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Vorsitzender Mike Josef wurde wiedergewählt und bekam einen Blumenstrauß. Foto: Renate Hoyer
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Vorsitzender Mike Josef wurde wiedergewählt und bekam einen Blumenstrauß.

SPD Frankfurt

Mike Josef: „Wir wollen stärkste Kraft sein“

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Mike Josef wird als Parteivorsitzender der Frankfurter SPD bestätigt . Kulturdezernentin Ina Hartwig und Kolja Müller werden beim Jahresparteitag als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Josef betont, dass die SPD sich erneuern und präsenter in der Stadt sein müsste.

Mike Josef freut sich am Samstagnachmittag über die Eintracht-Tasse und den Bembel-Gin, die er, nachdem alle gelben Wahlzettel der Delegierten im FSV-Fußballstadion am Bornheimer Hang ausgezählt sind, geschenkt bekommt. Ja, einen Blumenstrauß als Fotoaccessoire bekommt er natürlich auch noch: Denn mit 90,5 Prozent der Stimmen ist der 38-Jährige als Parteivorsitzender der Frankfurter SPD bestätigt worden. Niemand trat gegen ihn beim Jahresparteitag an. 2020 erhielt er 92 Prozent.

Bereits in seiner Rede vor der Wahl sagte Josef, dass für die SPD ab jetzt viel Arbeit vorliege, sie sich erneuern müsse. „Es rettet uns kein höheres Wesen. Kein Gott, kein Kaiser.“ Das Kommunalwahlergebnis im März von nur 17 Prozent sei für ihn persönlich sehr enttäuschend gewesen, gerade wegen der besseren Leistung, die sie im Magistrat gezeigt hätten. Um das zu ändern, seien Ausreden wie der schwache Bundestrend der SPD oder der AWO-Skandal nicht der Weg. Sondern man müsse den Menschen Wege der Emanzipation aufzeigen: „Befreiung aus Abhängigkeit, wie die Befreiung aus den Zwängen eines verrückten Wohnungsmarkts: Jeder sollte sich in jedem Stadtteil von Frankfurt eine Wohnung leisten können“, so Josef, der sagte, dass er heilfroh sei, diesmal ohne die Union regieren zu können.

Der Planungsdezernent, der zukünftig das Sportressort übernimmt, bekam 209 der 232 abgegebenen Stimmen. 16 Delegierte stimmten mit nein, sechs enthielten sich, eine Stimme war ungültig. Seit 2013 ist Josef im Amt. Neu gewählt wurden die zwei stellvertretenden Vorsitzenden: Kulturdezernentin Ina Hartwig und Kolja Müller, bis vor kurzem Referent von Josef im Planungsdezernat. Um das Netz im Stadion nicht zu überlasten, wurde nicht digital gewählt, sondern die Wahlzettel wurden in roten Eimern eingesammelt. Es ist der zweite Jahresparteitag, der pandemiebedingt im Fußballstadion stattfindet. Josef sagte: „Wir müssen sozialdemokratische Ideen nach draußen tragen.“ Sie seien in der Breite zu unpolitisch, sie müssten auch mal raus zu Fahrraddemos, aber auch zu Schulelternbeiräten. Und um alle sozialen Schichten anzusprechen, dürften ihre Versammlungen keine politischen Proseminare sein.

Mehr Austritte als Eintritte

„Wir müssen neue Mitglieder gewinnen.“ Denn wie der wiedergewählte Schatzmeister Roger Podstatny berichtete, ist die SPD zwar immer noch die mitgliederstärkste Partei mit 3644 Mitgliedern in Frankfurt, aber es gibt mehr Austritte als Eintritte. Josef will gerne auch junge Mitglieder gewinnen. Als Beispiel nannte er junge Mütter, dafür aber dürften ihre Sitzungen nicht bis 23 Uhr dauern. Und sie müssten digitaler präsent werden.

Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Hartwig und Müller traten nicht gegeneinander an, sondern es gab zwei getrennte Wahlgänge. Im ersten Wahlgang erhielt der 41-jährige Müller, der als alleiniger Kandidat angetreten war, 87,3 Prozent der Stimmen. Er sagte, dass die SPD mehr soziale Gerechtigkeit in der Stadt durchsetzen müsse. Im zweiten Wahlgang setzte sich die 57-jährige Hartwig sehr knapp mit 50,6 Prozent gegen die 32-jährige Notärztin Stefanie Minkley durch. 117 der Delegierte stimmten für Hartwig, 111 für Minkley. Es gab 231 gültige Stimmen und drei Enthaltungen.

Kurz vor dem Parteitag hatte der Unterbezirk dieses Wahlverfahren prüfen lassen. Hartwig sagte schon vor ihrer Wahl, sie hätte ein anderes Verfahren besser gefunden. „Ich trete nicht gerne gegen eine Frau, die ich sehr schätze, an.“ Auch sie betonte, dass die SPD präsenter in der Stadtgesellschaft werden müsse.

Josef machte sein Ziel klar: „Wir wollen nicht bloß Mehrheitsbeschafferin sein, sondern wir haben den Anspruch, die stärkste Kraft in Frankfurt sein.“ Im Römer regieren sie jetzt als zweitstärkste Partei zusammen mit den Grünen, der FDP und Volt.

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