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Mit Tanz und Schokolade Weihnachten feiern

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Der „Heilige Nikolaus“ spricht im Café Hauptwache vor.
Der „Heilige Nikolaus“ spricht im Café Hauptwache vor. © Monika Müller

Die Initiative Frankfurt for Ukraine beschenkt und feiert mit 150 geflüchteten Kindern Weihnachten im Café Hauptwache.

Der erste Stock des Café Hauptwache ist festlich hergerichtet. Ein Weihnachtsbaum steht vorne in der Ecke, eine ukrainische und eine deutsche Fahne sind aufgehängt worden und an der Theke steht heißer Kinderpunsch bereit. Am Freitagvormittag sind gerade 40 ukrainische Kinder bis acht Jahre von ihren Stühlen aufgestanden und tanzen mit Zarina Ibragimova begeistert zu englischer Popmusik. Natalie Pokhylko moderiert die Weihnachtsfeier, die die Hilfsinitiative „Frankfurt for Ukraine“ organisiert. Für die wartenden Eltern gibt es vor der Tür Glühwein.

„Wir sind dem Café Hauptwache sehr dankbar für die Unterstützung“, sagt Jumas Medoff, Vorsitzender der Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung (KAV) und Mitgründer der Initiative. Im Februar und März lagerten im ersten Stock noch die ersten Spenden, die für die Ukraine gesammelt wurden, mittlerweile hat die Initiative ihren Sitz in der Fritz-Tarnow-Straße 27. „Wir haben ganz viel Kleidung, Schokolade und Spielsachen für die Kinder gespendet bekommen“, berichtet Medoff. Die haben Helferinnen und Helfer sortiert und Papiertüten gepackt. Insgesamt wird drei Mal am Freitag gefeiert, aufgeteilt nach Altersgruppen.

Mittendrin ist Anatolii Volynskii, der als Heiliger Nikolaus im roten Gewand den Kindern einen Schokonikolaus schenkt. „Das war schon sehr emotional und es war berührend, wie sehr sich die Kinder freuen“, sagt Volynskii, der ebenfalls vor dem Krieg geflohen ist. Er hat bereits Weihnachten gefeiert. Immer mehr Ukrainerinnen und Ukrainer würden mittlerweile am 24. Dezember feiern und nicht mehr am 6. Januar, um sich von der russisch-orthodoxen Kirche abzugrenzen. Während man wie in Russland von „Väterchen Frost“ zu Silvester beschenkt wird, ist es nun der Heilige Nikolaus, der den Kindern eine Freude macht.

Kateryna Lodovych ist mit ihren zwei Töchtern gekommen und hat „mehr geweint“ als die Kinder. Sie sei sehr dankbar, dass so etwas für ihre Kinder organisiert wurde. Sie wohnt mit ihrer Familie in einem Hotel. „Wir haben kürzlich einen Weihnachtsbaum in unser Zimmer reingequetscht“, berichtet sie schmunzelnd. Es sei aber schwierig gewesen, noch einen Tannenbaum zu finden, weil sie nicht wussten, dass er in Deutschland vor dem 24. Dezember verkauft wird.

Arkadi Strimlin ist mit seiner Frau und den zwei Töchtern gekommen. „Sie müssen die ukrainische Kultur miterleben“, findet der 40-Jährige,. Er kam mit 14 aus der Ukraine nach Deutschland und organisiert seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs Hilfen für sein Heimatland. Zwar hätten seine Töchter nicht so viel verstanden, aber in dem Alter könnten sie die Sprache sehr gut aufsaugen.

Und Nikolaus und Schokolade – das versteht sowieso jedes Kind.

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