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Stadträtin Heilig (r.) und Eintracht-Vorstand Hellmann mit Utensilien zum Müllsammeln.

„Cleanup Frankfurt“

Gemeinsam mit Eintracht Frankfurt gegen den Saustall in der Stadt

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Zum „Cleanup Day“ im September sollen die Frankfurter ihre Stadt aufräumen – und ihr liebster Fußballverein gehört zum Team.

Frankfurt - Stell dir vor, du machst die Stadt sauber – und Eintracht-Legende Charly Körbel geht mit gutem Beispiel voran. Genau so wird es kommen: am 18. und 19. September. Dann ist „Frankfurt Cleanup“, was ungefähr so viel bedeutet wie: Frankfurter Großreinemachen. Und Eintracht Frankfurt macht mit.

„Cleanup“ - Tag in Frankfurt: Ach die Eintracht macht mit

„Wir wollen alle nicht, dass diese Stadt zum Saustall wird“, sagt Eintracht-Vorstand Axel Hellmann am Donnerstag im Palmengarten. Da ruft er gemeinsam mit Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) alle auf, die Ärmel hochzukrempeln. Die Eintracht-Fans sollten sich für ein abfallfreies Frankfurt einsetzen, regt Hellmann an. „Es lässt ja auch keiner zu Hause einfach seinen Müllhaufen liegen“, sagt er.

SAUBERMACHEN

Am 18. und 19. September sind alle Frankfurter zum „Frankfurt Cleanup“ aufgerufen. Anmeldung bis zum 6. September, 23 Uhr: entweder im Internet unter www.cleanup.fes-frankfurt.de sowie www.ffmcleanup.de. Oder persönlich im FES-Servicecenter in der Innenstadt, Liebfrauenberg 52-54 (montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr). Oder per E-Mail an frankfurt-cleanup@stadt-frankfurt.de oder auch services@fes-frankfurt.de. Bitte Name, Adresse, E-Mail und Telefonnummer angeben.

Die Müllbeutel, Handschuhe und Müllzangen für die Helfer gibt es beim FES-Servicecenter in der Innenstadt, bei den FES-Wertstoffhöfen sowie bei der Stabstelle Sauberes Frankfurt (Braubachstraße 30-32).

Alle weiteren Informationen zum Frankfurt Cleanup: unter der Adresse www.cleanup.fes-frankfurt.de oder telefonisch beim FES-Servicetelefon unter der Nummer 0800/2008007-0 (dort keine Anmeldung).

Corona-Pandemie sorgt für mehr Müll in Frankfurt

Corona verschärfe die Lage, schildert Heilig: „Wir sammeln doppelt so viel Müll ein und haben schon eine halbe Million Euro mehr ausgegeben für die Beseitigung.“ Viel mehr To-go-Packungen türmten sich in der Stadt, berichtet Benjamin Scheffler, der Geschäftsführer des Müllentsorgers FES: etwa Pizzakartons, die im Nu die Abfallbehälter verstopften und dann lose herumflögen.

„Beliebte Plätze wie das Mainufer sind stark betroffen“, sagt Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Es gebe Glasbruch wie noch nie, massenweise Zigarettenstummel an Parkbänken – beides extrem umweltschädlich, obendrein große Gefahrenquellen für Tiere und Auslöser von Waldbränden. „Der beste Müll ist der, der nicht entsteht“, sagt Gabriel, „und wenn doch, dann bitte korrekt entsorgen.“

Eintracht hilft beim „Frankfurt Cleanup“ - Fans sollen ermutigt werden

Das will Axel Hellmann auch den Eintracht-Fans ans Herz legen, die auf dem Weg ins Stadion oft allzu sorglos mit dem Stadtwald umgehen und viel Müll zurücklassen. Am Cleanup Day wird das keine Rolle spielen – da steht zwar die erste Bundesligapartie der Saison gegen Arminia Bielefeld an, aber wegen Corona ohne Publikum, wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Dennoch: „Wir erreichen 500 000 Menschen in unserer Region“, sagt Hellmann, „wenn davon jeder Fünfte mitmacht, ist schon sehr viel gewonnen.“

Die Eintracht selbst will beispielsweise im Stadion auf Mehrweggeschirr setzen und „nicht in die Steinzeit zurückfallen“, wie Hellmann sagt, auch wenn die Pandemie das nicht gerade leicht mache. „Unsere Stadionbesucher sollen merken: Das ist ihr Ort, den lohnt es sauberzuhalten.“

So viele Mülltonnen und doch immer noch so viel wilder Müll in der Stadt.

Stadträtin Heilig, seit vielen Jahren selbst Eintracht-Mitglied, sieht eine „granatenhafte Identifikation“ der Stadt mit diesem Klub und spricht da schon fast wie Vereinspräsident Peter Fischer – der übrigens auch schon längst Videobotschafter der Frankfurter Sauberkeitskampagne ist.

Anmeldung für „Frankfurt Cleanup“ wird wegen Corona empfohlen

Angemeldet seien bislang etwa 500 Leute in 35 Gruppen aus den Stadtteilen und weitere 50, die sich zentral bei der FES registriert hätten. Im vorigen Jahr waren rund 1000 Menschen dabei und sammelten laut Scheffler vier Tonnen Müll ein. Muss man sich anmelden? „Am liebsten ja“, sagt Heilig, wegen der Corona-Bestimmungen. Wer spontan kommt (Information: siehe nebenstehende Box), darf natürlich auch mitmachen, muss sich aber vor Ort registrieren und Wartezeit in Kauf nehmen.

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