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Krach und Müll bei Partys im Frankfurter Nordend: Anwohnende fordern Ruhe

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Von: Boris Schlepper

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Viele Menschen im Nordend fühlen sich von den Feiernden gestört - wie hier am Luisenplatz.
Viele Menschen im Nordend fühlen sich von den Feiernden gestört - wie hier am Luisenplatz. © Rolf Oeser

Ein runder Tisch sucht nach Lösungen im Kampf gegen nächtliche Partys im Nordend. Die Stadt Frankfurt plant umfangreiche Maßnahmen für die nächste Saison.

Frankfurt – Sobald es das Wetter zulässt, wird es an vielen Plätzen im Nordend abends oft laut. Hunderte von Menschen treffen sich dann auf Friedberger, Merian-, Luisen-, Matthias-Beltz- und Martin-Luther-Platz. Vor allem freitags und samstags wird dort bis spät in die Nacht gefeiert. Zum Leidwesen viele Anwohnerinnen und Anwohner, die über Krach und Müll der zunehmend ausufernden Partys klagen. Bereits zur kommenden Saison könnte es eine Lösung geben, sagt Ordnungs- und Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP).

Im Januar hat sie einen ersten Runden Tisch mit dem Namen „Nächtliches Leben in Frankfurt“ mit Anwohnenden, Polizei, FES, Sportjugend, Gastronomie, der Stabsstelle Sauberes Frankfurt und Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Behörden und dem Ortsbeirat 3 (Nordend) einberufen. Über welche konkreten Maßnahmen, wie die Situation beruhigt werden kann, gesprochen wurde, haben die Teilnehmer:innen Stillschweigen vereinbart.

Sie sollen nach einem zweiten Treffen im März bekannt gegeben werden, sagt Dezernentin Rinn auf Anfrage. Bislang seien Ideen gesammelt worden, die jetzt geprüft werden. „Wir tun das Beste, etwas für die kommende Saison hinzubekommen.“ Es seien aber auch mittel- und langfristige Ansätze dabei.

Ausufernde Partys im Frankfurter Nordend: „Da muss jetzt was passieren“

Die Vorsteherin des Ortsbeirats 3, Karin Guder (Grüne), hätte sich einen zweiten Runden Tischen noch im Februar gewünscht. „Die Saison geht bald los, da muss jetzt etwas passieren.“ Sie sei jedoch optimistisch, dass eine Lösung gefunden und es eine „konkrete Entlastung für die Anwohner“ geben wird. Guder hofft, dass die Forderungen des Stadtteilgremiums umgesetzt werden. Dieses hatte sich etwa dafür ausgesprochen, für alle Plätze im Nordend ein einheitliches Konzept umzusetzen, damit die Feiernden nicht weiterziehen. Auch forderte der Ortsbeirat, dass die Stadt zentrale Flächen zum Feiern ausweist, etwa in der Innenstadt.

Dass sich an dem Runden Tisch so viele Vertreter:innen verschiedener Interessen beteiligt haben, sei ein guter Ansatz, lobt Guder. „Da hätten man schon vorher drauf kommen können.“ Auch Anwohnerinnen und Anwohner der Nordend-Plätze begrüßen es, dass so viele Fachleute an dem Treffen beteiligt waren. Sie fordern vor allem, dass zeitnah etwas geschieht. Die Partys liefen nicht nur im Sommer, wenn es warm ist, sagt Silke Jungfleisch, Anwohnerin und Mitinitiatorin der Bürgerinitiative Luisenplatz. Auch in den Wintermonaten werde in abgeschwächter Form immer wieder gefeiert. „Es darf nicht erst in vier bis fünf Jahren etwas passieren“, sagt Ulrike Schneider, die ebenfalls am Luisenplatz wohnt.

Partys eskalieren: Problem im Nordend in Frankfurt muss ganzheitlich angegangen werden

Klar sei, dass nicht alle Maßnahmen sofort umgesetzt werden könnten, sagt Kaweh Nemati, der am Merianplatz wohnt und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Untere Berger Straße ist. Doch könne etwa die Polizei einschreiten wie nach den Randalen am Opernplatz im Sommer 2020. Da habe man gesehen, „wie leicht etwas umsetzbar ist“, so Nemati. Auch müsse etwas unternommen werden, dass sich die Feiernden nicht weiter bis spät in die Nacht an den Kiosken mit Alkohol versorgen können.

Die Polizei könne natürlich nicht überall sein, räumt Ulla Lorenz ein, die am Matthias-Beltz-Platz wohnt. Es müsse aber dennoch zeitnah etwas passieren. Bei ihr sei bei gutem Wetter „jeden Tag etwas los“. Wichtig sei es deshalb, das Problem ganzheitlich zu betrachten, so Jungfleisch, und ein koordiniertes Vorgehen für alle fünf Plätze. Die Erfahrungen könnten dann auch an anderen Stellen in Frankfurt umgesetzt werden, wo es ähnliche Probleme gebe, so Schneider. (Boris Schlepper)

Schon seit mehreren Jahren eskalieren die Partys im Nordend. Schon 2020 forderten Anwohner:innen die Räumung des Luisenplatzes ab 22 Uhr: Besonders in der Corona-Pandemie sind die Quartiersplätze im Nordend zum Party-Hotspot Frankfurts geworden. Die Stimmung wird immer aggressiver. (Boris Schlepper)

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