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Mehr als zehn Millionen Übernachtungen in Frankfurt

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Die Touristenzahlen in Frankfurt steigen zum neunten Mal in Folge – und ein Ende des Booms ist noch nicht in Sicht.

Frankfurt hat im vergangenen Jahr so viele Touristen und Geschäftsreisende angezogen wie noch nie. Die Beherbergungsbetriebe verkauften fast 10,15 Millionen Übernachtungen, wie Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Freitag mitteilte. Das ist ein Plus von 6,3 Prozent. Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg auf 5,93 Millionen, was einem Anstieg um 5,9 Prozent entspricht. Damit ist das Jahr für die früher fast nur als Geschäftsreiseziel wahrgenommene Stadt mit dem neunten Tourismusrekord zu Ende gegangen.

Dass Frankfurt zum ersten Mal in der Geschichte die „magische Grenze“ von zehn Millionen Übernachtungen überschritt, habe ihn positiv überrascht, sagte Feldmann. Noch bei seinem Amtsantritt hätte er sich nicht vorstellen können, dass die Stadt einmal so viele Reisende anziehen könnte, hieß es bei der Präsentation der Gäste- und Übernachtungszahlen.

Keine deutsche Großstadt zieht im Verhältnis zur Zahl der Einwohner inzwischen so viele Touristen an wie Frankfurt. In absoluten Zahlen übernachten nur noch in Berlin, München und Hamburg mehr Gäste. International liegt Frankfurt bei den Touristenzahlen auf einem Niveau mit Städten wie Mailand, Lissabon und Budapest.

Besonders stark zugelegt hat das Geschäft mit Reisenden aus dem europäischen Ausland, wie der Frankfurter Tourismuschef Thomas Feda erläuterte. Die Zahl der Übernachtungen mit Gästen aus dem Vereinigten Königreich, Spanien und Italien etwa wuchs jeweils um einen zweistelligen Prozentsatz an. Auch die Zahl der Touristen aus den Vereinigten Staaten stieg mit 7,3 Prozent erneut stark. In Zukunft dürften nach Einschätzung Fedas unter anderem Reisende aus Indien eine wachsende Rolle auf dem Frankfurter Markt spielen. Hohe Wachstumsraten sieht er auch bei Touristen aus Südosteuropa.

Trotz sicherheits- und wirtschaftspolitischer Unsicherheiten rechnen Feldmann und Feda auch künftig mit erneuten Rekordzahlen. Die Rede war von einem Anstieg der Übernachtungszahlen um drei Prozent.

Obwohl allein im vergangenen Jahr 18 neue Hotels öffneten, inzwischen 298 Beherbergungsbetriebe mit 56 092 Betten um Gäste konkurrieren, liegt die Zimmerauslastung stabil bei knapp 70 Prozent. Noch immer aber sind einige sehr große Hotels im Bau oder geplant. Ständig kommen neue Projekte hinzu. Am Freitag etwa wurde der Bau eines Hotels im Flughafenstadtteil Gateway Gardens angekündigt. Ein Haus der Kette Staycity mit 269 Zimmern soll entstehen.

Stagnieren die Übernachtungszahlen, könnte es folglich, wie es in Thomas Fedas Bericht heißt, zu einer Überkapazität kommen. Beim Maklerhaus Engel & Völkers hat man überschlagen, dass schon im Jahr 2021 etwa 11,6 Millionen Übernachtungen verkauft werden müssen, um das bisherige Auslastungsniveau zu erreichen. „Neue Hotelbetten in Frankfurt suchen nach Gästen“, hat das Unternehmen seinen neuen Hotelmarktreport denn auch überschrieben. Folgt man der Prognose im Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien-Ausschusses, dürften sie fündig werden. Diese geht von 12,4 Millionen verkauften Übernachtungen im Jahr 2021 aus.

Auch wegen des steigenden Angebots stagnieren die Zimmerpreise in Frankfurt laut Engel & Völkers im Schnitt bei 111 Euro. München ist für Touristen mit 129 Euro deutlich teurer, Hamburg mit 115 Euro etwas.

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