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Messe Unistart informiert zum Semesterbeginn an der Goethe-Uni

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Von: George Grodensky

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Das Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend ist zur Semesterstart-Messe gut besucht.
Das Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend ist zur Semesterstart-Messe gut besucht. © Renate Hoyer

Im Hörsaalzentrum stellen sich zentrale Einrichtungen der Uni vor. Außerdem sind studentische Initiativen und Hochschulgruppen vor Ort.

Rund 6500 Studierende nehmen zum Wintersemester ihr Studium an der Frankfurter Goethe-Uni auf. Gestern haben sehr viele von ihnen die Unistart-Messe im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend besucht. Dort stellen sich zentrale Einrichtungen der Uni vor, studentische Initiativen und Hochschulgruppen. Und die Basketballer der Skyliners haben Körbe aufgebaut. Dort können Studis probewerfen. Zu gewinnen gibt es keinen Profivertrag, sondern Trikots, Vip-Tickets, Schlüsselbänder.

Kann man gebrauchen, findet ein Grüppchen, das sich informiert. Die Vorkurse waren bisher interessant, gibt ein junger Mann Einblick. „Ich habe schon ein paar Leute kennengelernt“, sagt er. Das findet auch Hochschulpräsident Enrico Schleiff wichtig. Er ermuntert dazu, Netzwerke zu knüpfen und sich ins Unileben einzubringen. Im Audimax begrüßt er die Studierenden, die sicher einen „spanenden Tag“ erlebten.

Für viele beginne der neue Lebensabschnitt auch mit einem Ortswechsel. Da kann Jasmin Geng nur zustimmen. Die 19-Jährige zieht gerade um. Aus Würzburg auf den Riedberg. Entsprechend aufgeregt ist sie. „Ich habe es noch gar nicht realisiert. Es ist ein richtiger Neuanfang.“ Glück habe sie gehabt und ein Zimmer im Wohnheim des Studierendenwerks ergattert. Vom Stadtteil hat sie noch nicht viel gesehen. Immerhin im Vorbeifahren den schwedischen Möbelmarkt entdeckt.

Möbel, das interessiert frisch Zugezogene. Jobs auch. Entsprechend gefragt sind die Beraterinnen am Infostand des Career Service. „Wir wollen zeigen, dass es uns gibt“, sagt Dagmar Kuchenbecker zwar ganz bescheiden. Als Karrierecoach unterstütze sie eigentlich erst später im Studium. Wenn es daran gehe, sich ein Profil zu bilden, den Transfer von wissenschaftlichen Inhalten in ein praktisches Berufsleben vorzubereiten.

Der Career Service kann aber auch ganz konkret helfen, einen Nebenjob zu finden, zum Beispiel Unternehmen bei der Kundenbetreuung helfen. „Im Moment ist der Markt in Bewegung“, sagt Ursula Krämer. Für Studierende sehe es gar nicht schlecht aus. Das sieht auch Enrico Schleiff. Diversität sei gefragt wie nie zuvor im Arbeitsmarkt. Bestes Beispiel sei der Frankfurter Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne). Der ist zufällig auch da, überbringt die Grüße der Stadt an die neuen Studierenden. Schleiff verweist auf dessen ungewöhnliche Erwerbsbiografie: Bergerhoff hat Physik studiert, in Frankfurt und Heidelberg. Später auch promoviert. Und ist heute Finanzchef der Stadt. Vor zehn Jahren hätte es dafür noch ein BWL-Studium gebraucht.

Bergerhoff ist aber nicht nur Physiker, er trägt auch lyrisches Talent in sich. Zumindest prägt er an diesem Tag eine schöne Metapher. „Das Hirn ist kein Computer, keine Festplatte, die einfach gefüllt werden muss“, sagt er. Vielmehr sei es ein Muskel, der trainiert werden müsse. „Die Uni ist das Gym dafür.“

Dann hat er noch ein paar Ratschläge. Wer das Glück habe, eine Wohnung gefunden zu haben, möge sich freuen. Wer nicht, solle bitte mit der Bahn oder dem Rad einpendeln. Und: Wer neu ist in der Stadt, soll sich trauen, Ebbelwei zu probieren. Überhaupt: „Methodisches Lernen ist wichtig, aber auch, neugierig zu sein, offenzubleiben.“

Was fehlt, da sind sich Stadt, Uni und Studierende einig: günstiger Wohnraum. „Da braucht es einen Schulterschluss zwischen Stadt, Land und Hochschulen“, wirbt Schleiff. Der Allgemeine Studierendenausschuss mahnt dazu noch an, dass es in den Bibliotheken an Arbeitsplätzen fehle und auf dem Campus an Rückzugsmöglichkeiten für die Studierenden. Zudem werde oft vergessen, an die dunkle Vergangenheit des Campus als Areal der IG-Farben zu erinnern. Der Konzern war gleich mehrfach verstrickt in die Vernichtungsmaschinerie der NS-Zeit.

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