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Das Cinestar Metropolis in Frankfurt öffnet wieder.
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Das Cinestar Metropolis in Frankfurt öffnet wieder.

Frankfurt

Metropolis Frankfurt: „Kino wird immer etwas Besonderes bleiben“

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Jason Scott, Leiter des Cinestar Metropolis in Frankfurt, spricht im Interview über den Neustart nach Corona und die Zukunft des Kinos.

Herr Scott, am Donnerstag öffnen bundesweit die Kinos wieder. Sind Sie aufgeregt?

Definitiv bin ich aufgeregt. Aber es ist eine positive Aufregung, weil wir nach acht Monaten endlich wieder Filme zeigen können. Kino ist Emotion und lebt von Emotionen. Deswegen freuen wir uns besonders darauf, wieder Gäste zu empfangen. Und die Gäste freuen sich darauf, wieder Filme auf großer Leinwand zu sehen, das gilt auch und vor allem für die Kinder. Kino ohne Publikum ist kein Kino, sondern einfach nur traurig. Alles war heruntergefahren, die Türen waren zu, die Lichter aus.

Was haben Sie in all den Monaten gemacht?

Wir haben die Zeit genutzt, um uns vorzubereiten. In engem Austausch mit dem Gesundheitsamt haben wir Hygienekonzepte entwickelt, wir haben die Lüftungsanlagen gewartet, waren täglich vor Ort. Wenn die Technik auf Dauer heruntergefahren wird, schadet ihr das. Wir haben nicht renoviert, haben aber das ganze Kino coronagerecht ausgestattet. Wir haben die Kassen und Theken mit Plexiglasscheiben versehen und überall im Kino Desinfektionsspender angebracht, damit der Kinobesuch sicher ist.

Welche Vorkehrungen haben Sie sonst noch getroffen?

Um den Besucheransturm besser kontrollieren zu können, beginnen die Filme zeitversetzt um etwa 15 bis 20 Minuten. Speziell Filme, die auf der gleichen Ebene gezeigt werden, lassen wir nicht gleichzeitig anlaufen. Und natürlich kommen nur Gäste herein, die getestet, geimpft oder genesen sind, das wird am Einlass überprüft. Idealerweise gibt es im Flemings-Hotel gegenüber, nur hundert Meter vom Kino entfernt, eine Teststation. Außerdem muss ein Kontaktformular ausgefüllt werden, entweder online oder direkt bei uns.

Zur Person

Jason Scott ist seit anderthalb Jahren Leiter des Cinestar Metropolis in Frankfurt, Eschenheimer Anlage 40. Das Metropolis verfügt über zwölf Vorführsäle und hat unter normalen Umständen eine Kapazität von knapp 3500 Sitzplätzen. Der Kino-Betreiber Cinestar unterhält mehr als 50 Lichtspielhäuser in ganz Deutschland. myk

Wie schaut es aus mit den Kapazitäten und der Anzahl der Sitzplätze? Gilt im Metropolis die Schachbrettbelegung oder machen Sie es anders?

Wir halten uns an die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung des Landes. Hessen ist da etwas strenger als andere Bundesländer. Den Mindestabstand von 1,50 Meter können wir mit einem Schachbrettmuster nicht einhalten, wir gehen lieber auf Nummer sicher und sperren jede zweite Reihe. Für Familien gibt es Zweier- bis Fünfersitzgruppen. In unseren zwölf Sälen können wir von den knapp 3500 Plätzen nur etwa 950 besetzen, das entspricht einer Auslastung von 27 Prozent. Der Vorverkauf lief sehr gut, Action und Horror wie „Godzilla vs. Kong“ oder „The Conjuring 3“ sind ziemlich gefragt. Und Kinderfilme wie „Peter Hase 2“.

Sie sind seit anderthalb Jahren Leiter des Cinestar Metropolis in Frankfurt. Den Job haben Sie sich bestimmt anders vorgestellt.

Kino ist meine Leidenschaft, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Einige Jahre war ich Assistent der Theaterleitung, dann habe ich diesen Job übernommen und gedacht: Super, jetzt können wir nochmal richtig durchstarten – und dann kam Corona.

Vieles wird nicht mehr so sein wie vor der Pandemie. Welche Zukunft sehen Sie für das Kino?

Ich denke, das Kino wird sich wieder erholen, auch wenn es sicher eine gewisse Zeit dauern wird. Doch Kino wird immer etwas Besonderes bleiben, mit seiner Atmosphäre, seinem Sound, seinem Stellenwert als sozialer Ort. Das können das Fernsehen oder Netflix nicht ersetzen. Im Kino ist man viel näher dran am Film. Man geht dort mit Freunden hin, isst Popcorn, sitzt im Dunkeln, wird nicht abgelenkt und widmet sich voll und ganz dem, worum es gerade geht: dem Geschehen auf der Leinwand.

Interview: Meike Kolodziejczyk

Jason Scott, Leiter des Cinestar Metropolis.

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