Wohnungsmarkt

Mieten in Frankfurt steigen trotz Corona-Krise

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Wohnungen in Frankfurt werden trotz der Corona-Krise immer teurer. Noch stärker als die Mieten steigen indes die Kaufpreise.

Trotz der Corona-Krise sind die Preise und Mieten, zu denen Wohnungen in Frankfurt angeboten werden, im ersten Halbjahr weiter deutlich gestiegen. Nach Zahlen des Maklerhauses JLL müssen Wohnungssuchende inzwischen im Mittelwert mit einer Miete von 15,70 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das ist ein Anstieg um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau. Vor fünf Jahren wurden im Median noch lediglich 12,75 Euro pro Quadratmeter verlangt.

Nur in München sind die Angebotsmieten noch höher als in Frankfurt. Dort werden Wohnungen im Mittelwert für 20,55 Euro pro Quadratmeter offeriert. In Stuttgart ist das Mietniveau nach Zahlen von JLL mit 15,40 Euro pro Quadratmeter etwas niedriger als in Frankfurt. In Hamburg und Berlin sind Wohnungen dagegen im Mittel noch für 13 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Auch nach Beobachtung des Maklerhauses Colliers sind die Angebotsmieten in Frankfurt weiter gestiegen. Dort sieht man das Preisniveau für wiedervermietete Wohnungen bei 14,82 Euro pro Quadratmeter, für Neubauwohnungen bei 17,08 Euro pro Quadratmeter.

Beide Maklerhäuser rechnen trotz der Krise nicht mit sinkenden Mieten. Die Nachfrage nach Wohnraum sei, getrieben durch einen Zuzug in die Städte, immer noch hoch, sagt Felix von Saucken von Colliers. „Dieser Megatrend ist weiterhin gegeben.“ Urbanes Wohnen bleibe, obwohl Homeoffice das Pendeln attraktiver mache, für viele Menschen die bevorzugte Wohnform, heißt es bei JLL. Allerdings werde der Einbruch der Konjunktur den Spielraum für Mieterhöhungen auf mittlere Sicht begrenzen.

Die Preise für Eigentumswohnungen in Frankfurt steigen nach Zahlen von JLL weiterhin deutlich stärker als die Mieten. Trotz Krise haben sie innerhalb von einem Jahr um 11,7 Prozent zulegt – und damit kräftiger als in allen anderen „Big-8-Städten“. Inzwischen werden Wohnungen in Frankfurt im Mittelwert für 6280 Euro pro Quadratmeter angeboten. Noch vor fünf Jahren lag das Preisniveau bei 3990 Euro pro Quadratmeter.

Auch bei den Kaufpreisen ist nur noch München teurer. Dort werden nach Angaben von JLL im Mittelwert 8390 Euro pro Quadratmeter verlangt. Wohnungen in Hamburg, Berlin und Stuttgart sind dagegen deutlich günstiger zu haben als in Frankfurt.

Auch das Institut Empirica hält Frankfurt für die zweitteuerste Stadt für Wohnungskäufer, geht aber von einem niedrigeren Preisniveau aus. Dort sieht man die Preise im Schnitt bei 5698 Euro pro Quadratmeter, für Neubauwohnungen bei 7096 Euro pro Quadratmeter. Auch sonst ist das Preisniveau im Rhein-Main-Gebiet gewaltig. Darmstadt ist nach Zahlen von Empirica die zweitteuerste Stadt für neue Ein- und Zweifamilienhäuser. Wiesbaden landet auf Platz 4.

Obwohl die Krise bereits zu mehr Insolvenzen und steigenden Arbeitslosenzahlen geführt hat, sehen die Marktbeobachter auch bei den Kaufpreisen keine echte Trendwende. Das Maklerhaus JLL verweist etwa auf das weiterhin extrem niedrige Zinsniveau und mangelnde Anlagealternativen.

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