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Da geht's lang: Baustelle der Städtischen Kliniken Höchst.

Klinikum Höchst

Der Klinik-Riese in Frankfurt-Höchst wächst

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Bis zu 180 Arbeiter sorgen dafür, dass der Neubau der Städtischen Kliniken Höchst im Zeitplan bleibt. Die Zentrale Einrichtungsgesellschaft für das Klinikum liegt nach eigenen Angaben im Zeit- und Kostenplan.

Bedeckt mit Plastikponchos stapfen die Arbeiter durch den Regen über Stahlbetonträger. Mit großen Schläuchen wird unaufhörlich Beton in die Zwischenräume der Streben gefüllt. Nur im Erdgeschoss, wo zukünftig die Notaufnahme für Patienten bereitstehen soll, findet man Schutz vor der Nässe, die auch hier teilweise in großen Bächen die Wände herunterläuft. Die Bauarbeiten am Neubau des Klinikums lassen sich durch plötzliche Regengüsse nicht stoppen.

Sechs Tage in der Woche sind auf dem zwischen Höchst und Unterliederbach gelegenen Areal derzeit zwischen 160 und 180 Arbeiter von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends auf der Baustelle an der Gotenstraße beschäftigt – theoretisch jedenfalls. „Bisher haben wir die möglichen Arbeitszeiten aus Rücksicht auf die Anwohner nicht voll ausgenutzt“, sagt der Projektleiter des Bauunternehmens ARGE/BAM, Michael Richter. „Solange wir im Zeitplan sind, werden wir das auch nicht müssen.“

Danach sieht es beim aktuellen Stand der Bauarbeiten auch aus: Seit Oktober sind alle sechs Stockwerke des Neubaus in die Höhe gewachsen. In einigen Abschnitten wird bereits die Decke für das Obergeschoss gegossen, auf der später der Rettungshubschrauber landen soll. Auch die Arbeiten an der Außenfassade haben bereits begonnen, die ersten Fenster wurden eingesetzt. Im Innenbereich sind Bauarbeiter schon jetzt dabei, die Wände des Rohbaus zu verputzen.

„Wir liegen derzeit im Zeit- und Kostenplan“, sagt Udo Findt, Geschäftsführer der Zentralen Einrichtungsgesellschaft (ZEG) für das Klinikum. Im Oktober sollen die Rohbauarbeiten endgültig abgeschlossen sein. Für die Anwohner bedeutet das zwar weniger Lärm durch die Arbeiten, aber mehr Verkehr, da der Materialbedarf deutlich steigt. „Vom Ausbau im Inneren wird man kaum etwas mitbekommen, aber die Frequenz der Anlieferungen wird steigen“, sagt Richter.

Man werde zwar versuchen die Materialanlieferungen über den Tag zu verteilen, um keinen Rückstau entstehen zu lassen, doch die Logistik sei insgesamt aufgrund der engen Anfahrtswege eine Herausforderung. „Diese haben wir bisher aber gut gemeistert“, erklärt Findt. Bisher sind allein 5700 Betonmischfahrzeuge auf die Baustelle gefahren. Nur eine Handvoll Beschwerden von Anwohnern sei seit Beginn der Bauarbeiten eingegangen. „Wir kommunizieren offen mit den Anwohnern und bisher läuft es zwischen allen Beteiligten sehr kooperativ“, sagt Findt.

Ein Blick ins Innere des Neubaus verrät, dass mit dem Innenausbau eine Mammutaufgabe vor den Planern und Arbeitern liegt. Noch sind in den weitläufigen Räumen des Rohbaus nur wenige Wände eingezogen, sodass die Ausmaße des 143 Meter langen Gebäudes voll zur Geltung kommen. „Die Dimensionen sind gewaltig, wir werden uns daher mit den Arbeiten in verschiedenen Abschnitten durch das Gebäude bewegen“, erklärt Richter. Besonders aufwendig werde die Koordination der verschiedenen Arbeitsbereiche vom Verputzen der Wände bis hin zum Einbau der Elektrik. Die Zahl der Arbeiter wird für den Innenausbau auf fast 500 Menschen steigen.

Der Projektleiter ist davon überzeugt, dass der Zeitplan auch während der nächsten Bauphase eingehalten werden kann: „Die Arbeiten werden nicht ins Stocken geraten. Es ist nur eine Frage des Aufwands.“ Um das Fortschreiten des Projektes ernsthaft zu verlangsamen müsse es schon den härtesten Winter seit 50 Jahren geben. „Der Winter kommt nicht unerwartet, wir sind darauf vorbereitet“, sagt Richter.

Ab Oktober soll man bereits erste Aufteilungen der Räume erkennen können, im Sommer nächsten Jahres dann charakteristische Elemente eines Krankenhauses, wie Behandlungsräume. Mit dem Abschluss des Rohbaus werden dann auch die Mitarbeiter der Klinik erste Führungen über die Baustelle bekommen, um sich mit ihrem künftigen Arbeitsplatz vertraut zu machen. Anschließend sind Baustellenbesichtigungen für Anwohner geplant.

Im Frühjahr 2019 soll das Gebäude fertiggestellt sein, der Umzug wird aber erst im Herbst erfolgen. „Zuvor müssen wir noch eine intensive Test- und Übergabephase durchlaufen, die drei bis sechs Monate dauern wird“, sagt Findt. Wo heute noch an nackten Betonwänden das Regenwasser herunterläuft soll dann Platz für rund 700 Betten sein. Auf dem gesamten Klinikgelände wird die Zahl der Betten somit auf rund 850 steigen. Der Ausbau der Klinik ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Gleich nach dem Umzug in den Neubau soll mit dem zweiten Bauabschnitt auf dem Gelände begonnen werden. Details gibt es noch nicht.

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