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Pförtnerampeln sollen Autofahrer auch zum Umsteigen auf das Rad oder den öffentlichen Nahverkehr ermuntern.

Frankfurt

Ministerin Hinz fordert Pförtnerampeln für Frankfurt

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Die Stadt soll ihr Konzept gegen Fahrverbote nachbessern. Ein breites Bündnis warnt vor drohenden Folgen für die Wirtschaft in der Region.

Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) ist skeptisch, ob die neuen Vorschläge der Stadt ausreichen, um ein Fahrverbot für ältere Dieselautos abzuwenden. „Es sieht kritisch aus für Frankfurt“, sagte Hinz der Frankfurter Rundschau auf Anfrage. Der Stickstoffdioxid-Grenzwert werde immer noch an einigen Stellen deutlich überschritten.

Hinz kündigte an: „Wir werden die Stadt erneut auffordern, die Einrichtung von Pförtnerampeln anzupacken.“ Diese eigneten sich, den Verkehr zu drosseln und damit die Luftbelastung zu senken. „Auch wollen wir, dass die Einrichtung zusätzlicher Busspuren mit einem verbindlichen Zeitplan hinterlegt wird“, sagte die Ministerin. Sämtliche Maßnahmen werde das Land dann dem Verwaltungsgericht Kassel vorlegen, das Mitte Dezember eine Entscheidung fällen werde.

Am Mittwoch hatte Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) einen Brief an Hinz geschickt, in dem er auflistete, wie er die Luftqualität verbessern will. Der darin beschriebene Ausbau der Radwege gehe zwar in die richtige Richtung, urteilte die Ministerin. „Weitreichende Verkehrsregulierungen fehlen jedoch weiterhin.“

Die Dringlichkeit des Themas zeigt ein offener Brief an die Mitglieder des Magistrats, mit dem sich am Freitag ein ungewöhnliches Bündnis in die Debatte einschaltete. Unterzeichnet haben ihn nicht alleine Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Hochschulen, sondern auch der ADAC und der alternative Automobilclub VCD. Mit der Wirtschaft in Stadt und Region ginge auch ein Wachstum an Arbeitsplätzen, Bevölkerung, Pendlern, Studenten und Touristen einher, heißt es in dem Appell. „Dieses Wachstum, ein sich veränderndes Mobilitätsverhalten und neue Mobilitätsangebote machen die Frage dringlich, welche Antworten die Stadt Frankfurt als Herz der Region auf den wachsenden Verkehr hat.“ Die Prosperität der Metropole lebe von der Erreichbarkeit. Die Absender fordern einen „gesellschaftlichen Diskurs zu Verkehr und Mobilität“, das jüngst verabschiedete „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ müsse um diesen Schwerpunkt ergänzt werden. Es gelte, die Belange aller Beteiligten einzubeziehen.

Die geplante reine Fortschreibung des Gesamtverkehrsplans um den Teil öffentlicher Personennahverkehr lange nicht. „Es geht nicht allein um die Frage, welche Straßen- und Schienenprojekte realisiert werden sollen, sondern um bessere Lösungen für die verschiedenen Anforderungen an den Verkehr in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.“

Die Ampeln

werden Ampeln an der Stadtgrenze bezeichnet, bei denen die Signalzeiten so verändert werden, dass für in die Stadt hineinfahrende Autos kürzere Grünzeiten gelten. Dadurch fließt weniger Verkehr am Stück in die Stadt hinein Derzeit haben die Ampeln der Zubringerstraßen nach Frankfurt im Berufsverkehr morgens und abends eine Umlaufzeit von 90 Sekunden. Die Länge der Grünphase richte sich nach der Leistungsfähigkeit des schwächsten Knotenpunkts an der Strecke, erklärte Gert Stahnke, der Leiter des städtischen Straßenverkehrsamts Bei Pförtnerampeln hingegen würden die Signalzeiten entsprechend angepasst. Neue Ampeln müssten nicht errichtet werden. (fle)

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