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Messeeffekte bleiben in Frankfurt diesmal aus

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Gäste sorgten für 3,6 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr - normalerweise. Unter Corona-Bedingungen ist das ganz anders.

Die Hotels und Restaurants, das Taxigewerbe, Agenturen und Messebau – sie alle profitieren davon, wenn Kunden aus Deutschland und der ganzen Welt auf die Frankfurter Messe kommen. Auf dem Frankfurter Messegelände gab es im vergangenen Jahr 250 Veranstaltungen. An so gut wie jedem Tag im Jahr war auf dem Gelände etwas los.

„Das Ifo-Institut hat ermittelt, dass die Veranstaltungen auf dem Frankfurter Messegelände in Deutschland jedes Jahr eine Kaufkraft von 3,6 Milliarden Euro entfalten“, sagte Messesprecher Markus Quint. Rund 33 000 Arbeitsplätze hingen am Wohlergehen der Messe Frankfurt. „Das ist der Wirtschaftsförderungsauftrag, der unseren Gesellschaftern sehr wichtig ist“, sagte Quint. Gesellschafter sind das Land Hessen (40 Prozent) und die Stadt Frankfurt (60 Prozent).

Während die Messe Frankfurt im vergangenen Jahr noch 733 Millionen Euro Umsatz und 54 Millionen Euro Überschuss erwirtschafte, sieht es im Pandemiejahr düster aus. Geschäftszahlen liegen noch nicht vor. Zu erwarten ist ein erheblicher Einbruch bei Umsatz und Gewinn.

Dabei könnten auch in Pandemiezeiten Messen stattfinden. Die Messe habe ein „funktionierendes Hygienekonzept“ erarbeitet, betonte Quint. Das Hygienekonzept wurde zuletzt Anfang September bei der Konsumgütermesse Nordstil in Hamburg mit 300 Ausstellern und 5000 Fachbesuchern angewandt.

Auch die Frankfurter Buchmesse (14.-18. Oktober), bei der auf dem Messegelände nur die Festhalle bespielt wird, und die Mobilitätsmesse Hypermotion (10.-12. November) unterliegen dem Hygienekonzept. Weitere Messen hat die Messe Frankfurt ins Frühjahr verschoben – dazu zählen die Heimtextil (4.-7. Mai 2021), die „International Consumer Goods Show“ mit Ambiente, Christmasworld und Paperworld (17.-20. April 2021) und die diesmal digitale Wärme-Wasser-Klimatechnik-Messe ISH (22.-26. März 2021).

„Wir reagieren damit auf die Vorschriften aus der Politik, vor allem die Reisebeschränkungen, aber auch die Wünsche unserer Kundinnen und Kunden“, sagte Quint. Hoffnung mache ihm, dass in Asien mit der „Prolight + Sound Guangzhou“, der „Intertextile Shanghai Apparel Fabrics“ und der „Formnext Forum Tokyo“ weitere physische Messen an den Start gegangen sind.

Wenn das Messegeschäft in Frankfurt wieder laufe, stellten sich auch die sozioökonomischen Effekte wieder ein, glaubt er.

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