+
Die Frankfurter Messe wächst. Hier die neue Halle 12.

Messe in Frankfurt

Messe Frankfurt wird internationaler

  • schließen

Die Messe Frankfurt ist seit Jahren international aktiv. In diesem Jahr sind zehn neue Veranstaltung im Ausland geplant.

Die Messe Frankfurt betont gerne die Bedeutung des Frankfurter Standorts, des „Schwerpunkts der Geschäftstätigkeit“, wie es im aktuellen Geschäftsbericht heißt. Sie investiert auch in die Infrastruktur – die neue Messehalle 12, den Ausbau der Via Mobile, den anstehenden Abriss und Neubau der Halle 5, die Sanierung der Halle 6 und des Congress Centers.

Das Geld, um all das zu finanzieren, verdient die Messe schon lange nicht mehr allein in Frankfurt. Sie ist seit Jahren international aktiv und tritt nach Angaben des Unternehmens weltweit an 50 Standorten auf, mit 140 Veranstaltungen.

Im vergangenen Jahr machte die Messe Frankfurt rund 669 Millionen Euro Umsatz, ein Rekord. Der Gewinn vor Steuern lag bei rund 60 Millionen Euro. Doch während der Umsatz aus dem Auslandsgeschäft von Jahr zu Jahr zunimmt, fällt er im Inland entsprechend geringer aus. Zuletzt betrug der Auslands-Anteil am Konzern-Umsatz schon 40,9 Prozent, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Von ihren rund 2400 Mitarbeitern beschäftigt die Messe Frankfurt mehr als 1000 im Ausland. Auch das zeigt, welche Bedeutung die internationalen Aktivitäten haben. Sie hat 22 ausländische Tochtergesellschaften, ist an fünf Niederlassungen aktiv, und beschäftigt ein Netzwerk von Dutzenden weltweit agierender Handelspartner. Regionaler Schwerpunkt des Auslandsgeschäfts ist Asien und dabei vor allem der alles überragende Markt in China.

Der „Messemarkt in Europa ist weitgehend gesättigt“, heißt es im Geschäftsbericht. Unter diesem Vorzeichen gründete die Messe im vergangenen Jahr zehn Veranstaltungen in Dubai, Vietnam, Argentinien, USA, Südafrika, Indien und China. Im laufenden Jahr sind weitere zehn neue Veranstaltungen außerhalb Deutschlands geplant, davon fünf im Mittleren Osten, drei in Asien, zwei in Amerika.

In Frankfurt wurde zuletzt die Mobilitätsmesse Hypermotion an den Start gebracht. Durch die Verlegung der Konsumgütermesse Tendence vom Herbst auf Ende Juni wurde versucht, den Ausstellerrückgang zu stoppen. Auch agiert die Messe auf dem umkämpften deutschen Markt, mit Veranstaltungen in Stuttgart, Berlin, Hamburg, Nürnberg, Wiesbaden.

Die großen Publikumserfolge, die Frankfurter Buchmesse, die gerade zu Ende ging, und die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA), die im September 2019 das nächste Mal stattfindet, werden wiederum gar nicht von der Messe Frankfurt organisiert. Sie stellt nur das Gelände zur Verfügung.

Eigene Messeflächen im Ausland kauft die Messe Frankfurt, die zu 60 Prozent der Stadt Frankfurt und zu 40 Prozent dem Land Hessen gehört, nicht. Grundstücke und Immobilien im Ausland würden die Messe zu stark an einen Ort und die dortige Marktentwicklung binden und unflexibel gegenüber Veränderungen in der Branche machen, heißt es.

Für dieses Jahr erwartet die Messe Frankfurt wieder ein Umsatzplus, und damit einen neuen Umsatzrekord. Für Frankfurt wird nur mit einem „moderaten Anstieg bei Besuchern und Ausstellern“ gerechnet. Konzernstrategie bleibt neben der Internationalisierung des Frankfurter Standorts weiterhin der „Ausbau des Messegeschäfts im Ausland“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare