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Mit drei Stopps von Frankfurt nach Berlin

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Gewusst wo: Ladestationen für E-Autos sind das A und O. Imago
Gewusst wo: Ladestationen für E-Autos sind das A und O. Imago © imago images/Rolf Poss

In der Region steigen Menschen auf Elektroautos um und sparen dabei Geld.

Einhundert Kilometer Autofahren für nur etwa sechs Euro: Diese Vorstellung könnte angesichts rekordverdächtiger Spritpreise so manchen Autofahrer:innen die Tränen in die Augen treiben. Für Menschen wie Manuel Bernardy sind solche Summen aber realistisch. Vor etwa einem Jahr ist der Frankfurter auf ein Elektroauto umgestiegen. Von Anfang an habe sich das im Geldbeutel bemerkbar gemacht: „Eigentlich hatte ich mir das E-Auto gekauft, weil mir Nachhaltigkeit und Klimaschutz am Herzen liegen. Dass ich dadurch Kostenvorteile nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei den Steuern und beim Laden haben werde, wurde mir erst klar, als ich das Auto schon hatte.“ Seinen alten Diesel war Bernardy bereits vor mehreren Jahren losgeworden, als Fahrverbote und Umweltzonen das Fahren Stück für Stück eingeschränkt haben. Nach einiger Zeit ohne eigenen Wagen sollte es dann ein Elektroauto sein: „Ich hatte E-Autos immer mal wieder als Mietwagen genutzt, um auszuprobieren, wie nervig das ständige Laden ist.“, erzählt er. Optimal seien die Ladegeschwindigkeit und die Nachhaltigkeit der Akkus seiner Ansicht nach noch nicht. „Das ist aber kein Grund, weiter einen Verbrenner zu fahren.“

Dass das immer mehr Menschen so sehen, macht sich Bernardy zufolge mittlerweile an den Frankfurter Ladesäulen bemerkbar. Weil er zur Miete wohnt und keinen eigenen Parkplatz hat, lädt er seinen BMW i3 ausschließlich an öffentlichen Ladesäulen. „Ich kann in einer App nachschauen, ob die Säule gerade frei ist. Und da merke ich schon, dass ich immer häufiger nicht genau dann laden kann, wann ich will, weil die Plätze in meiner Umgebung merklich öfter belegt sind.“ Die Ladeinfrastruktur in Frankfurt könne man nicht gerade als üppig bezeichnen. Als Ursache hat er die städtische Bürokratie im Verdacht: „Als ich mein Auto im Juni 2020 bestellt habe, habe ich direkt eine öffentliche Ladesäule bei mir vor der Haustür beantragt. Eineinhalb Jahre später war immer noch nichts passiert. Erst im Januar 2022 habe ich die Info bekommen, dass die Stadt die Ladesäule genehmigt hat.“ Gebaut sei sie aber immer noch nicht. „Für mich ist das ein Unding: Es sind ökologisch ausgerichtete Parteien an der Regierung beteiligt. Ich verstehe nicht, warum die Stadt da so vieles verschleppt.“ Er sei froh, dass er das Laden seines Autos in seinen Alltag einbauen könne. Viele Supermärkte, Fitnessstudios und andere Einrichtungen stellen mittlerweile Ladesäulen zur Verfügung. „Ich fahre zum Beispiel zum Sport und wenn ich fertig bin, ist das Auto geladen“, erzählt er.

Auch längere Strecken seien mit dem Elektroauto mittlerweile kein Problem mehr: „Mein Auto hat eine Reichweite von 360 Kilometern, auf der Autobahn natürlich etwas weniger. Auf langen Fahrten mache ich etwa alle eineinhalb Stunden eine Viertelstunde Pause und lade nach. So komme ich entspannt mit drei Stopps von Frankfurt nach Berlin.“

Zu Hause laden

So weite Strecken fährt Heike Stanarius mit ihrem E-Auto in der Regel nicht: „Ich nutze das Auto hauptsächlich, um damit zur Arbeit zu fahren.“ Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie in Rödermark. Seit Oktober letzten Jahres fährt sie ihr erstes Elektroauto, einen Peugeot E208: „Ich fand das schon immer interessant, aber die Technik war mir lange Zeit noch nicht ausgereift genug. Als ich jetzt ohnehin ein neues Auto gebraucht habe, habe ich mich dann nach einer Testfahrt für ein E-Auto entschieden.“ Überzeugt haben sie neben dem Fahrgefühl in erster Linie die niedrigen Kosten. Zum Auto kamen für das Ehepaar noch die Kosten für die heimische Ladestation, die sogenannten Wallbox, hinzu: „Wir wollten unbedingt zu Hause laden. Bei uns auf dem platten Land gibt es kaum öffentliche Ladestationen“, berichtet sie. Etwa 2000 Euro musste das Ehepaar für die Wallbox auf den Tisch legen. Vom Staat haben sie 900 Euro Förderung bekommen, sodass die Kosten überschaubar geblieben seien. „Zu Hause lädt man mit der niedrigeren elektrischen Leistung zwar etwas langsamer als an öffentlichen Ladestationen, dafür ist der Strom aber meistens noch günstiger“, sagt Stanarius. Nicht erst mit Blick auf die aktuellen Benzinpreise ist sie überzeugt, auch auf dem Land mit dem Umstieg Elektro-Mobilität die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

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