+
Fritz-Kissel-Siedlung von oben. 

Frankfurt-Sachsenhausen

Mieter der Kissel-Siedlung bangen wegen Nachverdichtung

  • schließen

Die Wohngesellschaften stocken auf, wodurch Dachböden wegfallen. Etwa 120 neue Wohnungen sollen entstehen.

Die einst von Ernst May geplante Fritz-Kissel-Siedlung in soll um ein bis zwei Stockwerke wachsen, was um die 120 neue Wohnungen schaffen soll. Nicht alle freuen sich über diesen Schritt: Die aktuellen Mieter befürchten, der Ausbau könne zur Mieterhöhung führen und zu weniger Stauraum. Die SPD plädiert deshalb in einem Antrag an die Stadt, über den in der kommenden Sitzung des Ortsbeirats 5 abgestimmt werden soll, für eine mieterverträgliche Planung.

Auf bisher drei bis vierstöckige Gebäude im östlichen Teil der Siedlung sollen ein bis zwei Stockwerke drauf. Dieser Teil der Siedlung gehört der Nassauischen Heimstätte sowie der Vonovia, der westliche, der zur GHW gehört, ist nicht betroffen. Die beiden Wohnungsbaugesellschaften haben ihre Mieter schon im vergangenen Sommer über die Planungen informiert. Die Nassauische Heimstätte will in mehreren Straßen 72 neue Wohnungen schaffen, die Vonovia 48.

Aktuell werden erste statische Messungen in den Gebäuden durchgeführt, was Anwohner verunsichere, berichtet Thomas Murawski von der SPD-Fraktion im zuständigen Ortsbeirat. Da er in der Siedlung wohnt, ist er auch selbst von den Planungen betroffen.

Die Anwohner fürchten durch die Umbaumaßnahmen an Wohnqualität einzubüßen. Zentral ist dabei die Frage nach Stauraum, die vor allem die Anwohner des Ziegelhüttenwegs betrifft. Aktuell haben die Mieter der eher kleinen Wohnungen nicht nur im Keller Abstellräume, sondern auch auf den Dachboden. Wird auf diesen nun aufgestockt, fällt viel Platz weg.

Container auf dem Rasen

Anwohnerin Andrea Gold bereitet das Sorgen: „Meine Wohnung ist sowieso nicht besonders groß, ich brauche diese Fläche“, erklärt sie. In einer Stellungnahme aus dem Januar berichtet die Stadt in Abstimmung mit den zuständigen Wohnungsbaugesellschaften, dass der Wegfall des Stauraums im Dachgeschoss durch eine Neuverteilung der Kellerräume geregelt werden soll.

„Wie genau das aussehen soll, kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Murawski. Patrick Brückel von der Nassauischen Heimstätte erklärt dazu: „Wir werden den Stauraum für die Mieter im Ziegelhüttenweg auf jeden Fall ersetzen.“ Infrage kämen etwa Stauräume in einem ebenfalls neugeplanten Parkhaus an der Ecke des Ziegelhüttenwegs zur Breslauer Straße. Auch auf gegenüberliegenden Freiflächen sieht er Möglichkeiten für Container mit Stauraum.

Auch der mögliche Bau eines Aufzuges ruft in den betroffenen Häusern für Unruhe hervor. Neben einschneidenden Umbauarbeiten fürchten die Mieter so, dass mögliche Mehrkosten eines Aufzugs auf sie umgelegt werden könnten. Die Wohnungsbaugesellschaften geben indes Entwarnung: Weder Vonovia noch Nassauische Heimstätte planen einen Bau von Aufzügen.

„Es gibt keine Aufzüge und Mieterhöhungen sind auch absolut nicht zu erwarten“, erklärt Patrick Brückel. Gleiches berichtet die Pressesprecherin der Vonovia, Katja Mazurek. Die Mieter sollen sobald Bauanträge gestellt werden in Infoveranstaltungen ihrer jeweiligen Vermieter über die genauen Pläne informiert werden. Konkrete Daten für solche Termine können beide Gesellschaften noch nicht nennen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare