen schlank. Sie haben sozusagen ein schmales Gesicht mit engstehenden Lampen und einem nach vorne gereckten Kinn. Im Inneren scheinen die Wagen geräumiger als die Vorgängermodelle mit der Kennung „S“ vom Hersteller Bombardier. Es gibt Platz für Rollstühle, Kinderwagen, Fahrräder. Die türkisblauen Sitze, die gelben Griffe und die orangenen Türsäulen greifen das Design früherer Straßenbahnen auf.

An einigen Vierersitzen sind USB-Anschlüsse angebracht, die blau leuchten. Fahrgäste können dort ihre Handys aufladen. Auch wenn die Wagen für WLAN ausgestattet sind, sieht die Verkehrgesellschaft Frankfurt (VGF) eine Nutzung nicht vor.

Es gibt kurze und lange Wagen

Die „T“-Wagen sollen nach und nach die älteren Wagen mit der Bezeichnung „R“ und „Pt“ ersetzen. Von den Wagen werden 34 insgesamt 40 Meter lang sein, die übrigen 24 sind 31,50 Meter lang. Die kurze Version hat 56 Stehplätze, die lange Version 78. Stehplätze gibt es natürlich deutlich mehr.

Die Wagen sind niederflurig; die Einstiegshöhe liegt bei 30 Zentimetern. Klimaanlage, Monitore zur Fahrgastinformation und Kameras für die Sicherheit sind standardmäßig mit dabei. Beim Bremsen speisen die Wagen Energie ins Fahrnetz ein. Falls die Oberleitung ausfällt, können sie mit einer Batterie ausgerüstet werden und damit zurück zum Betriebshof fahren,

Der erste Wagen, der von Montag an auf der Linie 17 fahren wird, wurde auf den Namen „Europa“ getauft. Er ist schwarz-rot-gold und verweist optisch auf die Feierwoche zu 175 Jahren Nationalversammlung in der Paulskirche, welche die Stadt rund um den 18. Mai 2023 plant.

Die übrigen Wagen werden VGF-türkis lackiert sein; im Jargon heißt der Farbton „Subaru-Vista-Blue“. Sie sollen auf der Linie 11 fahren. Die Kosten liegen bei 179 Millionen Euro, davon jeweils circa 2,5 Millionen Euro für die kurzen und circa 3,5 Millionen Euro für die langen Wagen. Die kommissarische Oberbürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) sagte, dass Frankfurt versuchen müsse, die Mobilität weg vom Auto auf Bus und Bahn zu verlagern. Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) stellte die Beschaffung neuer U-Bahn-Wagen in Aussicht.

In ihrem Geschäftsbericht 2021 verzeichnete die VGF 106 Millionen Fahrgäste; 2020 waren es knapp 120 Millionen. Der Konzernverlust betrug demnach 116 Millionen Euro (2020: 92 Millionen Euro). Risiken sieht das Unternehmen vor allem in den steigenden Strompreisen.

Auch interessant

Kommentare