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Vor dem Besuch in Seniorenheimen müssen sich die Besucher:innen testen lassen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Vor dem Besuch in Seniorenheimen müssen sich die Besucher:innen testen lassen.

Frankfurt

Militär unterstützt Frankfurter Altenwohnheime

Für Schnelltests fehlt das Personal. Umstritten ist, wer die Kosten für die Schnelltests trägt.

Nun also sollen es Soldat:innen richten. Bundeswehrkräfte sollen dabei helfen, zweimal wöchentlich das Personal in Frankfurter Altenheimen zu testen, um dessen betagte Bewohner:innen besser zu schützen. Diese Verpflichtung erlegt das Land Hessen neuerdings allen Heimbetreiber:innen auf. Infektionsausbrüche in den Senior:innenunterkünften, die während der vergangenen Wochen und Monate in kaum einem anderen Bundesland so viele Todesopfer gefordert haben wie in Hessen, sollen verhindert werden.

Vielen Heimen fehlt allerdings das Personal für regelmäßige Schnelltests. Das Haus von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) erfragte den Unterstützungsbedarf in den 46 Senior:inneneinrichtungen in der Stadt. „30 wünschten sich Unterstützung bei den Testungen“, so eine Sprecherin des Sozialdezernats. Die Hilfsorganisationen wie Malteser, Johanniter, Arbeitersamariterbund und Deutsches Rotes Kreuz hätten signalisiert, nicht „aus dem Stand“ Personal bereitstellen zu können. Anfang vergangener Woche forderte Frankfurt deshalb Soldat:innen an.

Der Einsatz der Testtruppe ist zeitlich begrenzt, auf drei Wochen. Anschließend übernähmen die lokalen Hilfsorganisationen, so die Sprecherin des Sozialdezernats. Auch die Arbeitsagentur akquiriert Testpersonal, auf einer digitalen Plattform: https://www.arbeitsagentur.de/corona-testhilfe. Da allerdings sehe es bislang wohl eher mau aus, hieß es aus dem Sozialdezernat.

Erleichtert angesichts der Unterstützung durch Soldat:innen zeigt sich Frédéric Lauscher, Vorstand des Frankfurter Verbands. Der größte Träger für soziale Einrichtungen in der Stadt unterhält sieben Altenpflegeheime und erlebte schon im April vergangenen Jahres, also im frühen Stadium der Pandemie, wie unerwartet Infektionsausbrüche Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen erfassen. Als Lehre daraus hätten sich die 500 in der Pflege Beschäftigten „risikobasiert“ einem PCR-Test unterziehen müssen: Die Pflegerin, die aus dem Urlaub, der Azubi, der aus dem Blockunterricht kam.

Besucher:innen dürfen nun nach wie vor nur nach Voranmeldung und unter allen nur denkbaren Schutzvorrichtungen zu ihren Angehörigen. Seitdem Schnelltests verfügbar seien, sagt Lauscher, würde jede:r Besucher:in getestet. Und das Personal regelmäßig zweimal wöchentlich. „Auf eigene Kappe und eigene Kosten“, fügt er hinzu. Und mit Bordmitteln, was das Personal angeht. Dass die Impfung eine gewisse Entspannung mit sich bringe, hofften nun alle. Die Erstimpfung hätten bereits sämtliche Bewohner:innen erhalten. „Ende Februar sind wir auch mit dem zweiten Durchgang komplett durch“, so Lauscher. Die Impfquote beim Personal sei von Haus zu Haus unterschiedlich, betrage im Schnitt etwa 50 Prozent.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) setzt in ihren zwei Frankfurter Senior:inneneinrichtungen und dem Haus in Oberursel die neuen Anforderungen an die Teststrategie etwas anders um. Besucher:innen, die nach Voranmeldung ihre Angehörigen in einem der Heime besuchen möchten, müssen bald einen aktuellen negativen Schnelltest vorweisen. „Besucher testen wir demnächst nicht mehr“, sagt Jörg Wilhelm, Geschäftsführer der AWO-eigenen Johanna-Kirchner-Stiftung, mit Hinweis auf die neue Landesverordnung. Besucher:innen müssten sich selbst um ihre Testung kümmern. „Wir als Betreiber kontrollieren dann lediglich das Ergebnis.“ Wilhelm kritisiert, dass diese Regelung im Widerspruch zur Bundestestverordnung stehe, die den Heimbetreiber:innen das Testen der Besucher:innen auferlege. Der Planungsstab Pflege soll nun im hessischen Sozialministerium für Klarheit sorgen. „Bis dahin werden wir das alte Testkonzept beibehalten und Besuchern bei Bedarf den Test entgeltlos abnehmen“, sagt Wilhelm. Angehörige hätten sich unzufrieden gezeigt über das Hin und Her – und die Aussicht, sich künftig selbst um einen Test kümmern zu müssen. „Eine Testung ist unbedingt sinnvoll“, so Wilhelm, „darf aber nicht zu einer Art Besuchsverbot führen.“ Andererseits sei die Entlastung des Personals von „pflegefernen Tätigkeiten“ unbedingt notwendig. „Unser Kerngeschäft ist die Pflege, nicht das Testen. Die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte ist ohnehin schon am Limit.“ Aus diesem Grund wolle die AWO für das regelmäßige Testen der rund 650 Mitarbeiter:innen einen externen Dienstleister in Anspruch nehmen.

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