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Erika Mader hat den Blick fürs Detail.
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Erika Mader hat den Blick fürs Detail.

Corona

Mit Lego gegen die Pandemie in Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Homestory geht weiter: In Rödelheim baut ein Geschwisterpaar das Impfzentrum in der Festhalle nach. Das Bauwerk ist erstaunlich wandlungsfähig.

Erika Mader hat ein Bügelzimmer. Darin hält sie sich verblüffend häufig auf, wenn man eines bedenkt: „Ich bügele nicht so gern“, sagt sie. Ihre Leidenschaft gilt vielmehr dem Bauen – mit Lego. Aber das muss FR-Leserinnen und -Lesern nicht mehr erklärt werden. Sie kennen Erika Mader und ihren Bruder Karl Knaup schließlich schon seit einem Jahr.

Damals tauchten die beiden in unserer Serie „Corona-Homestory“ auf, weil sie gerade die Paulskirche konstruierten. Im Bügelzimmer. Wo sonst. Später standen sie noch einmal in der Rundschau, als sie die Paulskirche wieder abrissen und – mit Hilfe der Großnichten Laura und Leni – die Teile zählten. 22 636 Stück. Das zeigt: Es handelt sich eher um Großprojekte, die seit zwölf Jahren im Hause Mader in Rödelheim verwirklicht werden.

Aktuell wächst dort die Festhalle in die Höhe. Den Plan dafür hatten die Geschwister schon im vorigen Jahr gefasst – „und dann erfahren wir, dass da das Impfzentrum reinkommt“, sagt die 72-jährige Erika Mader. „Es ist nicht zu fassen!“

Also zogen sie zunächst die Grundmauern der Festhalle, hoch, auch die Türme mit den Erdkugeln drauf, und hinein ins Innere bauten sie – aber was ist denn das? Das sind doch Pferde. Seit wann werden Pferde gegen Corona geimpft? „Pardon“, sagt die Lego-Architektin, „für mich bedeutet Festhalle eben Reitturnier und Pferde.“ Sie lacht. Und hat den Reitparcours im Handumdrehen durch die abnehmbare Südfassade herausgezogen. „Das Impfzentrum befindet sich gerade im Schlafzimmer“, sagt sie, verschwindet kurz und kommt zurück mit dem so gut wie originalgetreuen Nachbau des Immunisierungsgeschehens in der Frankfurter „Gut Stubb“.

Karl Knaup – „Karli“, wie ihn seine Schwester nennt – ist heute verhindert. Erika Mader schildert um so intensiver, wie sie in der Festhalle die Verhältnisse recherchierte. Gelegenheit brachte Teil eins ihrer eigenen Corona-Impfung. „No photos, no photos!“, habe es da geheißen. Aber schon möglich, dass sich doch der eine oder andere Kameraschuss („aus der Hüfte“) löste, natürlich ohne Menschen drauf, nur für den Bauplan. Es gebe nur sehr wenige brauchbare Fotos von der Festhalle im Internet, wundert sich die gelernte Buchhändlerin, die von sich selbst sagt: „Ich bin hauptberuflich Spielerin.“ Deshalb kämen die Großnichten und -neffen auch so gern vorbei.

Nun gibt es in der schon recht weit gediehenen Festhalle also Impf-Abteile aus Lego, Rollstühle aus Lego, sogar Spritzen aus Lego: grüne für Biontech, blaue für Astrazeneca. Die sind neu. „Früher gab es nur welche für Chirurgen.“ Also für Chirurgen aus Lego. Ein Skelett ist auch unter den Figuren. Wohl zu spät gekommen. Wer noch lebt, hat eine Maske auf. Die Masken (und die Pferde) haben die Großnichten gemacht.

Ringsum im Bügelzimmer: Kisten mit Legosteinen und Aberlegosteinen. Einhunderttausend seien es etwa, sagt Erika Mader. Für jedes Projekt kämen wieder spezielle neue hinzu. Hauptbahnhof. Messeturm. Alles ohne Bauplan. „Für mich war es immer wichtig, dass ich Probleme lösen kann“, sagt sie. „Ich bin meistens schon bei Plan D, wenn andere noch gar keinen Plan A haben.“

Plan E ist eine Eislaufbahn für die Festhalle, so etwas wie Holiday on Ice. „Aber dann ist auch mal wieder gut mit Lego“, sagt Erika Mader. Nach monatelangem Bauen soll ab Mai endlich Gartensaison sein. Nächstes Jahr kommt dann wieder ein Frankfurter Gebäude an die Reihe. Welches? Mader: „Die FR-Gemeinde kann ja gern Vorschläge machen.“

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