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Jörg Meuthen, Hans Joachim Mendig und Moritz Hunzinger beim Plausch. 

Hans Joachim Mendig

Geschäftsführer der hessischen Filmförderung trifft sich mit AfD-Chef Jörg Meuthen

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Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der hessischen Filmförderung, trifft sich mit AfD-Chef Jörg Meuthen. Das sorgt für Irritationen.

Die Szenerie wirkt gelöst. Drei Männer sitzen mit Kaffeetassen und Wassergläsern an einem Tisch, die Hemdsärmel teils lässig hochgekrempelt, die Gesichter lächelnd und entspannt. „Sehr angeregter und konstruktiver politischer Gedankenaustausch heute in Frankfurt“ steht unter dem Bild, das auf der Plattform Instagram hochgeladen wurde.

Dass das Foto, Mitte Juli auf dem Instagram-Account des AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen veröffentlicht, in Hessen derzeit für einiges Kopfschütteln sorgt, liegt an den beiden Männern, die neben Meuthen darauf zu sehen sind. Es sind der bekannte Frankfurter PR-Berater Moritz Hunzinger und Hans Joachim Mendig, Fernsehproduzent und seit 2015 Geschäftsführer der Hessen Film und Medien GmbH – der hessischen Filmförderung.

Jörg Meuthen schon durch radikale Aussagen aufgefallen

Jörg Meuthen, seit 2015 einer von zwei Bundessprechern der in Teilen rechtsextremen AfD, wird oft als gemäßigter Vertreter seiner Partei wahrgenommen. Doch auch Meuthen ist schon durch radikale Aussagen aufgefallen. 2017 klagte er etwa bei einem AfD-Bundesparteitag, er treffe in seiner Heimatstadt „nur noch vereinzelt Deutsche“. Deutschland sei aber „unser Land“, und: „Wir müssen es zurückerobern“.

Dass PR-Mann Moritz Hunzinger, der auch als Honorarprofessor an einer ukrainischen Universität tätig ist, mit derartigen Aussagen eher wenig Probleme hat, liegt zumindest nahe. Erst kürzlich hatte er für Wirbel gesorgt, weil er auf Facebook unter den Eintrag eines CDU-Bundestagsabgeordneten geschrieben hatte: „Mit Kohl gäbe es diese scheußliche Masseneinwanderung von Wilden hierzulande nicht.“ Die im Anschluss folgenden Rassismus-Vorwürfe wies Hunzinger zurück, er stehe „wie eine Eins“ zu Deutschland und sei eben ein Gegner einer „unkontrollierten Einwanderung“.

Was haben Mendig, Meuthen und Hunzinger zu besprechen?

Bleibt die Frage, was Hans Joachim Mendig, für die Förderung hessischer Filmschaffender und ein Budget von 11,5 Millionen Euro pro Jahr zuständig, mit Meuthen und Hunzinger zu besprechen hatte. Trotz mehrfacher Nachfrage der Frankfurter Rundschau war Mendig allerdings für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das für die Hessen Film und Medien GmbH zuständig ist, teilte der FR mit, man habe nach Bekanntwerden des Fotos umgehend bei Mendig nachgefragt, wie dieses entstanden sei. Nach Mendigs Angaben habe es sich um eine private Gelegenheit gehandelt, „die nicht in Bezug zur Hessen Film und Medien GmbH stand“. Man nehme diese Aussage „ebenso zur Kenntnis wie die Verwunderung über dieses Treffen in der hessischen Filmszene, die für Vielfalt, Akzeptanz und Weltoffenheit steht“, so das Ministerium. Ministerin Angela Dorn (Grüne) teile diese Verwunderung.

Von Hanning Voigts

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