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Rückzieher bei der Messe Frankfurt: Veranstaltungen in Russland nun doch ausgesetzt

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Von: Florian Leclerc

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Die Messe Frankfurt macht 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Foto: Christoph Boeckheler
Die Messe Frankfurt macht 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. © Christoph Boeckheler

Die Messe Frankfurt hat angesichts des Angriffskrieges in der Ukraine ihre Veranstaltungen in Russland bis auf Weiteres ausgesetzt.

Update vom Dienstag, 01.03.2022, 18.35 Uhr: Die Messe Frankfurt setzt wegen der russischen Invasion in die Ukraine bis auf Weiteres alle Veranstaltungen in Russland aus. Dies habe die Geschäftsführung entschieden, teilte das vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt getragene Unternehmen am Dienstag mit. „Die Messe Frankfurt unterstützt alle Sanktionsmaßnahmen der Bundesregierung.“

Die Russlandgeschäfte laufen über die 2002 gegründete Tochter Messe Frankfurt RUS in Moskau mit rund 50 Beschäftigten. Vor wenigen Tagen hatte die Frankfurter Messegesellschaft mitgeteilt, dass in Russland 17 verschiedene Veranstaltungen organisiert werden, die in regulären, pandemiefreien Zeiten von 3900 Ausstellern und 155 000 Besuchern genutzt würden.

Messe Frankfurt: Messen in Russland sollen trotz Ukraine-Krieg stattfinden

Erstmeldung vom Samstag, 26.02.2022: Der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die Sanktionen der westlichen Welt gegen Russland könnten sich auf das Geschäft der Messe Frankfurt auswirken. „Die aktuelle Entwicklung in der Ukraine ist sehr tragisch“, betonte Messesprecher Markus Quint.

In der Ukraine biete die Messe Frankfurt keine Veranstaltungen und Messen an. Dafür aber in Russland, wie der für diese Region zuständige Messe-Geschäftsführer Detlef Braun ausführte.

Seit 2002 besitze die Messe Frankfurt mit der „Messe Frankfurt RUS“ eine Tochtergesellschaft in Russland. Dort seien rund 50 Mitarbeiter:innen beschäftigt, die Messen in Russland veranstalteten und für die Akquise von Kund:innen für die Veranstaltungen der Messe rund um den Globus sorgten. Derzeit plane die „Messe Frankfurt RUS“ 17 Veranstaltungen mit rund 3900 Aussteller:innen und 155 000 Besucher:innen, sagte Braun.

Messe Frankfurt bereitet fünf Fachmessen in Moskau vor

In diesem Jahr würden fünf Messen in Moskau vorbereitet: die Fachmesse für Bäckerei und Konditorei „Modern Bakery“(22.-25. März), die Fachmesse für Werkzeugbau „Rosmould“ (7.-9. Juni), die Fachmesse für dekorative und technische Beleuchtung „Interlight Russia“ (19.-22. September). Außerdem die Fachmesse für technische Textilien und Vliesstoffe „Techtextil Russia“ (20.-22. September) und die Fachmesse für Raumausstattung und Heimtextilien „Heimtextil Russia“ (20.-22. September).

Die fünf Messen sollen wie geplant stattfinden, sagte der Sprecher. „Auswirkungen auf das internationale Geschäft der Messe Frankfurt lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren, da die Art und der Umfang möglicher Sanktionen noch nicht bekannt ist.“

Laut Geschäftsbericht 2021 erwirtschaftete die Messe Frankfurt in Russland im Jahr 2020 einen Jahresfehlbetrag von minus 1,7 Millionen Euro. Das führte die Messe auf die Absage von Messen und Veranstaltungen während der Pandemie zurück. Vor der Pandemie 2019 lag der Jahresüberschuss in Russland noch bei 3,5 Millionen Euro.

Messe Frankfurt: 40 Prozent des Umsatzes im Ausland

Insgesamt macht die Messe Frankfurt etwa 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland und 60 Prozent in Deutschland. China ist für die Messe Frankfurt dabei der wichtigste Partner. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Messe Frankfurt einen Fehlbetrag von 200 Millionen Euro (2019: plus 48 Millionen Euro). Der Umsatz lag 2020 bei etwa 140 Millionen Euro (2019: 736 Millionen Euro).

Zum Ausgleich hat die Messe Kredite bei Banken und den Gesellschaftern sowie finanzielle Hilfen des Bundes in Anspruch genommen. Die Dividende in Höhe von 13 Millionen Euro im Jahr an die beiden Gesellschafter, die Stadt Frankfurt (60 Prozent) und das Land Hessen (40 Prozent) ist derzeit ausgesetzt. In diesem Jahr plane die Messe rund 300 bis 400 Veranstaltungen, sagte der Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung, Wolfgang Marzin, zuletzt im FR-Interview. Wie sich der Ukraine-Krieg auf das Messegeschäft auswirkt, muss sich noch zeigen. (Florian Leclerc)

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