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Mehr Straße, weniger Wald im Frankfurter „Fecher“

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Von: Thomas Stillbauer

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Bagger bei der Rodung im Fechenheimer Wald.
Bagger bei der Rodung im Fechenheimer Wald. © Peter Jülich

Die Autobahn-GmbH will weiter roden für eine veränderte Anschlussstelle an der Borsigallee. Die Planänderung ist aber noch nicht beschlossene Sache.

Die Autobahn-GmbH hat bestätigt, dass für den Bau des Riederwaldtunnels in Frankfurt mehr Wald gerodet werden soll als die derzeit geplanten 2,7 Hektar, von denen bereits 2,2 Hektar gefällt sind.

Hintergrund sei „Optimierungspotenzial“ gegenüber dem geltenden Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2007, hieß es auf Anfrage der FR. Der Hessische Rundfunk hatte am Mittwochmorgen zuerst berichtet.

„Weitere Fällungen im geringen Umfang“

Dabei geht es um die Autobahnanschlussstelle Borsigallee: Sie soll mehr Fläche erhalten als bisher vorgesehen. Die Variante solle „im Zuge einer Planänderung berücksichtigt und zum Baurecht geführt werden“, teilte die Autobahn-GmbH mit. Wie groß die dafür erforderlichen Flächen sind, stehe noch nicht fest: „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir jedoch davon aus, dass weitere Fällungen im geringen Umfang hierbei erforderlich werden.“ Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen würden im Zuge des Planänderungsverfahrens festgelegt.

Die Waldschutzbewegung äußerte sich über die Pläne wenig überrascht. „Das sind wir schon aus dem Dannenröder Forst gewohnt“, sagte Alexis Passadakis von Klimattac der FR: „Plötzlich ist noch eine Baustraße nötig, irgendeine Planänderung, und dafür müssen dann noch mehr Bäume gefällt werden.“ Es sei ohnehin zu erwarten, dass viele weitere Bäume absterben, die durch die Rodungen im Wald in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das befürchtet auch Willi Loose, Vertreter des Aktionsbündnisses Unmenschliche Autobahn. Die Autobahn-GmbH wolle ein ganzes „Ohr“ für die Abfahrt hinzubauen, außerdem würden weitere Bäume für die Zufahrt im Teufelsbruch gefällt werden. Er habe die neuen Pläne angefordert, aber noch nicht erhalten, sagte er. Ebenso sei ihm bisher der Zugang zur Trasse der gerodeten Baustraße verwehrt worden, um Auswirkungen der Arbeiten auf die Heldbockkäferpopulation zu untersuchen. Wegen eines Termins dafür sei man in Kontakt, hieß es seitens der Autobahn-GmbH auf FR-Anfrage.

Sonntag wieder Waldspaziergang

Für den kommenden Sonntag, 14 Uhr, werde wieder zum Waldspaziergang in den Fechenheimer Wald eingeladen, sagte Passadakis. Klimattac kündigte weitere Aktionen an.

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