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Leona, Klara und Liz testen den neuen Forst. Und irgendwer versteckt sich noch hinter einem der Stämme.

Dornbusch

Mittagsschlaf im Birkenwäldchen

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Kita holt ein Stück Natur in die Einrichtung an der Raimundstraße.

Auf Bäume klettern, mit Gummistiefeln durch den Bach stapfen oder im Wald spazieren gehen: Vielen Stadtkindern fehlt es an solchen Naturerfahrungen im Alltag. Mark Lumbeck, Leiter der AWO-Kita Dornbusch, kennt das nur zu gut. Auch in seiner Einrichtung gebe es viele Kinder, die wenig Zeit im Grünen verbrächten, sagt er. Mit dem Projekt „Birkenwäldchen“ hat er jetzt ein Stück Natur in die Einrichtung an der Raimundstraße geholt.

In einem der sechs Kita-Schlafräume ragen seit gut einem Monat zehn echte Birkenstämme in die Höhe. In Kombination mit einem authentischen Kunstrasen und einem Wald auf der Fototapete an der Wand soll den Kleinkindern im Alter von zehn Monaten bis drei Jahren ein echtes Walderlebnis suggeriert werden. Selbst für vier kleine Matratzen ist Platz zwischen den Stämmen, sodass einige Kinder ihren Mittagsschlaf direkt im „Wald“ halten können.

„Wir möchten damit die Themen Umwelt und Natur in die Lebenswelt der Kinder transportieren“, erklärt Lumbeck. Es sei wichtig, Räume als Bestandteil frühkindlicher Bildung zu begreifen. Kinder könnten dort entdecken, lernen und sich selbst erfahren. Der Birkenwald biete außerdem einen guten Rückzugsort. „Auch Kleinkinder möchten manchmal alleine sein“, sagt Lumbeck. Die Baumstämme seien ideal, um sich dahinter zu verstecken. Von Anfang an hätten die Sprösslinge den neuen Forst mit Freude angenommen, berichtet die stellvertretende Leiterin der Kita, Luljeta Zejnullahu. „Die Kinder füllen den Wald mit ihrer Fantasie und denken sich ihre eigenen Spiele aus“, so die Pädagogin.

Finanzielle Unterstützung bekam die Kita von der Gerhild und Clemens Börsig Stiftung sowie der Willy Robert Pitzer Stiftung. „Man sieht, dass in diesem Projekt Herzblut steckt“, sagt Helmut Häuser von der Pitzer Stiftung, die mit 3600 Euro den Großteil der Kosten für die Installation getragen hat. Zwar verfüge die Kita über ein eigenes Einrichtungsbudget, solche Besonderheiten könnten damit jedoch nicht realisiert werden, sagt Lumbeck.

Gemeinsam mit seinem Team arbeite er konstant daran, das Potenzial der 2014 in Betrieb gegangenen Kita in der Raimundstraße voll auszunutzen. Eine Dschungelwelt etwa ist bereits in einem anderen Zimmer entstanden. Oberstes Ziel bei der Gestaltung sei stets, die Bedürfnisse der Kinder in den Vordergrund zu stellen, sagt der Leiter.

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