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Immer wieder Ärger in der Friedberger Landstraße.
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Immer wieder Ärger in der Friedberger Landstraße.

Friedberger Landstraße

Mieterstreit beschäftigt Anwälte

  • Milan Jaeger
    VonMilan Jaeger
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Der Konflikt zwischen Mietern und Vermieter in einem Haus an der Friedberger Landstraße schwelt weiter. Wie die FR erfuhr, erhielt jetzt einer der „Altmieter“ die fristlose Kündigung.

Wie der Mann, der aus Angst vor weiteren Problemen mit seinem Vermieter anonym bleiben will, der FR berichtet, hat er unlängst die Anwältin Lena Lange eingeschaltet. Diese sagt, dass ihr Mandant Ende Januar einen Brief vom Anwalt der Eigentümergesellschaft RMI Realty GmbH erhalten habe. Darin habe die Aufforderung gestanden, bis zum 9. Februar die Wohnung, in der er seit Jahren wohnt, zu verlassen.

„Zwar hat mein Mandant versäumt, für Dezember und Januar die Miete zu überweisen. Zuvor hat er aber jahrelang zuverlässig und pünktlich gezahlt“, sagt Lange. So wäre es seitens des Vermieters vor Ausspruch der Kündigung „aus menschlicher Sicht angemessen gewesen, sich zunächst nach den Gründen zu erkundigen“.

Auf ihr Schreiben vom dritten Februar, indem sie die Gegenseite bat, von der Kündigung Abstand zu nehmen, weil die Mietrückstände beglichen würden, hat sie keine Reaktion erhalten. Am 26. Februar bat sie nochmals um eine Stellungnahme. Auch dieses Schreiben blieb bisher unbeantwortet. „Gar nicht auf die Schreiben der Gegenseite zu reagieren, ist meines Erachtens nach unangebracht“, sagt Lange. Auch die wiederholten Anfragen der FR zu der Kündigung und den Eigentumsverhältnissen der Liegenschaft blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Mann wohnt noch im Haus

Weil die Gegenseite nicht reagiert, geht die Juristin davon aus, dass diese nicht an der fristlosen Kündigung festhält. Schließlich wohnt ihr Mandant nach wie vor in dem Haus. „Die Frage wird nun aber sein, ob der Vermieter auf der ordentlichen Kündigung, die ebenfalls ausgesprochen wurde, beharrt.“ Lange geht davon aus, dass diese nicht wirksam ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mieter des Hauses im Nordend versuchen, Kontakt zur Vermietergesellschaft (RMI) oder der Hausverwaltung (Minai Immobilienverwaltung GmbH) aufzunehmen. Bisher stets ohne Erfolg. Viele von ihnen wohnen seit mehr als zehn Jahren in dem Gebäude. Bis zum Eigentümerwechsel im Frühjahr 2013 hatten sie keine Probleme.

Der neue Eigentümer holte Zuwanderer aus Osteuropa ins Haus. Die Altmieter glauben, dass die oftmals mittellosen Menschen von den Eigentümern dazu eingesetzt werden, die Alteingesessenen zu vertreiben. Fünf Altparteien sind dem Vernehmen nach seither ausgezogen. Im vergangenen Sommer haben die Bewohner gegen die Missstände im Haus und das Verhalten der Eigentümer protestiert.

Anzeige wegen übler Nachrede

Der von den Demonstranten als verantwortlicher Eigentümer genannte Emanuel Lipinski erstattete wegen übler Nachrede Anzeige gegen einen der Organisatoren des Protests, CDU-Ortsvorsteher Axel Kaufmann. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seither. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) lässt wissen, dass er das Engagement des Ortsvorstehers sehr schätze. Zum anhängigen Ermittlungsverfahren sagt er: „Da ist Axel Kaufmann wohl jemandem auf die Füße getreten.“ Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und CDU-Chef Uwe Becker wollen sich unterdessen mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Weil sich die Nachbarn von Müll und Lärm gestört fühlten und zudem vermuteten, die Wohnungen könnten überbelegt sein, haben sie wiederholt Wohnungsamt und Polizei eingeschaltet. Im vergangenen Dezember dann mussten einige der Zuwanderer das Haus verlassen. Bei einer Kontrolle hatte das Amt für Wohnungswesen Überbelegungen festgestellt und Zwangsräumungen verhängt. Seither sei es ruhiger geworden, berichten Anwohner. „Es gibt sogar Männer, die sich um den Müll kümmern“, sagt einer. Wohin dieser gebracht werde, wisse er nicht.

Von Lipinski ist nur die Beteuerung verbürgt, dass er auch Menschen eine Chance geben wolle, die sonst nur schwer an Wohnraum kämen.

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