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Der OB mit den Mietern, die nicht ausziehen wollen.
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Der OB mit den Mietern, die nicht ausziehen wollen.

Frankfurt-Ostend

Mieter sollen durchhalten

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will die Bewohner der Wingertstraße 21-23 unterstützen. Diese werfen den Hauseigentümern vor, sie aus ihren Wohnungen drängen zu wollen. Doch Feldmanns Möglichkeiten, den Mietern zu helfen, sind begrenzt.

Von Martín Steinhagen

Aufmerksamkeit für ihre Situation haben die Mieter der Wingertstraße 21-23 längst erreicht. „Da geht’s doch um dieses Haus“, sagen drei Schüler, als sie an dem Gebäude vorbeigehen und den vielen Menschen um Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ausweichen müssen. Am Freitag besuchte er die Mieter, die den Hauseigentümern vorwerfen, sie loswerden zu wollen.

„Ein Haus zu verkaufen ist ja kein Verbrechen“, sagt Mieterin Almuth Meyer. „Aber wer ein vollbesetztes Mietshaus erwirbt und erwartet, zwei Jahre später Eigentumswohnungen verkaufen zu können, der muss mit Gegenwehr rechnen.“ Das sieht Feldmann ähnlich.

Es könne nicht sein, dass in Frankfurt zunehmend „normale Arbeitnehmer“ aus den Mietshäusern ausziehen müssten. „Das ist keine Entmietung, sondern Mieterverdrängung“, sagt Feldmann zu den Bewohnern. „Was mich aufregt ist, dass diese Dinge nicht seit gestern passieren“ und dennoch habe es lange gedauert, bis die Milieuschutzsatzungen auf den Weg gebracht wurden.

Feldmanns Möglichkeiten, den Mietern zu helfen, sind begrenzt – das räumt er auf Nachfrage ein. Er mache sich aber dafür stark, dass die Milieuschutzsatzungen jetzt schnell umgesetzt würden. Außerdem fordert er von der Landesregierung, „dass der Genehmigungsvorbehalt bei Umwandlung von Miets- in Eigentumswohnungen endlich kommt“.

Sanierungsarbeiten ruhen

Und bis es soweit ist? „Ich versuche, die Mieter zu organisieren“, sagt Feldmann. Nach seinem Besuch in der Martin-Luther-Straße 61, einem Haus im Nordend mit ähnlichem Symbolcharakter, habe er sich für einen Treffpunkt für die Mieterinitiative NBO eingesetzt. „Sie müssen ihre Rechte maximal ausschöpfen können.“ An die sechs von zehn verbliebenen Mietparteien der Wingertstraße hat Feldmann eine Bitte: „Trotz der Umstände: Bleiben Sie standhaft! Sie machen das nicht nur für sich.“ Eine Mieterin überreicht Feldmann ein Glas „Anti-Gentrifizierungs-Marmelade“, Geschmacksrichtung „süß-sauer“.

Die Hausgemeinschaft hat einen Verein gegründet. „Wir würden das Haus gerne selbst nach dem genossenschaftlichen Modell bewirtschaften“, erklärt Meyer. Es solle künftigen Generationen als Zuhause „mit bezahlbaren Mieten mitten in Frankfurt“ erhalten bleiben. Ein entsprechendes Angebot hätten sie dem Eigentümer unterbreitet. Bislang ohne Reaktion.

Seit die Stadt vergangene Woche einen Baustopp verhängt hat, ruhen die Sanierungsarbeiten an dem eingerüsteten Klinkerbau. Die Baugenehmigung hat noch Bestand. Wie es weitergeht, ist unklar. Er gebe keine Stellungnahmen ab, sagt einer der Eigentümer am Telefon und legt auf.

Feldmann verweist am Freitag darauf, die ABG habe direkt gegenüber gebaut. So versuche die Stadt, Druck vom Markt zu nehmen. Die Mieter der Wingertstraße winken ab: „Die sind viel zu teuer“, sagt eine Bewohnerin.

Am Samstag werden sich die Mieter wieder auf dem Gehweg vor dem Haus versammeln. Gemeinsam mit SPD-Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen rufen sie um 12 Uhr zu einer Mahnwache auf. Die „Anti-Gentrifizierungs-Marmelade“ wird es dort auch zu kaufen geben. „Für die Anwaltskasse“, erklärt Meyer.

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