Wirtschaft

Messe Frankfurt macht Rekordumsatz

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Das Unternehmen plant Investitionen in den angestammten Standort. Die Halle 5 wird abgerissen.

Es muss motivierend sein, für ein Unternehmen zu arbeiten, das von Jahr zu Jahr besser verdient. Wolfgang Marzin, der Vorsitzende Geschäftsführer der Messe Frankfurt, wirkt topmotiviert, als er den jüngsten Geschäftsbericht vorstellt. 2018 kann sich die Messe Frankfurt über eine Bestmarke beim Umsatz freuen (718 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss (50 Millionen Euro), also der Gewinn nach Steuern, liegt um ein Viertel über dem des Vorjahres. Ihren Gesellschaftern, der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen, überweist die Messe einen Millionenbetrag.

13 Millionen Euro. Das ist wenig im Vergleich zu den sozio-ökonomischen Effekten, die die Messe mit sich bringt. Aussteller und Besucher übernachten in Hotels, speisen in Restaurants, fahren Taxi und shoppen. „Das ist wie Nilschlamm“, sagt Geschäftsführer Uwe Behm.

Nilschlamm, nicht Mainschlamm. In Frankfurt, aber auch in Deutschland, hat sich die Zahl der Messen und Veranstaltungen nicht vermehrt. Die Messe Frankfurt wächst im Ausland. 17 neue Veranstaltungen sind in diesem und im kommenden Jahr geplant, etwa die Textilpflegemesse Clean Show an verschiedenen Orten in den Vereinigten Staaten, die Konsumgütermesse Interior Lifestyle Middle East in Dubai, die 3-D-Druck- und Materialwirtschaftsmesse Formnext South China in Shenzen. Mit ihrem internationalen Geschäft erwirtschaftet die Messe 41 Prozent ihres Umsatzes. In Frankfurt sei dafür eine „Turnaround-Story“ bei der Wohn- und Objekttextilienmesse Heimtextil geglückt, in welche die Messe vor mehr als einem Jahrzehnt investiert habe, als die Textilproduktion nach Asien abgewandert sei, sagt Geschäftsführer Detlef Braun. Heute sei die Heimtextil Weltmarktführer. Die Messe Frankfurt wiederum liegt nach Umsatz weltweit auf Platz drei, hinter den Messegesellschaften Informa und Reed.

In Frankfurt saniert das Unternehmen bis zur Buchmesse im Oktober die 50 Jahre alte Halle 6, für 40 Millionen Euro, was den Energieverbrauch deutlich senkt. Ab 2020 soll der Standort Frankfurt nur noch mit Ökostrom betrieben werden. Nach der Buchmesse wird die Halle 5 abgerissen und neu gebaut. Das 25 Jahre alte Congress Center wird saniert.

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