1. Startseite
  2. Frankfurt

Mehr Sicherheit für Kinder in Frankfurt

Erstellt:

Von: Steven Micksch

Kommentare

Junior-Chef Alexander Dohn bringt den Aufkleber an der Schuhmacherei Lenz an.
Junior-Chef Alexander Dohn bringt den Aufkleber an der Schuhmacherei Lenz an. © christoph boeckheler*

Das Projekt Noteingang will noch mehr Schutzräume in Frankfurt anbieten. Dabei sollen Geschäfte als Anlaufstellen fungieren. Ein Aufkleber zeigt den Kindern, wo sie Hilfe bekommen können.

Das weiße Haus mit dem freundlichen Gesicht hält seine Tür offen und sagt: „Komm rein!“ Es ist Teil des gelben Aufklebers, der nun auch an der Fensterscheibe der Schuhmacherei Lenz in der Münchener Straße im Bahnhofsviertel zu finden ist. Der Betrieb ist damit Teil des Frankfurter Netzwerks „Noteingang – hier finden Kinder Hilfe“. Mehr als 1100 solcher Noteingänge gibt es im Stadtgebiet.

Nach der Corona-Pandemie soll das Projekt, das 2008 in Kooperation mit dem Präventionsrat der Stadt Frankfurt und der Polizei Frankfurt entwickelt wurde, wieder belebt werden. In vielen Stadtteilen wurden die Noteingänge in den zurückliegenden Monaten nicht aktualisiert. Nun muss geschaut werden, welche Geschäfte es weiterhin gibt oder wo vielleicht neue gewonnen werden können. Betreut und organisiert wird die Kampagne weiterhin von der Geschäftsstelle des Präventionsrats in der Wilhelm-Leuschner-Straße.

Im Bahnhofsviertel gebe es acht bis neun Geschäfte, die als Noteingang fungieren, berichtet der Kinderbeauftragte für das Bahnhofsviertel, Felix Mause. Gemeinsam mit Niklas Möller – dem Schutzmann vor Ort – und Eltern der Karmeliterschule hat er die Aktualisierung im Bahnhofsviertel in die Hände genommen. „Es ist nicht einfach, die Leute zum Mitmachen zu bewegen“, sagt Mause. 20 Läden hatten sie angefragt, nur ein Teil sagte zu.

Wichtig sei es, entlang des Schulwegs zur Karmeliter- oder Weißfrauenschule die kleinen Schutzräume zu haben. Klaus-Dieter Strittmatter, Leiter der Geschäftsstelle des Präventionsrats, erklärt, es fänden regelmäßige Begehungen mit den Kindern statt, damit diese das Logo auch erkennen und wissen, wohin sie im Sorgenfall gehen können. Auch diese Begehungen mussten wegen Corona lange ausfallen. Die jüngsten Klassen kennen das Logo und die Noteingänge in ihrer Nachbarschaft noch gar nicht.

Dabei müsse es gar nicht um eine große Bedrohung gehen. Mal muss ein Kind einfach nur auf die Toilette oder hat seinen Schlüssel verloren und braucht Hilfe. Doch auch bei Mobbing oder anderen ernsteren Gefahren sollen die Kinder Unterstützung finden.

Dafür bekommen die Inhaber ein Informationsblatt und eine Karte mit allen wichtigen Telefonnummern. Zudem erklären ihnen die Verantwortlichen vor Ort ihre Aufgabe genau. Wie oft die stadtweiten Noteingänge frequentiert werden, wird nicht speziell erfasst. Es seien aber wenige ernste Fälle darunter. Kleine Hilfen würden meist gar nicht explizit erwähnt. Strittmatter vergleicht die Noteingänge mit Feuerlöschern: „Nur weil man sie nicht benutzt, heißt es nicht, dass sie nicht notwendig sind.“

Auch interessant

Kommentare