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Eine neue Überwachungskamera mit acht Objektiven steht in einem Polizeirevier in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Sicherheit

Mehr Überwachung per Video in Frankfurt

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Es gibt zusätzliche Kameras für die Hauptwache und das Bahnhofsviertel.

Frankfurt weitet die Videoüberwachung aus, um Kriminalität zu verhindern, Straftaten zu verfolgen und Menschen ein besseres Sicherheitsgefühl zu geben. An einem Standort im Bahnhofsviertel und an der Hauptwache werden erstmals Kameras installiert, an drei weiteren Standorten die Geräte modernisiert.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) übergab dafür am Montag in Frankfurt einen symbolischen Scheck in Höhe von 1,2 Millionen Euro an den Sicherheitsdezernenten Markus Frank (CDU). Die Stadt trägt weitere 600 000 Euro an den Kosten.

Der Magistrat aus CDU, SPD und Grünen hatte sich 2017 darauf verständigt, dass die Geräte an der Hauptwache sowie an der Ecke Taunusstraße/Elbestraße angebracht werden. Die Frankfurter Polizei hatte diese Standorte vorgeschlagen. Polizei-Vizepräsident Walter Seubert sagte, die Ecke im Bahnhofsviertel sei ein Kriminalitäts-Schwerpunkt, an dem auf „winzigem Raum“ jedes Jahr 1000 Straftaten verübt würden. Dabei geht es laut Dezernent Frank etwa um Drogenhandel.

Neben den zwei neuen Standorten werden die Überwachungsanlagen an drei Standorten mit aktueller Technik ausgestattet. Dies betrifft die Videoanlagen an der Konstablerwache, auf dem Bahnhofsvorplatz und an der Ecke Kaiserstraße/Moselstraße im Bahnhofsviertel. Die neue Technik bietet nach Angaben der Verantwortlichen einen 360-Grad-Blick.

Die Frankfurter Polizei verfügt neben den festen Überwachungsanlagen noch über zwei mobile Videoanlagen. Sie werden nach Angaben von Polizeivizepräsident Seubert auf der Düsseldorfer Straße in der Nähe des Bahnhofs sowie im Allerheiligenviertel eingesetzt. Dezernent Frank berichtete, dass eine solche mobile Anlage auch zur Überwachung des Weihnachtsmarkts genutzt werde, um Taschendieben das Handwerk zu legen.

Diskussion über stärkere Kameraüberwachung

Zufällig war die Pressekonferenz an jenem Tag angesetzt, an dem die tödliche Attacke auf ein Kind im Hauptbahnhof verübt wurde, und zwar im 4. Revier in der Gutleutstraße, das für die Umgebung des Bahnhofs zuständig ist. Der Minister dankte den „couragierten Mitbürgern“, die den mutmaßlichen Täter verfolgt und festgehalten hatten. Beuth räumte ein, dass diese Tat wohl auch mit einer Videoüberwachung nicht hätte verhindert werden können.

Andere Delikte würden aber gestoppt. So bräuchten Taschendiebe Menschenmengen, um ihre Taten zu verüben, und wichen nicht in andere Gegenden aus. Beuth bedankte sich bei den Verantwortlichen der Stadt Frankfurt, dass sie im Jahr 2000 als Pilotprojekt für die Videoüberwachung öffentlicher Plätze in Hessen gestartet sei.

Die Kameras brächten ein Sicherheitsgefühl mit sich, das die Menschen bräuchten, um in Freiheit leben zu können, sagte Beuth. „Der weit, weit überwiegende Teil ist dankbar dafür.“

Die Diskussion über eine stärkere Kameraüberwachung hatte sich in Frankfurt nach den massiven sexuellen Übergriffen in Köln in der Silvesternacht 2015/16 entwickelt und zu dem Beschluss des Magistrats geführt. Dezernent Frank geht davon aus, dass die Anlagen bis Ende des Jahres installiert werden können.

Die Polizei soll personell so gut ausgestattet werden, dass sie die Bilder rund um die Uhr verfolgen kann. Die Aufnahmen sollten bis zu 30 Tagen gespeichert werden, um Anzeigen nachgehen zu können, die erst einige Zeit nach einer Straftat gestellt werden, erläuterte Seubert.

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