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Anna Ryberg zappt sich durchs Fernsehprogramm - wenn sie das in der Oper Frankfurt macht ist das ziemlich lustig.
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Anna Ryberg zappt sich durchs Fernsehprogramm - wenn sie das in der Oper Frankfurt macht ist das ziemlich lustig.

Oper Frankfurt

Mit Chips und Bier in der Oper Frankfurt

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Die Frankfurter Sängerin Anna Ryberg schaut fern – und ihr dabei zuzusehen, ist höchst vergnüglich

Seit inzwischen einem Jahr versuchen sich die Kultureinrichtungen allerorten an Alternativen zum klassischen Programm vor Publikum. Das war zu Anfang nicht unbedingt perfekt. Die Bilder ruckelten, die Tonqualität war nicht besonders, und gelegentlich wurden nur alte Stücke recycelt. Aber gleichzeitig war das ein Zeichen: Schaut mal, was wir eigentlich bieten könnten. Die Kultur ist noch da!

Inzwischen ist das Angebot gewachsen, wird immer besser und vielfältiger, macht sogar dem Fernsehen Konkurrenz. Die Oper Frankfurt beispielsweise streamt jeden Freitagabend Musik und gibt sich sichtlich Mühe, auf diese Weise das Ensemble vorzustellen.

Wie gut das mittlerweile umgesetzt wird, zeigt beispielsweise „Oper to go“ der Sängerin Anna Ryberg: In Frankfurt hat ihre Reihe schon so etwas wie Kultstatus. Bisher 19 Programme, bei denen etwa Mozarts „Così fan tutte“ in einer Pizzeria mit frechen Kellnern spielte, waren in den vergangenen Jahren stets lange vor den vergnüglichen Abenden ausverkauft. Seit einem Jahr musste man auch auf Rybergs originelles Klassikprogramm verzichten.

Nun ist die Reihe, die Ryberg hauptsächlich für musikalische Einsteiger:innen konzipiert hat, zurück. Zwar aus aktuellem Anlass nicht vor Publikum, das ist ja weiterhin untersagt, aber dafür auch ohne Kartenprobleme. Von Freitag, 26. Februar, an ist Rybergs auch diesmal wieder ganz besonders komisches Programm erstmals online zu sehen.

Möglich machen das die Stadt Eschborn, die „Oper to go“ als Teil des Kinder- und Jugendprogramms der Oper Frankfurt schon seit vielen Jahren unterstützt, und American Express. Das Unternehmen fördert das Haus seit 2017/2018 und trägt seit Beginn der Pandemie wesentlich dazu bei, dass die Oper ein Onlineprogramm streamen kann.

Ein Vorteil von Oper im Internet: Im Zuschauersaal würde man wohl sehr schief angesehen, wenn man zu lachen wagte (stilles Weinen wird angesichts des schweren Stoffs gerade noch so toleriert). Was aber normalerweise gar nicht geht: mit einer Chipstüte zu rascheln, Bier zu trinken oder zu den Arien Süßigkeiten zu mampfen.

Das macht man eben doch besser auf der heimischen Couch, wenn man sich durch das Abendprogramm im Fernsehen zappt, von der „Tagesschau“ über den „Tatort“ bis zur Privatfernsehshow „Let’s dance“.

Bei „Oper to go“ ist Lachen ausdrücklich erwünscht, und jeder noch so ernste Stoff bietet dazu reichlich Gelegenheit, wenn ihn die Mezzosopranistin Zanda Švede und der Tenor Brian Michael Moore gegen den Strich bürsten. Dazu spielt Lukas Rommelspacher Klavier, mehr braucht es gar nicht.

Anna Ryberg liegt tatsächlich mit Häschenpantoffeln und riesiger Fernbedienung auf dem Sofa und kommentiert das TV-Programm. Das hat bei all der verrückten Fülle – „Stellen Sie sich mal vor, in der Woche gibt es mehr als 400 Stunden Kochsendungen“, meint sie lachend – doch so etwas wie eine witzige Klassiksendung nicht zu bieten. Also, Hessen-Fernsehen, anrufen!

Sie habe den Abend schon so inszeniert, dass auch echtes Publikum wieder hätte dabei sein können. „Wir hatten die Hoffnung, dass es vielleicht klappen würde“, sagt Ryberg. Und eigentlich habe sie auch Lampenfieber gehabt, trotz des Wissens, dass man ja jede Szene zumindest theoretisch beliebig oft wiederholen könnte. Aber dann ginge doch die Spontaneität verloren, und davon lebt so ein Abend ja.

„Oper to go – Süßkram“ ist von Freitag, 19.30 Uhr, an auf der Homepage der Oper Frankfurt und bei Youtube zu sehen: www.oper-frankfurt.de.

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