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Anne Imhof, „Prior Park“ (2019).

Kunst

MMK Frankfurt erwirbt Kunstwerke von Beuys und Imhof

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Der Kulturausschuss Frankfurt genehmigt den Kauf von zahlreichen Kunstwerken für das MMK sowie von einem Ölgemälde für das Jüdische Museum.

Das Museum für Moderne (MMK) in Frankfurt kauft in diesem Jahr zahlreiche Kunstwerke renommierter Künstler und auch das Jüdische Museum kann ein Ölgemälde erwerben. Das haben die Stadtverordneten im Kulturausschuss im vertraulichen Teil der Sitzung beschlossen. Dem Vernehmen nach gibt das MMK 426 000 Euro aus – im Ankaufsetat stünden bis 2022 jedes Jahr sogar 525 000 Euro bereit.

„Die Museen sind das kulturelle Kapital unserer Gesellschaft. Umso wichtiger war der Schritt, den Ankaufsetat im städtischen Doppelhaushalt 2020/21 in Höhe von 1,1 Millionen Euro einzuführen“, erklärt Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Eine wichtige Rolle dabei spielen weiterhin auch die Spenden privater Mäzene und der Freundeskreise der Museen, denen ich für ihre Unterstützung sehr danke. Gemeinsam ist es möglich, die Sammlungen der Häuser sukzessive auszubauen, denn sie sind das Herzstück eines jeden Museums.“

Das Jüdische Museum zahlt 72 000 Euro für das Ölgemälde „Frankfurt am Main bei Nacht“ (um 1930/33) von Hanns Ludwig Katz (1892-1940). Das Gemälde, das vom Expressionismus und dem magischen Realismus geprägt ist, zeigt Fenster der Kirche St. Leonhard, den spätgotischen Rententurm und den Kaiserdom, den Main, den Turm der neugotischen Dreikönigskirche sowie die Alte Brücke – farbenfroh und hell erleuchtet. Das Museum will es in seiner Dauerausstellung zeigen. Im Besitz des Museums sind bislang vier Papierarbeiten des Künstlers, der von 1920 bis 1936 in Frankfurt lebte und arbeitete und dann nach Johannisburg auswanderte.

MMK erwirbt auch die Skulptur „Prior Park“

Das Museum für Moderne Kunst kommt in den Besitz von Kunstwerken von Joseph Beuys (1921-1986), Marcel Duchamp (1887-1968), Anne Imhof (*1978), Isaac Julien (*1960), Bruce Nauman (*1941) und Pamela Rosenkranz (*1979).

Beuys Papierarbeit „La rivoluzione siamo Noi (Die Revolution sind wir, 1972), eine Lichtpause auf Polyesterfolie, zeigt den Künstler Beuys in seiner typischen Kleidung mit Hut, Anglerweste, weißem Hemd, Jeans und Lederstiefeln, wie er auf den Betrachter zuläuft.

Bei den beiden Papierarbeiten „Nu descendant un escalier, no. 2 (Akt, eine Treppe hinabsteigend, 1937) und „Mariée“ (Die Braut, 1937) handelt es sich um zwei Hauptwerke des französischen Künstlers Marcel Duchamp. Mit futuristischen und kubistischen Stilelementen stellen die Arbeiten einen Bewegungsfortgang dar.

Von der Frankfurter Künstlerin Anne Imhof erwirbt das MMK die Skulptur „Prior Park“ (2019), einen Stuhl aus Stahl, Fiberglas, Holz, Leder und Kunstleder, der Schlaufen zum Fesseln am Arm- und Fußbereich hat. Das MMK hatte zuvor bereits einige Kunstwerke von Imhof erworben, die an der Städelschule studierte und den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig gewann.

„Frankfurt am Main bei Nacht“ (um 1930/33) von Hanns Ludwig Katz (1892-1940).

Eingang in die Sammlung des Museums findet auch die Videoarbeit „Territories“ (1984) von Issac Julien, ein experimenteller Dokumentarfilm über den Notting-Hill-Karneval in London. Das rund 25 Minuten lange Video ist in der aktuellen Ausstellung „Frank Walter – Eine Retrospektive“ im MMK zu sehen. Sie läuft bis 15. November.

Insgesamt acht Filme von Bruce Nauman kommen in den Besitz des Museums. Bei den Videos, die 1968 und 1969 entstanden, beschäftigt sich Nauman mit dem eigenen Körper, den er wiederholend die gleichen Bewegungen ausführen lässt.

Von Pamela Rosenkranz erwirbt das Museum die Installation mit Gemälden, Latexhandschuhen, Turnschuhen und Farbbechern „Sexual Power, Viagra Paintings“ (2019). Sie war bereits in der Ausstellung „Museum“ im MMK zu sehen.

Die Ankäufe wurden einstimmig von den Stadtverordneten beschlossen.

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