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Mehr Radfahrer in der Innenstadt

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Von: Florian Leclerc

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So frei ist die Alte Brücke für Radfahrer nur bei der "Bike-Night" des ADFC.
So frei ist die Alte Brücke für Radfahrer nur bei der "Bike-Night" des ADFC. © Rolf Oeser

In der Frankfurter City fahren weniger Autos als bei der vorherigen Verkehrszählung. Am Stadtrand sieht das anders aus.

In der Frankfurter Innenstadt sind rund ein Drittel mehr Radfahrer unterwegs als noch vor zwei Jahren. Das hat eine neue Verkehrszählung der Stadt ergeben. Demnach stieg die Zahl der Radfahrer entlang des Alleenrings, des Hauptbahnhofs und der Mainbrücken von 33 000 auf 44 000 Radfahrer binnen acht Stunden.

In der Innenstadt wurden laut Zählung rund 1000 Fahrzeuge weniger erfasst als noch vor zwei Jahren. Am Stadtrand stieg der Kfz-Verkehr um 1000 Fahrzeuge binnen acht Stunden an.

„Daraus müssen wir Schlussfolgerungen für die Frankfurter Verkehrspolitik ziehen“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling, der die Stadtrandzählung vorstellte. „Wir wollen den öffentlichen Nahverkehr stärken, den Radverkehr ausbauen und soweit es möglich ist, den Fußgängern zusätzliche Flächen bereitstellen.“

Alle zwei Jahre im Herbst erfasst die Stadt den Kfz- und Fahrradverkehr in einem äußeren und einem inneren Ring in der Stadt. Der äußere Kreis liegt an den Autobahnabfahrten, „wo der Verkehr zum ersten Mal städtische Straßen befährt“, sagte Axel Fleischer, der Leiter des Referats für Mobilitäts- und Verkehrsplanung im Straßenbauamt. Der innere Ring führt vom Anlagenring über die Messe und den Hauptbahnhof zum Main. Gemessen werde jeweils im Zeitraum von acht oder 24 Stunden, je nach Verfügbarkeit der technischen Geräte, sagte Fleischer,

Als Beispiel für die Förderung von Radfahrern und Fußgängern nannte Oesterling die Große Friedberger Straße, die die Stadt umgestaltet hatte. Dort seien die 42 neuen Fahrradbügel für 84 Räder „schon nach ein paar Tagen belegt“ gewesen. Nach diesem Beispiel würden weitere Nebenstraßen der Zeil, wie die Stiftstraße, aufgewertet. Fußgänger und Fahrradfahrer sollen laut Oesterling am Mainkai mehr Raum bekommen.

Die Koalition wolle die nördliche Mainuferstraße versuchsweise für Jahr für den Autoverkehr sperren. Einen Zeitpunkt für den Beginn der Sperrung nannte er nicht.

In der Innenstadt habe der Autoverkehr in den vergangenen 30 Jahren um rund 30 Prozent abgenommen, sagte Oesterling. Das wirke sich positiv auf die Menge an Feinstaub und Stickoxiden in der Luft aus. „In der Innenstadt hat der öffentliche Nahverkehr einen ganz hohen Stellenwert“, sagte er. Der Nahverkehr und der Ausbau des Fahrradverkehrs entlaste die Innenstadt ökologisch.

Die Zunahme des Kfz-Verkehrs am Stadtrand nannte Oesterling „nicht so erfreulich“. Die Steigerung betrage über drei Dekaden gerechnet rund 22 Prozent. Es gebe „deutliche Defizite“ bei der Anbindung von Gewerbegebieten am Stadtrand an den Nahverkehr. „Wir brauchen die Regionaltangente West“, sagte er.

Bei den Tarifen gebe es „Nachholbedarf“. Oesterling schlug eine „differenziertere Wabenstruktur“ oder „überlappende Tarifgebiete“ vor. Damit könnten die bisherigen Tarifsprünge bei Fahrten über die Stadtgrenze vermieden werden, ohne dass es wie beim vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) getesteten „Smart“-Tarif zu deutlichen Preissteigerungen bei längeren Fahrten durch die Stadt komme.

Oesterling kündigte darüber hinaus an, dass die Straßenbahnlinien 17 und 18 künftig alle 7,5 Minuten statt alle zehn Minuten fahren sollen. Auf der Buslinie 34 würden künftig längere Gelenkbusse fahren.

Die Ergebnisse der Verkehrszählung will das Verkehrsdezernat in der kommenden Woche auf der städtischen Homepage veröffentlichen.

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