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Messe Frankfurt: China bremst aus

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Von: Sandra Busch

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2021 hat die Messe Frankfurt 154 Millionen Euro Umsatz gemacht. christoph boeckheler
2021 hat die Messe Frankfurt 154 Millionen Euro Umsatz gemacht. christoph boeckheler © christoph boeckheler*

Der Markt in China ist wegen Corona dicht, macht aber 35 Prozent des Umsatzes der Messe Frankfurt aus. Die Messe hofft täglich auf Öffnung.

Es war eine bittere Zeit. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Frankfurter Messe, Wolfgang Marzin, am Dienstag. „Das Gelände war teilweise in einem Dornröschenschlaf versunken.“ Während der Pandemie, als wegen Abstandsregelungen oder fehlender Genehmigungen lange viele Messen unmöglich waren. „So richtig kompensieren konnten wir das bei Umsatz und Ergebnis nicht, was da passiert ist. Und das hält auch leider noch an.“

In China etwa. „Ein Bremsklotz“, sagte Marzin am Dienstag. Ein großer Markt für die Messe Frankfurt, mit 35 Prozent des Umsatzes. „Und der hat seit einiger Zeit dicht“, das bremse das Geschäft aus. Denn die Lage sei derzeit aufgrund der chinesischen Null-Covid-Strategie „relativ unüberblickbar“. Schon bei wenigen Infektionsfällen würden ganze Hauptstädte abgeriegelt. „Wir haben da einige Unwägbarkeiten.“

Die Messe Frankfurt richtet in China zum Beispiel die Automechanika aus. Mit 6000 Ausstellerinnen und Ausstellern. „Da machen wir richtig Masse“, sagte Marzin. „Wenn so eine Messe kassiert wird, dann sind 25, 30, 40 Millionen Euro Umsatz flöten und nicht kompensierbar.“ Doch auch wenn in China gerade nichts geht: „Wir sitzen in den Startlöchern und sind von heute auf morgen betriebsbereit. Wir hoffen und bangen täglich“.

Bei den Messen in Frankfurt gehen die Verantwortlichen hingegen davon aus, dass sie stattfinden können. Auch wenn Corona noch nicht vorbei ist. Und nicht ganz klar ist, was im Herbst sein wird. „Wir streuen ab und zu noch einen Konjunktiv ein“, sagte Geschäftsführer Uwe Behm. „Doch wir sind fest überzeugt, dass die Messeveranstaltung und das Gelände bei Infektionskrankheiten, die durch die Luft übertragen werden, ein sicherer Ort sind.“ Bei Veranstaltungen im November vorigen Jahres seien Messungen vorgenommen worden. Die Studie habe gezeigt, dass auch bei vielen Menschen in den Hallen nie Grenzwerte überschritten worden seien, sondern es „fast Außenluftqualität gegeben hat“. Zusammen mit Hygienekonzepten und den Platzverhältnissen könne gewährleistet werden, dass „auf dem Messegelände nichts passiert“.

Seit mehr als 800 Jahren sei die Messe Frankfurt für persönliche geschäftliche Begegnungen zuständig, sie habe „Pest und Cholera überstanden“, sagte Marzin. „Wir wissen, es kommt immer Licht am Ende des Tunnels.“ Und jetzt sei Licht zu sehen.

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