Fahrverbote

Flächen für Park-and-Ride sind rar

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ie Stadt benennt Straßen, auf denen sie Busspuren errichten will.

Zur Vermeidung eines Fahrverbots will Frankfurt sieben Busspuren einrichten (siehe Kasten. Diese beschleunigten den Nahverkehr und machten Autofahren unattraktiver, heißt es in einem Schreiben der Stadt an den Verwaltungsgerichtshof (VGH) Kassel.

Der VGH verhandelt die Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Wiesbaden, das ein Fahrverbot in der Frankfurter Umweltzone verhängt hatte. Die Deutsche Umwelthilfe hatte das Land Hessen auf die Einhaltung der Stickstoffdioxidgrenzwerte in Frankfurt verklagt. Das Land Hessen muss den Luftreinhalteplan für die Stadt nun erneuern.

Die Busspuren dienten der Lufthygiene, heißt es. Sie verlagerten den Autoverkehr zugunsten des Umweltverbundes, also des Nahverkehr, Fahrradfahrens, Zufußgehens. Busspuren werden voraussichtlich Teil des Luftreinhalteplans sein, ebenso wie Pförtnerampeln. Deren geplante Standorte gehen aus dem Schreiben nicht hervor.

Zuvor hatte das Land Hessen dem VGH die Einrichtung von drei Busspuren auf der Adalbertstraße in Bockenheim, der Höhenstraße in der Innenstadt sowie auf der Mainzer Landstraße im Gallus vorgeschlagen. Diese Straßen eigneten sich wegen der Platzverhältnisse aber nicht, sagte ein Sprecher des Verkehrsdezernats auf Anfrage. Daher mache die Stadt nun andere Vorschläge.

Ein massiver Ausbau von Park-and-Ride-Plätzen ist aus Sicht der Stadt nicht möglich. „Wesentliches Hemmnis ist die Flächenverfügbarkeit“, heißt es in dem Schreiben. Demzufolge gibt es rund 2200 Park-and-Ride-Plätze in der Stadt. Auch wenn die Stadt die Zahl der Park-and-Ride-Plätze verdopple, hätte dies angesichts von 250.000 Autopendlern pro Tag „keine signifikante Auswirkung auf die verkehrsbedingte Umweltbelastung der Stadt“, heißt es. Die Stadt betont, dass Park-and-Ride-Plätze nahe der Wohnorte der Pendler gebaut werden sollten, also außerhalb des Stadtgebiets. Derzeit stünden im RMV-Gebiet 28.000 Stellplätze an 250 Stationen zur Verfügung.

Wie aus dem Schreiben weiter hervorgeht, sollen in Frankfurt von diesem Sommer an bis Ende nächsten Jahres insgesamt 50 Elektrotaxis getestet werden. Ein Anbieter soll dafür 360 Ladestationen in der Stadt bereitstellen, davon 80 Schnelllade- und 280 Normalladestationen.

Sieben Busspuren

Diese Busspuren schlägt die Stadt vor: 

Westerbachstraße stadtauswärts zwischen Gaugrafen- und Wilhelm-Fay-Straße

Kurt-Schumacher-Straße stadteinwärts zwischen Schöne Aussicht und Börneplatz

Darmstädter Landstraße stadtauswärts zwischen Affentorplatz und Wendelsplatz

Friedberger Landstraße stadtauswärts zwischen Bodenweg und Unfallkrankenhaus

B521/Friedberger Landstraße stadteinwärts zwischen Friedberger Landstraße und Sonderfahrstreifen

Zeppelinallee stadtauswärts zwischen Sophienstraße und Bockenheimer Landstraße

Bockenheimer Landstraße stadtauswärts zwischen Zeppelinallee und Bockenheimer Warte. 

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