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Begrünter Innenhof bei Minecraft.
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Begrünter Innenhof bei Minecraft.

Bildung

Minecraft im Schulunterricht

Das muss beachtet werden, wenn das Computerspiel sinnvoll eingesetzt werden soll.

Im Geschichtsunterricht auf Zeitreise ins alte Ägypten gehen und den Aufbau einer Pyramide hautnah mitgestalten oder den Schauplatz der Deutschlektüre nachbauen und in die Welt der Hauptfiguren eintauchen: Das kann möglich sein, wenn Lehrkräfte das Computerspiel Minecraft im Schulunterricht verwenden.

Seit 2016 gibt es das Spiel, in dem man auf einer digitalen Spielfläche unter anderem Gebäude baut, auch in einer speziellen Version für Bildungseinrichtungen. Mit Minecraft Education kann laut des Microsoft Bildungskanals „über unterrichtsbezogene Rollenspiele, Bauaufträge und Aufgaben die digitale Lebenswelt der Schüler aufgegriffen und für den Unterricht nutzbar gemacht werden“. Der Hersteller bietet vorgefertigte Lernwelten für Schulfächer wie Mathematik, Geschichte oder Sprachen an, stellt aber auch fächerübergreifende Vorlagen zu Themen wie soziale Gerechtigkeit oder Medienkompetenz zur Verfügung. Wichtige Voraussetzung für einen pädagogisch sinnvollen Einsatz des Computerspiels ist laut Michael Mosel, Leiter des Medienzentrums der Universitätsbibliothek Marburg, ein Grundverständnis für das Spiel vonseiten der Lehrkräfte. Während viele Schüler:innen bereits aufgrund privater Erfahrungen mit dem Spielkonzept und der Steuerung vertraut seien, wären es meist die Lehrkräfte, die ihr Kompetenzportfolio erst noch erweitern müssten.

Lehrkraft kann eingreifen

Der sogenannte Classroom Mode ist, im Gegensatz zum regulären Spiel für Privatnutzer, ein in sich geschlossenes System, kann also nicht von externen Spieler:innen betreten werden. Außerdem ist die Version mit integrierten Steuerungsmöglichkeiten für die Lehrkräfte ausgestattet, wie beispielsweise einer Deaktivierung der Chatfunktion oder der Möglichkeit, das Spiel zu unterbrechen. So soll bei der Verwendung im Schulunterricht eine sichere Lernumgebung gewährleistet sein.

Dennoch sollte vonseiten der Lehrkräfte und Eltern bei einem Einsatz von Computerspielen aller Art darauf geachtet werden, auch Raum für eine „aktive Medienerziehung“ zu schaffen, betont Mosel. „Indem Eltern und Lehrkräfte Medieninhalte kommentieren, gemeinsam mit den Kindern kritisch diskutieren, einordnen, bewerten und durch zusätzliche Informationen oder Tätigkeiten ergänzen, fördern sie eine kritische Reflexion der Medien.“

Denn auch im Umgang mit einem Computerspiel wie Minecraft, das sich prinzipiell sehr gut zur pädagogischen Arbeit eignet, können Probleme entstehen. Vor allem, wenn die Kinder das Spiel auch privat nutzen, ist eine Aufklärung über mögliche Gefahren wichtig.

Bei der Onlineversion des Spieles können Spieler:innen einem weltweitem Server beitreten. Hier könnten laut Mosel dann Aspekte wie Cybermobbing, Betrug oder das Ausgeben von realem Geld in der virtuellen Welt zum Problem werden. Um diesen Problemen vorzubeugen, sollten Kinder dazu befähigt werden, „sich autonom mit problematischen Aspekten der Mediennutzung auseinanderzusetzen“. Der Medienwissenschaftler betont, dass neben der richtigen Aufklärung in Sachen Medienkompetenz auch Rahmenbedingungen, etwa definierte Lernziele und eine geeignete Lernumgebung, für die sinnvolle Nutzung von Minecraft im Unterricht vorhanden sein müssen. Nur so könnten Bildungspotenziale wie Kreativität und Vorstellungskraft, Problemlösungskompetenz und Entscheidungsfreude voll ausgeschöpft werden.

Auch Josef Bogatzki, Mitorganisator und Jurymitglied beim Minecraft-Wettbewerb Frankfurt_2099 und selbst Lehramtsstudent für Deutsch, Musik und Mathe, glaubt, dass Aufklärung beim Einsatz von Minecraft im Unterricht das Wichtigste ist, um besonders Zweifel aufseiten der Eltern abzubauen und zudem einen verantwortungsbewussten Umgang aufseiten der Schüler:innen zu ermöglichen.

Er selbst habe das Spiel schon im Unterricht eingesetzt und möchte es auch in Zukunft wieder mit einbinden, wenn es sich thematisch anbietet. Das Spiel solle dabei den Unterricht selbstverständlich nicht übernehmen, sondern könne vielmehr gezielt für Projektarbeiten eingesetzt werden und ein sehr gutes Unterrichtstool sein, um die intrinsische Motivation der Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Spielerisch im Team arbeiten

Immer wieder ist der angehende Lehrer fasziniert davon, wie spielerisch einfach Kinder es schaffen, an einem gemeinsamen Minecraft-Projekt problemlösungsorientiert und im Team zu arbeiten. „Die gehen mit einer Präzision vor, wo wir Erwachsene echt viel von abschauen können“, zeigt er sich überzeugt.

Bogatzki rät Lehrkräften, sich beim Umgang mit Minecraft immer Expert:innen zu holen, so wie sie es auch für andere Bereiche machen würden. Vor allem könnten auch die Schülerinnen und Schüler selbst als Profis fungieren, und man könne gemeinsam mit ihnen Unterrichtseinheiten entwerfen. Das könnte dann zusätzlich auch dem Klima im Klassenraum sehr zuträglich sein. (Anna Laura Müller)

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