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Pascal Fries wird sich künftig mehr mit den Hirnfunktionen Gedächtnis und Aufmerksamkeit beschäftigen.
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Pascal Fries wird sich künftig mehr mit den Hirnfunktionen Gedächtnis und Aufmerksamkeit beschäftigen.

Ernst Strüngmann Institut

Millionen fürs Hirn

Das Land Hessen fördert das Ernst Strüngmann Institut. Wissenschaftler erforschen auf dem Campus des Universitätsklinikums in Frankfurt-Niederrad Gedächtnis und Aufmerksamkeit.

Von Astrid Ludwig

Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann ist sich sicher: „Die öffentliche Hand hätte eine solche Initiative nicht schultern können.“ Es sei den Brüdern Andreas und Thomas Strüngmann zu verdanken, dass in Frankfurt-Niederrad auf dem Campus des Universitätsklinikums nun ein Institut der neurobiologischen Grundlagenforschung von internationalem Niveau entstehen könne. „Eine Forschungseinrichtung, deren Struktur in Deutschland ohne Vorbild ist“, ergänzt der renommierte Frankfurter Hirnforscher Professor Wolf Singer, zugleich Mitbegründer des neuen Ernst Strüngmann Instituts.

Ausbau auf 150 Mitarbeiter

200 Millionen Euro haben die Strüngmann-Brüder, Gründer des Pharma-Unternehmens Hexal, als Stiftung in das 2008 gegründete Ernst Strüngmann Institut (ESI) eingebracht. 30 Millionen Euro gibt nun die Landesregierung dazu, damit auf dem Campus Niederrad ein entsprechendes Institutsgebäude entstehen kann. Am Mittwoch überreichte Ministerin Kühne-Hörmann den Bewilligungsbescheid für die Millionen-Förderung Wiesbadens.

Das ESI besteht derzeit aus 40 Wissenschaftlern, es soll auf über 150 Mitarbeiter ausgebaut werden. Die Forscher ziehen in das Gebäude ein, das bisher vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung genutzt wird. Die Hirnforscher werden noch in diesem Jahr schrittweise in einen Neubau auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität umziehen. Das ESI, sagt Singer, versteht sich als Nachfolge-Institut in Niederrad und werde die Arbeit der Forscher auf dem Riedberg ergänzen.

Das ESI betreibt ebenfalls in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut Grundlagenforschung. Die Zusammenarbeit mit der weltweit renommierten Gesellschaft sei wichtig, so Andreas Sprüngmann, um „ein Institut von internationalem Format schaffen zu können“. Die Strukturen des ESI, so sein Direktor Professor Pascal Fries, werden daher wie bei Max-Planck-Instituten aus Forschungsabteilungen und Nachwuchsgruppen bestehen.

Beginn für Um- oder auch Neubauarbeiten am Strüngmann Institut in Niederrad wird im nächsten Jahr sein. Derzeit laufen noch die Planungen für neue Labore, Werkstätten und Büroräume. Inhaltlich werden sich die Wissenschaftler laut Fries vor allem auf die „höheren Hirnfunktionen“ wie Gedächtnis und Aufmerksamkeit fokussieren. Die Neuroforschung der vergangenen Jahrzehnte habe sehr gut die Funktionsweise einzelner Neuronen, also Nervenzellen, verständlich gemacht.

Die Forscher des ESI wollen aber das Zusammenspiel und die Dynamik von Milliarden von Neuronen verstehen. Professor Singer wird künftig zwischen Niederrad und dem Riedberg pendeln: Als Gründungsdirektor wird er am ESI mitarbeiten, als emeritierter Professor am Institut für Hirnforschung. Das ESI ist auch Partner des Loewe-Exzellenz-Schwerpunkts „Neuronale Koordination Forschungsschwerpunkt Frankfurt“, der sich unter Leitung der Goethe-Uni mit Erkrankungen des Hirns wie Alzheimer oder Parkinson beschäftigt.

Das Strüngmann Institut ist eines von vier außeruniversitären Einrichtungen in Frankfurt, Darmstadt und Hanau, die vom Land Hessen bis 2015 mit insgesamt 141 Millionen Euro gefördert werden.

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