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Planung

Mehr Platz zum Lehren und Lernen

Neuer Planungsrahmen soll zeitgemäßes pädagogisches Arbeiten ermöglichen.

Heute sehen Schulen von innen meist so aus: Es gibt lange Flure, von denen die einzelnen Klassenräume abgehen. Unterrichtet wird hinter verschlossenen Türen, der Lehrer steht an der Tafel, die Schüler hören zu. Die Flure sind verwaist. Dieses Bild soll in Frankfurt bald der Vergangenheit angehören. Der Magistrat hat einen neuen Planungsrahmen für neue weiterführende Schulen beschlossen. Die sollen größer, vielfältiger nutzbar und behindertengerecht werden und wenn erwünscht ein anderes Lernen und Arbeiten ermöglichen.

„Mit dem Beschluss des neuen Planungsrahmens stellen wir die Weichen für den weiterführenden Schulbau des 21. Jahrhunderts in Frankfurt und legen die Leitlinien für die anstehenden Neubauten von Gymnasien und Gesamtschulen fest“, teilte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) gestern mit. Das neue Modell wurde seit September 2018 erarbeitet, unterstützt vom Kölner Büro Schneider-Meyer. Wie in den Schulentwicklungsplänen festgehalten ist, sollen in den kommenden Jahren 14 neue Gymnasien und Gesamtschulen gebaut werden. Der letzte Planungsrahmen für Gymnasien stammt aus dem Jahr 2009, der für Gesamtschulen ist ein Jahr jünger. Doch die Anforderungen an Schulen sind in den vergangenen Jahren gestiegen: Integration, Inklusion, Ganztagsbereich – alles muss berücksichtigt werden.

„Es geht heute um nicht weniger als einen Lebensort für Lehrende und Lernende, die den ganzen Tag in diesen Gebäuden verbringen“, so Weber. „Es geht um Aufenthaltsqualität, um Rückzugsräume, Differenzierungsräume, klassenübergreifende Kooperation, erfahrungsorientiertes Lernen und multiprofessionelle Teamentwicklung.“ Der Schulbau von heute müsse „zeitgemäßes pädagogisches Arbeiten“ ermöglichen, Abwechslung in den Schulalltag bringen und „mehr Freude am Lernen“ vermitteln.

Bei dem vorgelegten Konzept handelt es sich lediglich um einen Rahmen, der eine Quadratmeterobergrenze vorgibt, die die Schulen nach ihren eigenen Profilen und pädagogischen Vorstellungen ausfüllen können. Fest steht nur: Ein Gymnasium soll künftig 10,9 Prozent mehr Fläche haben. Ein sechszügiges Gymnasium kann dann also bis zu 10 000 Quadratmeter groß sein. Gesamtschulen wachsen um 6,9 Prozent, so dass eine vierzügige Gesamtschule dann 5300 Quadratmeter umfasst. Wie die Schulen die Quadratmeter aufteilen, ist ihnen selbst überlassen. So können sich Gymnasien etwa für offene Lernbereiche wie breite große Flure entscheiden, an die kleinere Klassenräume angeschlossen sind, oder für größere Klassenräume mit angegliederten Differenzierungsräumen. Alles ist möglich.

„Es geht aber nicht nur um mehr Fläche, sondern auch um eine effizientere Nutzung bestehender Flächen über den ganzen Schultag“, so Weber. So würden heute Räume wie etwa Cafeteria, Bibliothek oder Aula oft nur teilgenutzt oder monofunktional. Das soll es künftig nicht mehr geben. Alle Räume sollen multifunktional und ganztägig genutzt werden. Zudem sollen sich die Schulen dem Stadtteil öffnen und Räume an Dritte vermieten können.

In sieben Jahren sollen nach Angaben der Bildungsdezernentin Erfahrungen mit dem neuen Planungsrahmen ausgewertet werden. Doch jetzt muss erst einmal dieser neue Planungsrahmen für die weiterführenden Schulen von den Stadtverordneten beschlossen werden. Dies soll im Januar geschehen.

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