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Menstruation an Schulen enttabuisieren

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Freuen sich über ihren schnellen Erfolg: Nila Minneker, Harrison Krampe, Florian Ulrich (v.r.) neben dem Spender. Monika Müller
Freuen sich über ihren schnellen Erfolg: Nila Minneker, Harrison Krampe, Florian Ulrich (v.r.) neben dem Spender. Monika Müller © Monika Müller

Die Schillerschule ist Teil des Pilotprojekts zu kostenlosen Hygieneartikeln

An der Schillerschule in Sachsenhausen gibt es seit dieser Woche Spender mit Menstruationsartikeln, auf die Schüler:innen zurückgreifen können, falls sie selbst keine Artikel dabei haben.

Die Schillerschule ist damit Teil eines Pilotprojekts, das sich neben Schulen auch an Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit richtet. Es wurde durch eine Initiative des Stadtschüler:innenrates Frankfurt ins Leben gerufen und durch einen Antrag der Römerkoalition Ende letzten Jahres eingebracht. Neben fünf Schulen aus der Bildungsregion Nord hatte sich die Schillerschule eigenständig dafür eingesetzt, auch Teil der Testphase sein zu können. Das ist unter anderem dem Einsatz der stellvertretenden Stadtschulsprecher:innen Nila Minneker und Harrison Krampe zu verdanken, die selbst das Gymnasium besuchen. „Uns geht es hierbei um Inklusion. Wir möchten die Bedürfnisse aller Menschen, die hier zur Schule gehen, mitdenken“, sagt Krampe und erklärt, dass die Produkte nicht nur in den Mädchentoiletten zu finden sein werden, sondern auch im „Klo für alle“. Gerne hätten sie alle Toiletten mit Spendern ausgestattet, damit auch männlich gelesene und menstruierende Personen niedrigschwellig von den Produkten Gebrauch machen können, aber das sei in dieser Phase des Pilotprojekts noch nicht vorgesehen gewesen. „Wir hoffen aber, dass das in Zukunft auch möglich sein wird“, sagt Minneker und erklärt, sie habe im Antrag bewusst von menstruierenden Menschen gesprochen.

Dass es bei dem Projekt aber nicht nur darum geht, den Stress einer plötzlich einsetzenden Periode im Schulalltag zu vermindern und Schüler:innen finanziell zu entlasten, sondern auch um Aufklärung und Enttabuisierung des Themas Menstruation, betont Stefanie Knatz. Sie ist Biologielehrerin an der Schillerschule. Ihr war es wichtig, dass das Projekt von den Schüler:innen selbst in die Schulgemeinschaft eingeführt wurde, stand aber dennoch unterstützend zur Seite. Schulsprecher Florian Ulrich erzählt: „Wir sind diese Woche auch schon gemeinsam durch die Unterstufe gelaufen und haben gezielt Aufklärungsarbeit betrieben.“ Die Reaktion auf das neue Angebot sei durchweg positiv, und er ist sich sicher, dass es in Verbindung mit guter Aufklärung zu einem besseren Schulklima beitragen könne.

Auch Britta Wollkopf (VOLT), die in der Römerkoalition und im engen Austausch mit dem Schüler:innenrat den Antrag für die Umsetzung des Pilotprojekts formuliert hatte, ist überzeugt davon, dass ein solches Angebot einen wichtigen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit leisten kann. Sie denke dabei an diejenigen, die aus Mangel an Produkten zu Hause erst gar nicht am Schulunterricht teilnähmen, und wünscht sich ein stärkeres Bewusstsein und eine Enttabuisierung des Themas in der Gesamtgesellschaft. „So wie Toilettenpapier und Seife sollten eben auch Menstruationsprodukte zu öffentlichen Toiletten dazugehören“, so Wollkopf.

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